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- 11. April 2011 2 Min.

Großbritannien kämpft seit Jahren gegen einen Engpass von Spenderblut (Bild: HowardLake / flickr / by-sa 2.0)
Die britische Regierung hebt das Blutspendeverbot für Schwule auf - allerdings dürfen Männer, die Sex mit Männern haben, nur spenden, wenn sie zehn Jahre lang zölibatär gelebt haben.
Bislang durften gleichgeschlechtlich aktive Männer als HIV-Risikogruppe überhaupt nicht Blut spenden. Wie die "Sunday Times" berichtet, will die konservativ-liberale Regierung in Kürze die Aufhebung des generellen Verbots bekannt geben. Grund dafür sei die umfassende Antidiskriminierungsgesetzgebung in Großbritannien. "Ein generelles Verbot wäre unfair und diskriminierend", zitiert die "Times" eine Quelle in der Regierung. "Wir müssen aber die öffentliche Gesundheit schützen, deshalb reden wir über eine Zehnjahresregelung." Es ist unklar, ab wann die neue Regelung in Kraft treten soll.
Der mit Experten besetzte Fachausschuss für die Sicherheit von Blut, Gewebe und Organe (SaBTO) schätzt, dass derzeit sieben Prozent der sexuell Aktiven Schwulen Blut spenden - und bei Fragen nach der sexuellen Orientierung lügen. Der Ausschuss geht davon aus, dass bei einer Aufhebung des Verbots die Gefahr einer Kontaminierung des Spenderbluts mit HIV um wenige Prozentpunkte ansteigen könnte. Zwar werden alle Blutspenden auf HIV-Antikörper getestet, diese sind aber erst Wochen nach einer Infektion nachweisbar.
Letztes Jahr führte der Tod einer 47-jährigen Frau in Schottland zu einer Diskussion um das Homo-Blutspendeverbot. Ihr 21-jähriger Sohn durfte seiner an Leukämie erkrankten Mutter kein Blut spenden, weil er schwul ist. Weil die Ärzte keinen schnellen Ersatz fanden, verstarb die Frau nach wenigen Tagen (queer.de berichtete).
Bereits in mehreren Ländern dürfen Schwule erst nach Jahren der Enthaltsamkeit Blut spenden. In Neuseeland liegt die Wartezeit bei zehn Jahren, in Südafrika bei fünf. In den USA dürfen nur Männer spenden, die nach 1977 keinen Homo-Sex mehr gehabt haben.
In Deutschland hat die Bundesärztekammer ein generelles Blutspendeverbot für sexuell aktive Schwule ausgesprochen, unabhängig davon, ob sie Safer Sex praktizieren oder nicht. Im Dezember 2010 erklärte die Bundesregierung, dass eine Expertengruppe am Robert-Koch-Institut derzeit über Veränderungen nachdenkt (queer.de berichtete). Die Deutsche Aids-Hilfe fordert ein Ende des generellen Verbots für Schwule, da "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" aufweisen würden. (dk)











für mich ist das genauso diskriminierend wie ein komplettes spendeverbot. einfach lächerlich