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- 27. März 2011 3 Min.

Schwarze Schleife der Solidarität für Japan (Bild: www.japanesegayart.com)
Erdbeben, Tsunami, Kernschmelze. Die existentielle Krise trifft alle. Die LGBT-Community versucht, sich zu helfen, wo es geht.
Von Carsten Weidemann
Als sich in Japan die Erde bewegte, war Masahiko glücklicherweise gerade weit weg. "Ich hatte eigentlich geplant, am 15 März nach Tokio zu fliegen. Jetzt sitze ich nach wie vor in Sydney und verfolge, wie sich die Situation entwickelt." Masahiko ist Galerist und Kunstkurator, er lebt und arbeitet seit einer Weile in Australien, um dort vor allem japanische schwule Kunst bekannt zu machen.
Jetzt gilt seine Sorge vor allem seinen Landsleuten und was er für sie tun kann. "Ich denke darüber nach, wo ich in dieser Katastrophe helfen kann. Wir können vielleicht bei unserer nächsten Ausstellung in Sydney eine Spendensammlung starten."
So wie Masahiko fühlen viele Japaner, die sich derzeit im Ausland befinden. Den Impuls, in den nächsten Flieger zu steigen und zu Familie oder Freunden zurückzukehren, müssen sie wegen der unsicheren Lage unterdrücken. Gleichzeitig wächst das Gefühl der Hilflosigkeit. Aus der Ferne kann man wenig ausrichten. In Japan versuchen derzeit alle, ihr normales Leben zu führen, soweit das geht in einer Situation, in der die schlechten Nachrichten aus Fukushima nicht abreißen.
Shoppen gegen die Katastrophe?

Nur die Touristen fehlen derzeit in den Szene-Bars (Bild: Payton Chung / flickr / by 2.0)
Der Spendenaufruf ist da das Naheliegendste. Auch Japans bekanntester Schwuler, der Schauspieler George Takei rief per Twitter dazu auf, das Rote Kreuz zu unterstützen. In San Francisco hat Ende März die Stiftung "Rainbow World Fund" einen eigenen Spendentopf für Japan eingerichtet.
Itaru Tomita, Chefredakteur des schwulen "G-Men" Magazins geht es mit einer Mischung aus Gottvertrauen und Kapitalismusgläubigkeit an: "Ich habe ein paar Vorschläge für all die Leute in anderen Ländern, die uns helfen wollen", meint er gegenüber dem Portal fridae.com. "Zum einen, betet für die Sicherheit der Menschen in den zerstörten Gebieten. Zum zweiten helft der japanischen Wirtschaft und kauft Produkte von hier."
Tomitas Arbeitgeber verkauft auch Toys, Sex-Mangas und Porno-DVDs per Onlineshop. Dort ist man froh, dass die Paketpost wieder ihre Arbeit aufgenommen hat. Aber es gäbe derzeit noch Probleme beim Versand "im Bereich der Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima".
Im Homo-Zentrum versucht man Alltag zu leben

Lesung und Musik im AKTA Zentrum am 3. April.
Im Tokioter AKTA Beratungs- und Gesundheitszentrum heißt es: "Wir haben business as usual". Die Anlaufstelle für HIV-Positive und schwule Männer hat unter der Woche sein Café geöffnet, diverse Künstler feiern in den Räumlichkeiten mit ihren Gemälden das "Fest der Kirschblüte". Die Internationale Queer-Gruppe lädt zum Diskussionsabend über "Politik und Gesellschaft". Anfang April startet die 76. Ausgabe der "Living Together Lounge" mit Musik und Lesung. Die Angst, die alle in sich tragen, lässt sich gemeinsam besser ertragen.
Auch wenn es nach bisherigen Aussagen von Experten keine Engpässe bei der medizinischen Versorgung gibt, machen sich HIV-Aktivisten dennoch ein paar Sorgen. Toma Nemoto, Mitglied der "Global Youth Coalition on HIV/AIDS" in Nagasaki teilte auf Anfrage von fridae.com mit: "Nach dem Erdbeben wird es für Menschen, die mit HIV leben die größte Herausforderung sein, ihre Medikamente rechtzeitig zu bekommen und regelmäßig einzunehmen."
Links zum Thema:
» www.rainbowfund.org















gesicht wahren
hierachie wahren
macht wahren
Ist-Situation
Die Betreiber-Firma Tepco verschweigt das wahre Ausmaß und spielt die Katastrophe massiv herunter, um eine Massenpanik zu vermeiden.
Die Betreiberfirma hat wertvolle 2 Wochen verstreichen lassen, wo die Strahlung noch gering war, um für den Worst Case Vorkehrungen zu treffen.
Tepco gibt Arbeitern Schuld an der Verstrahlung, die in Kamikaze-Einsätzen ihr Leben riskieren. Dies ist blanker Zynismus.
Zehnmillionenfach erhöhte Strahlenwerte wurden gemessen. Sollte es hier auch zu größeren Freisetzungen von Plutionium kommen, könnte die gesamte japanische Inselgruppe für Jahrtausende unbewohnbar werden. Plutionium hat eine Halbwertszeit von 24.400 Jahren.
Das Krisenmanagement wirkt hilflos, konzeptlos, überfordert und unfähig.
www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34432/1.html
* die schärfsten homophoben spitzen tauchen nur in japanisch-sprachigen ausgaben internationaler japanischer websites auf.
die english version ist meist clean.