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OB Wolfgang Schuster (CDU) (Bild: Wiki Commons / Rudolf Simon / CC-BY-SA-3.0)

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) wird die Schirmherrschaft für den CSD in der Landeshauptstadt übernehmen.

Damit wird erstmals seit 2005 wieder ein Christdemokrat Schirmherr der Veranstaltung. Damals übernahm Landesozialminister Andreas Renner die Aufgabe, was zu heftiger Kritik innerhalb seiner Partei und in der katholischen Kirche führte. Nach einer Auseinandersetzung mit Bischof Gebhard Fürst musste Renner schließlich zurücktreten (queer.de berichtete) - ein Schicksal, das Schuster offenbar nicht fürchtet: "Ich habe die Schirmherrschaft zum diesjährigen Christopher Street Day gerne übernommen, denn er spielt eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen", erläutert der Jurist, der seit 1997 Stadtoberhaupt ist. Schuster wird beim CSD-Rathausempfang am 16. Juli teilnehmen und ein Grußwort halten.

CSD-Organisator Christoph Michl freut sich, dass der CDU-Politiker offen für schwul-lesbische Rechte eintritt und auch das Motto Generation Zukunft unterstützt, das die bessere Aufklärung von Kindern fordert: "Gerade in Baden-Württemberg ist das offene Eintreten für Minderheiten nicht immer selbstverständlich. Stuttgart als Landeshauptstadt setzt sich in Sachen Gleichstellung von homo­sexuellen Mitbürgern positiv von vielen anderen Städten und Landeskreisen ab", so Michl.

In der Vergangenheit hatte der CSD noch zu üblen Beschimpfungen von Seiten der CDU geführt. So kritisierte der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU Baden-Württemberg im vergangenen Jahr die Veranstaltung als "bewusst obszön" (queer.de berichtete). Der scheidenede Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte den CSD gar als "abstoßend" bezeichnet.

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Die Schirmherrschaft zum CSD Stuttgart wird jährlich im Rotationsprinzip an eine andere politische Partei vergeben. Ausnahmen bilden Jahre - wie beispielsweise 2003 oder 2009 - in welchen Wahlen zum baden-württembergischen Landtag oder zum Deutschen Bundestag anstehen. Aufgrund der diesjährigen Landtagswahl in Baden-Württemberg wird die Schirmherrschaft des CSD Stuttgart 2011 erst jetzt, nach der Wahl, veröffentlicht. In den vergangenen Jahren übernahmen von den anderen Parteien Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Gabi Zimmer (Linke), Cem Özdemir (Grüne) und Herta Däubler-Gmelin (SPD) die Schirmherrschaft. (dk)

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#1 EnyyoAnonym
  • 13.04.2011, 13:02h
  • "Ich habe die Schirmherrschaft zum diesjährigen Christopher Street Day gerne übernommen, denn er spielt eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen"

    = "Ich mach's, weil es der Stadt Kohle bringt. Wären die Wahlen anders ausgegangen würde ich mich das nicht trauen, aber jetzt ist eh schon alles egal..."
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#2 Leonardo D.Anonym
  • 13.04.2011, 13:19h
  • Das "Negativ-Beispiel" CSD München, scheint Schule zu machen !?

    Gerade wurde in Stuttgart der amtierende OB Wolfgang Schuster (CDU) zum neuen Schirmherren des CSD Stuttgart 2011 von den CSD Organisatoren bekanntgegeben !!

    Als "Reizperson" hat genau dieser OB im Moment keinen wirklich leichten Stand in der Bevölkerung !!

    Das liegt nicht nur an seiner befürwortenden Haltung zu Stuttgart 21 und seiner ablehnenden Haltung zum Erhalt des Hotel Silber ( ehemaligen Gestapozentrale ) in Stuttgart als Gedenkstätte, weil dort auch viele Homosexuelle zum Tode verurteilt, und hingerichtet wurden !!

