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- 01. April 2011 2 Min.

Die Berichterstattung am Mittwoch und Donnerstag in "20 Minuten"
Zwei Schwule werden nach einem Kuss aus einer Pizzeria in St. Gallen geworfen. In den Medien geistern nun Homophobie-Vorwürfe, doch das Restaurant wehrt sich mit Frei-Prosecco.
Harmlose schwule Zärtlichkeiten oder obszöne Fummeleien? Ein 20-Jähriger aus St. Gallen fühlt sich diskriminiert, weil er mit seiner Mami und seinem Freund eine Pizza essen wollte, aber nach einem Kuss aus einem Restaurant im städtischen Einkaufszentrum geworfen wurde. Sandro Hinder beschreibt seinen Besuch bei der "Piazza d'Arena" am Sonntag in den Median als Horrortrip: "Meine Hände zitterten und ich war auf 180". Er habe seinen 21-jährigen Freund Michi nur kurz geküsst - daraufhin habe ein Kellner das Paar in hohem Bogen herausgeworfen. Hinders Mutter glaubt, dass so ein "harmloser Kuss" unter Heterosexuellen keinen derartigen Hass erzeugt hätte.
Das Restaurant stellt den Vorgang jedoch anders dar: "Das Paar hat sich an allen Stellen berührt. Eine Familie hat sich beschwert", so der Geschäftsführer. Nachdem die Geschichte jedoch in den Medien für Aufregung gesorgt hat, betrieb das Lokal Schadensbegrenzung: "Wir haben überhaupt nichts gegen Schwule", erklärte Vincenc Lazraj, der 21-jährige Sohn des Chefs. Er warf den Schwulen "Fummelei" vor. Sandro Hinder sei ein Lügner, der seinem Vater den Stinkefinger gezeigt habe, so Lazraj weiter: "Ein solches Benehmen muss man sich nicht gefallen lassen im eigenen Lokal. Egal ob von Heteros, Schwulen oder Lesben". Um zu zeigen, wie homofreundlich sein Betrieb sei, soll es für Schwule ein besonderes Präsent im April geben: "Jedes homosexuelle Paar erhält ein Glas Prosecco", verspricht Lazraj.
Bei der Internetseite von "20 Minuten" sind inzwischen rund 500 Kommentare zu dem Vorfall eingegangen. Viele werben darin für einen Boykott der Pizzeria, andere fordern mehr Zurückhaltung von Liebespaaren in der Öffentlichkeit. Besonders die Gegenwart der Mutter des 20-Jährigen lässt Leser an der Version des Restaurants zweifeln: "Mir kann keiner erzählen, dass irgendwer vor seiner Mutter wild herummacht", schrieb etwa Beat Zoller bei "20 Minuten".
Die Pizzeria scheint auf seiner Website keine Probleme mit Homo-Hassern zu haben, wie Eintragungen im Gästebuch zeigen - dort sind massenweise homophobe Kommentare zu finden. So lässt "Toni der Assi" seinem Hass auf Schwule freien Lauf: "Eure kranken Beziehungen könnt ihr in den eigenen 4 Wänden ausleben, dort wo keine 'normalen Leute' gestört werden". (dk)
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