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- 30. März 2011 2 Min.

Patrik Brinkmann gibt sich auf seiner persönlichen Website patriotisch (Bild: Screenshot)
Der Berliner Vorsitzende der "Bürgerbewegung Pro Deutschland" ist am Mittwoch zurückgetreten, weil ein Kandidat der rechtspopulistischen Partei in der Hauptstadt schwul sein soll.
Der deutsch-schwedische Geschäftsmann Patrik Brinkmann ist erst vor wenigen Wochen zum Chef des Berliner Landesverbandes gewählt worden. Seinen schnellen Rücktritt begründete der frühere DVU-Aktivist "mit der Homosexualität eines Kandidaten der Bürgerbewegung für die Bezirksverordnetenversammlung Mitte, von der er heute erfahren hat", erklärte Pressesprecher Manfred Müller nach Angaben der "Berliner Umschau".
Brinkmann unterstellt dem schwulen Kandidaten "Dekadenz" sowie "Unterstützung des Nationalsozialismus und Antisemitismus". Er warf außerdem dem Pro-Deutschland-Vorsitzenden Manfred Rouhs, vor, ihn "offenbar bewusst falsch informiert" zu haben. Rouhs war früher in der NPD und bei den Republikanern aktiv.
Finanzielle Folgen

"Pro Deutschland" will im Herbst an der Berliner Abgeordnetenhauswahl teilnehmen. (Bild: Screenshot)
Für die Partei dürfte der Rücktritt ernste finanzielle Folgen haben, da der Millionär Brinkmann die Partei mit Spenden über Wasser hielt. Zuletzt hatte sich Brinkmann auch für eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Rechtspopulisten René Stadtkewitz ("Die Freiheit") stark gemacht.
"Pro Deutschland" wurde 2005 von Mitgliedern der "Bürgerbewegung pro Köln" gegründet, die in der Domstadt lautstark gegen den Bau einer Moschee kämpften. Auch heute gilt die "Islamisierung" Deutschlands als Hauptthema der Rechtspopulisten - mit ähnlicher Inbrunst polemisiert "Pro Deutschland" aber auch gegen Schwule und Lesben. So wird der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf der Website der Partei allein wegen seiner Homosexualität angegriffen: "Er gehört genau aus dem Roten Rathaus verbannt, wie die Schwulenparaden aus der Stadt", heißt es unter der Überschrift "Sauberes Berlin". Und weiter: "Berlin darf nicht Sodom und Gomorrha werden. Denn darunter leiden letztlich wir alle." Auch Brinkmann kritisierte bei der letzten Bundesversammlung von "Pro Deutschland" in Berlin, dass die deutsche Hauptstadt "leider zur Zeit von Schwulen und Sozialisten regiert wird." (dk)











