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  • 10. April 2011 21 2 Min.

Nicht so gayfriendly wie gedacht.

Update: App inzwischen wieder erhältlich, s. Ende des Artikels

Nicht nur Apple zensiert das Angebot in seinem App-Shop. Auch Google zückte jetzt die Zensurschere.

Von Carsten Weidemann

Apples dicker Daumen auf die Inhalte seines App-Stores, mit dem man iPhone, iPod und iPad mit nützlicher Software füllen kann, hat in den vergangenen Monaten für Unmut in der Community gesorgt. Wer bislang gehofft hatte, bei Googles App-Shop für Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem geht es liberaler zu, wurde jetzt eines besseren belehrt. Anfang April kickte das Unternehmen die App "RomeoLive", mit der man auf seinen Gayromeo-Account zugreifen kann.

"Don't be evil" – Sei nicht böse, lautet das Motto des Suchmaschinen-Anbieters. Oliver Blaske von RomeoLive glaubt daran nicht mehr: "Ich dachte immer, Google ist besser und offener als Apple. Jetzt weiß ich, das ist falsch." Bereits im vergangenen Jahr war die iPhone-App aus dem AppStore entfernt worden. Der überaus prüde Konzern störte sich daran, dass man Zugriff auf Bilder mit unbekleideten Männern hatte. Am 4. April wurde nun die vom selben Entwickler stammende kostenfreie Android-App ohne Vorwarnung oder Kontaktaufnahme aus ihrem Android Market entfernt.

Zensur-Willkür zerstört das positive Image von Google und Apple

Nachfragen ergaben, dass man sich an einer Dokumentensammlung auf der planetromeo.com-Webseite gestört hatte, welche sich unter anderem auf Gesundheitsthemen (HIV) und Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Escorts bezieht: "Förderung von illegalen Aktivitäten" heißt es dazu in einer Mail von Google. Oliver Blaske ist sehr verwundert: "Dass solche Seiten gar nicht in der App aufrufbar sind, hat bei Google offenbar keinen interessiert. War es vielleicht doch nur ein vorgeschobener Grund?" Insider vermuten, dass hier Mitbewerber im kleinen Markt der Gay-Apps tätig geworden sind, und durch Anschwärzen Konkurrenz beseitigen wollen.

Googles Android präsentiert sich im Gegensatz zu Apples iOS als offenes Betriebssystem, beim Vertrieb der Apps hält nur Apple ein Monopol, das der vermeintlichen Freiheit Grenzen setzt. Für Android-Apps gibt es alternative Shops. Apple hat sich in der Vergangenheit besonders unbeliebt gemacht, weil deren prüde Zensoren einerseits jeden Hauch von Erotik aus den Apps verbannen, andererseits aber wiederholt homophobe Apps durchgewunken hatten.

Update: Inzwischen ist die App wieder im Market erhältlich, der Entwickler bietet auf der App-Homepage zudem eine Paypal-Version samt Plugin für nicht jugendfreie Gayromeo-Bereiche an. Mehr Apps & optimierte Gay-Seiten für Android und iPhone gibt es in unserer Link- & App-Liste.

-w-

#1 Iceman
  • 10.04.2011, 14:55h
  • Mal sehen wann die erste App von Exodus bei Google auftaucht! Wir dürfen gespannt sein!

    Wieder einmal zeigt sich die Willkür einiger und die darin verborgene Dummheit.
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#2 InformatikerAnonym
  • 10.04.2011, 15:43h
  • Wie naiv kann man eigentlich noch sein?

    Google ist natürlich keinen Deut besser als Apple. Beide Firmen sind für ihre homophobe Zensur bekannt.

    Mal ganz abgesehen davon, ist dieses App-Gedöns eh schwachsinnig:
    1. Die Idee des Internet war es, inkompatible Inselsysteme durch ein einziges offenes System zu ersetzen. Das war das Erfolgsrezept. Und jetzt soll man wieder auf Insellösungen setzen?

    2. Apple und Google kassieren für den Zugang zu ihren App-Systemen saftige Provisionen. Das macht das Ganze nicht nur teurer, sondern die Inhalteanbieter verlieren komplett die Kontrolle an Apple und Google.

    3. Apps sind ein Sicherheitsrisiko, da sie nicht dengleichen Sicherheitsmodellen unterliegen wie Webseiten.

    Fazit:
    Wer Apps nutzt, ist selbst schuld. Solche Leute haben es nicht besser verdient als auf die Schnauze zu fliegen.
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#3 FelixAnonym
  • 10.04.2011, 15:59h
  • Ich kann mich nur anschließen:
    Man sollte auf Apps komplett verzichten! Egal, ob von Apple oder Google!

    Die machen nichts, was es nicht auch so schon im Internet gäbe, nur dass sie Apple und Google die komplette Kontrolle über die Inhalte und Nutzer geben und denen die Kassen füllen.
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