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- 06. April 2011 2 Min.

Erzbischof André-Joseph Léonard verlangt von Schwulen und Lesben einen heterosexuellen Lebenswandel
Vier junge Aktivisten haben in Brüssel Erzbischof André-Joseph Léonard mit insgesamt vier Torten geworfen - Grund sind die homofeindlichen Äußerungen des obersten belgischen Katholiken.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in der Katholischen Louvain-La-Neuve-Universität. Die erste Torte traf Léonard, als er gerade das Hochschulgebäude betrat, berichtet das flämische Magazin "Knack". Der Geistliche machte sich daraufhin sauber und ging in den Vorlesungssaal, in dem drei weitere Torten auf ihn warteten. Nach Angaben von "Le Soir" handelte es sich nicht um hochwertiges Gebäck, sondern lediglich um Pizzateig mit Sahne.
Der Anschlag erfolgte im Namen "aller Schwulen und Lesben, die ihre Homosexualität verheimlichen müssen", erklärte einer der "Alles Nichts Oder?!"-Fans gegenüber dem Fernsehsender RTBF. Die Aktivisten kritisieren auch die unbarmherzige Haltung des Erzbischofs gegenüber Frauen, die abgetrieben haben. Bereits im November letzten Jahres ist der umstrittene 70-Jährige bei einem Gottesdienst mit einem Kuchen beworfen worden (queer.de berichtete). Damals wie heute sind die Werfer vom Sicherheitsdienst nicht dingfest gemacht worden.
Die Tortenwerfer gehören zur Bewegung des belgischen Aktivisten Noël Godin. Der 65-Jährige wurde 1998 weltberühumt, nachdem er dem damaligen Microsoft-Chef Bill Gates "eingetortet" hatte. Er hatte stets betont, dass sein Widerstand gewaltfrei sei und sich an Komikern wie Jerry Lewis orientiere.
Léonard, der als Chef der belgischen Bischofskonferenz für die Kirche spricht, wurde dieses Jahr von nationalen schwul-lesbischen Gruppen zum "Homohasser des Jahres" gewählt. Er hat in der Vergangenheit etwa erklärt, Schwule und Lesben hätten ähnliche Probleme wie Essgestörte und müssten sich daher wegen ihres Defekts behandeln lassen. Er machte zudem HIV-Positive für ihre Infektion verantwortlich: Aids sei nichts anderes als eine "Art von immanenter Gerechtigkeit" für den Missbrauch der Liebe, so Léonard in einem im vergangenen Jahr erschienen Buch (queer.de berichtete). Die Aussagen empörten damals viele Belgier, da die katholische Kirche im Land zur gleichen Zeit versucht hatte, einen Pädophilie-Skandal zu vertuschen. Damals waren deswegen katholische Einrichtungen von der Polizei durchsucht worden. (dk)















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