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- 30. März 2011 2 Min.

Das Polizeifoto von Michael M.
Ein 38-jähriger Mann wurde in den USA zu 30 Jahren Haft in einem Bundesgefängnis verurteilt, weil er sich online als Jugendlicher ausgegeben hat, um von männlichen Minderjährigen Nacktfotos zu erhalten.
Wie die Zeitung "The Atlanta Journal-Constitution" meldet, haben Geschworene der Chiropraktiker und Kampfsportlehrer Michael M. aus Marietta (US-Bundesstaat Georgia) bereits im Dezember schuldig gesprochen. Demnach soll er von mindestens zwei unter 18-Jährigen Nacktfotos und Videos erhalten haben.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Mann online als Teenager ausgegeben hat - meist als Schwuler, manchmal auch als heterosexuelles Mädchen. Dann hat er bei seinen Kontakten nach Nacktfotos gefragt. Er selbst verschickte immer gewagtere Bilder von der jungen Person, deren Identität er annahm.
2009 wurde er festgenommen, nachdem eines seiner Opfer zur Polizei gegangen ist. M. soll von ihm kompromittierende Bilder erhalten haben und gedroht haben, diese den Klassenkameraden des Schülers zu zeigen. Ein weiterer Jugendlicher erklärte, M. habe versucht ihn davon zu überzeugen, Sex mit einem anderen Jungen zu haben und die Szene zu filmen. Auf dem Heimcomputer des Beschuldigten fand die Polizei tausende Bilder von Jugendlichen, darunter einige Nacktbilder und Sex-Fotos.
Die Bundesbehörden wollten bei M. offenbar ein Exempel statuieren und verurteilten ihn zu einer Haftstrafe, für die man in Deutschland zwei Mal einen Mord begehen kann. Auch in öffentlichen Äußerungen zeigte sich die Staatsanwaltschaft angriffslustig: "Der Angeklagte personifiziert alles, wovor Eltern Angst haben sollten", erklärte Bundesanklägerin Sally Qullian Yates in einer Presseerklärung. "Jemand wie er, der auf sozialen Netzwerksseiten wie Facebook oder Myspace nach unschuldigen, neugierigen Teenagern sucht, ist ein Raubtier, das nach pornografischen Bildern bettelt."
Wenn M. seine Strafe abgesessen hat, wird er als Sexualstraftäter registriert. Derzeit sind die Daten von Sexualstraftätern in den USA meist öffentlich, so dass die Wiedereingliederung in die Gesellschaft fast immer unmöglich ist. (dk)