    Es hat z.B. in Stuttgart 7 Jahre gedauert, bis vor dem Stuttgarter Rathaus überhaupt erst einmal zum CSD die RAINBOW Fahne wehen durfte ... :-(

    Beim "Rathaus-Empfang" zum CSD Stuttgart hat Herr Schuster als "Hausherr" bisher seit dessen Bestehen mit "Abwesenheit" also "Ignoration" geglänzt !! :-(

    Und auch sonst hat sich genau dieser neue "Schirmherr" des CSD Stuttgart, der schwul/ lesbischen Community gegenüber in den letzten 10 Jahren seit Bestehen des CSD in Stuttgart, nicht gerade mit Ruhm bekleckert ... :-(

    Was ich damit sagen möchte ist, das es wohl in "Mode" kommt, PR mässig mit derartigen Aktionen "bewusst" und "gewollt" zu "provozieren" !!
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 13.04.2011, 13:33h
  • Eine extrem unkluge und unsinnige Entscheidung, nicht zuletzt angesichts der weiterhin aufgeheizten politischen Stimmung rund um das Milliardengrab "Stuttgart 21", als dessen glühender Befürworter Herr OB Schuster auch keine Probleme mit dem rechtswidrigen und gewalttätigen Polizeieinsatz gegen friedlich demonstrierende Kinder und ältere Menschen im Stuttgarter Schlossgarten (30.09.2010) sowie allgemein mit der ständigen Diffamierung und Kriminalisierung des demokratischen Bürgerprotests hatte bzw. hat.

    Ganz abgesehen davon, dass wir Politikern von CDU und FDP, die mit ihrer zutiefst unsozialen, in vielen Bereichen sozialrassistischen Politik den Nährboden für wieder zunehmende Homophobie bereiten, grundsätzlich keinerlei Plattform bieten sollten Auf jeden Fall ist schon jetzt absehbar, dass der CSD Stuttgart unter diesen Bedingungen von Protesten gegen Schuster und S21 überschattet sein wird, und das halte ich auch für völlig richtig.

    Herr Schuster hat sich gegen sein Wahlversprechen von 2004 über das Bürgerbegehren des Jahres 2007, als über 60.000 StuttgarterInnen einen Bürgerentscheid zum Milliardengrab S21 forderten, hinweggesetzt. Und jetzt meint der CSD Stuttgart, ausgerechnet einen derart bürger- und demokratieverachtenden Mann zum Schirmherr erklären und ihn zur Schwulenikone erheben zu müssen?

    Dabei ist bereits jetzt völlig klar, an welcher Stelle und bei wem städtische Gelder weiterhin massiv gekürzt werden (nämlich bei den sozial Benachteiligten und natürlich auch bei Schwulen und Lesben), wenn die unkalkulierbaren Kostenrisiken eines großkapitalistischen Immobilienprojeks wie S21 am Ende zum größten Teil auf die Stadt Stuttgart abgewälzt werden (siehe hier, unbedingt ansehen:
    www.youtube.com/user/WerZahltS21#p/a/u/0/O9Vn50G1uZ4
    )

    Die Berufung des CDU-Politikers Schuster ist also nicht nur in der Sache verheerend, sondern auch strategisch so ziemlich das Dümmste, was man machen konnte. Die Zeit von Herrn Schuster ist spätestens nach der OB-Wahl im kommenden Jahr abgelaufen, und ich selbst werde mich mit großen Teilen unserer schwul-lesbischen Community auch und gerade beim CSD aktiv an den Protesten gegen diesen bürgerfeindlichen Politiker beteiligen! Nicht zuletzt, um deutlich zu machen, dass die schwul-lesbische Community NICHT hinter diesem Mann und seiner schwarz-gelben Lobby-Politik steht - ein Eindruck, der sich nunmehr leider vielen Menschen in Stuttgart und Baden-Württemberg, die auf unserer Seite stehen, aufdrängen wird!
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