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  • 30. März 2011 32 2 Min.

Uwe Holmer bei einem Auftritt im christlichen Privatsender Bibel TV

Der evangelische Pastor Uwe Holmer wurde 1990 berühmt, weil er Erich und Margot Honecker bei sich aufgenommen hatte. Jetzt kritisiert der 82-Jährige Schwule und Lesben als Gefahr für die Kirche.

In einem vom evangelischen Nachrichtenagentur idea veröffentlichten offenen Brief kritisierte der Theologe das im vergangenen Herbst verabschiedete Pfarrdienstgesetz, das es Landeskirchen ermöglicht, die Partnerschaft von homo­sexuellen Pfarrern anzuerkennen. Seither haben die bayerische und mitteldeutsche Kirche schwulen und lesbischen Pfarrern gestattet, mit ihren Lebenspartnern in Pfarrhäusern zu leben.

Holmer lehnt diese Regelung ab, weil "praktizierte Homosexualität" immer noch eine Sünde sei. Die Protestanten hätten mit dem neuen Pfarrgesetz eine "biblische Grenze" überschritten, zürnt Holmer in dem an den EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider adressierten Brief. Die heterosexuelle Ehe sei ein "großes Glück für den Menschen" und dürfe nicht durch Schwule und Lesben beeinträchtigt werden. Schließlich sei es eine Tatsache, "dass ein Volk viele gesunde Familien braucht".

Homosexualität bezeichnete er als "Folge der allgemeinen Gottlosigkeit". Er erkannte jedoch an, dass "der Betroffene oft nicht einmal selber schuld ist". Daher forderte er Schwule und Lesben auf, heterosexuell zu werden oder zölibatär zu leben.

Warnung vor der Reaktion von Muslimen

Eindringlich warnte der Protestant davor, dass Anhänger anderer Religionen mit der Haltung seiner Kirche entfremdet werden würden: "Juden und Muslime sehen praktizierte Homosexualität als Gräuelsünde an", ist Holmer überzeugt - und warnt insbesondere vor negativen Reaktionen von islamischen Gläubigen: "Sieht die EKD eigentlich, wie sie durch dieses Gesetz den Muslimen den Zugang zu Glauben und Leben in Deutschland versperrt? Verachtung wäre noch die mildeste Form der muslimischen Ablehnung."

Holmer startete seine Kirchenkarriere in den 1950er Jahren als Dorfpfarrer in Mecklenburg. Nach der Wende gewährte er von Januar bis April 1990 Erich und Margot Honecker als "Akt der Nächstenliebe" Asyl, bevor der Ex-Diktator und seine Frau in einem sowjetischen Militärhospital Zuflucht fanden. Seine Autobiografie vermarktete Holmer 2009 unter dem Titel "Der Mann, bei dem Honecker wohnte".

In den letzten Monaten haben bereits mehrere hochrangige evangelische Christen die liberale Position ihrer Kirche kritisiert. So erklärte der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, dass Homosexualität "ohne Ausnahme" sündhaft sei - und daher nicht anerkannt werden dürfe (queer.de berichtete). Albrecht Fürst zu Castell-Castell, das Oberhaupt des ältesten evangelischen Adelsgeschlecht, holte sogar die Nazi-Keule heraus: Der 85-Jährige kündigte wegen der homofreundlichen Haltung seiner Kirche "Widerstand wie im Dritten Reich" an (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 HannibalEhemaliges Profil
  • 30.03.2011, 16:25h
  • Ist doch toll, dass solche Leute sich so äußern. Dann ist gleich jedem klar, wessen geistes Kind sie sind. Was besseres kann uns gar nicht passieren.
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#2 alexander
  • 30.03.2011, 16:30h
  • hat sich doch noch so ein altzausel gefunden, der glaubt er muss seinen senf zu "gott und der welt " dazugeben ?
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#3 seb1983
  • 30.03.2011, 16:46h
  • Na dann ab hinterher nach Chile zur Margo, die braucht eh Beistand bei den Wahlergebnissen der Linken...
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