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  • 29. März 2011 20 2 Min.

In Videos warnen die christlichen Aktivisten vor dem dunklen Tunnel Homosexualität

In Finnland haben tausende Menschen die evangelisch-lutherische Kirche nach einer homofeindlichen Kampagne verlassen.

Die Kampagne "älä alistu" (Beuge dich nicht) wurde von mehreren christlichen Gruppen unter Führung des Magazins "Nuotta" organisiert und ist zum Teil mit Kirchensteuern finanziert worden. Ziel der religiösen Aktivisten ist, schwule und lesbische Jugendliche davon zu überzeugen, dass sie von ihrer Homosexualität "geheilt" werden können. In auf Videoportalen veröffentlichten Kurzfilmen erklären Kronzeugen, dass sie ihre sexuelle Orientierung abgelegt hätten und jetzt ein christliches Leben führten. Eines der Videos vergleicht einen "geheilten" Schwulen mit geläuterten Mördern.

Die Statistikbehörde Eroakirkosta.fi teilte mit, dass in der vergangenen Woche seit Beginn der Kampagne rund 3.000 Finnen ihrer Kirche den Rücken gekehrt haben. Das sind zehn Mal mehr als Austritte als normal. "Sehr viele Menschen haben uns in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sie wegen dieser Kampagne austreten", erklärte Pressesprecherin Johanna Sauna-aho.

Die Kirchenführung hat sich zwar wiederholt kritisch gegenüber der Kampagne geäußert, konnte aber die Verwendung von Kirchensteuern nicht verhindern. So sagte Erzbischof Kari Mäkinen, dass die Kampagne dem Ansehen der Christen schade. Außerdem erklärten Psychologen in den Medien, dass es nicht möglich sei, die sexuelle Orientierung nach Gutdünken zu verändern. Sie warnten davor, dass die Kampagne Druck auf junge Schwule und Lesben ausübe und sie im Extremfall in den Selbstmord treiben könnte.

Bereits im Oktober kam es nach homofeindlichen Äußerungen der christdemokratischen Politikerin Päivi Räsänen zu einer Austrittswelle (queer.de berichtete). Damals verließen 40.000 Finnen innerhalb von drei Wochen die evangelische Kirche, der noch rund drei Viertel der Finnen angehören.

In Finnland können Homo-Paare seit 2002 eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Nach der Öffnung der Ehe in den Nachbarländern Norwegen und Schweden wird auch in Helsinki über eine vollständige Gleichberechtigung von Homo-Paaren debattiert. (dk)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.03.2011, 18:38h
  • Ich kann die Menschen verstehen, daß sie jetzt aus ihrer Kirche austreten! Vor allem sollte man auch diejenigen mundtot machen, die immer noch der Meinung sind, daß die Homosexualität heilbar ist! Daß Homosexualität von der Krankheitenliste der WHO gestrichen wurde, ist an denen anscheinend wohl vorbeigegangen!
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#2 NicoPumpkin
  • 29.03.2011, 18:54hPBG
  • Es wird Zeit, dass endlich ein Zeichen gesetzt wird! Mit den 'Massenaustritten' ist den Finnen das ja scheinbar gut gelungen - wenn diese in den Medien thematisiert werden.

    Und wenn ich endlich religionsmündig bin, wie unser Politikbuch es so schön beschreibt, werde ich garantiert mitmachen!

    Revolution! :)
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#3 alexander
  • 29.03.2011, 19:13h
  • die bürger der brd können nur lernen !

    würde auch zeit !
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