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- 15. April 2011 2 Min.

Staatschef Robert Mugabe glaubt, dass Homosexualität eine westliche, antiafrikanische Kultur" ist
Der simbabwische Staatschef Robert Mugabe hat bei der Beerdigung eines Geheimdienstlers vor der westlichen, europäischen Kultur gewarnt, die "Schmutz" wie Homosexualität akzeptiere.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sprach der 87-Jährige am Donnerstag vor tausenden Menschen beim Staatsbegräbnis von Menard Muzariri, dem früheren Vizechef der Central Intelligence Organisation, des In- und Auslandsgeheimdienstes Simbabwes. "Wir kümmern uns nicht darum, was in Europa geschieht - diese unnatürlichen Dinge, wie Beziehungen Mann-zu-Mann und Frau-zu-Frau", so der seit 1980 regierende Diktator. "Wir sagen: 'Das ist deren Land'. Wenn sie ihr Land 'Britisches Schwulenreich' nennen wollen, ist das ihre Sache. Aber das ist nicht unsere Kultur. Wir verurteilen diesen Schmutz." Es sei daher nicht hinnehmbar, wenn "diese Länder so dreist sind, uns zu kritisieren."
Mugabe hat bereits wiederholt Homosexuelle als Gefahr für Simbabwe dargestellt und lässt Verdächtige verfolgen. Schwule sind nach Ansicht des greisen Staatschefs "schlimmer als Schweine und Hunde". Homosexualität sei eine Waffe weißhäutiger Kolonialherren, mit der Afrika weiter kontrolliert werden soll, erklärte der Staatschef wiederholt. Auch mit der Regierungsbeteiligung der Opposition unter Führung von Morgan Tsvangirai hat sich die Lage für Schwule und Lesben nicht verbessert. Tsvangirai, der seit 2009 den Posten des Ministerpräsidenten inne hat, unterstützt die Homo-Politik Mugabes: "Ich erkenne diese Kultur nicht an. Warum sollte man sich nach anderen Männern umschauen, wenn 52 Prozent der Bevölkerung Frauen sind. Es gibt so wenige Männer", erklärte er im vergangenen Jahr (queer.de berichtete).
Simbabwe galt vor Jahrzehnten als Kornkammer Afrikas. Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft im Jahre 1980 übernahm Mugabe das Ruder. Seine vom Hass gegen Europäer geprägten Reformen führten zu einem Niedergang des Landes, der in Hyperinflation und in Hungersnöte mündete. Heute befindet sich Simbabwe auf dem 169. und letzten Platz des von den Vereinten Nationen erstellten Human Development Index - und damit noch hinter Ländern wie Kongo, Äthiopien und Afghanistan. (dk)














