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- 19. April 2011 2 Min.

Die Kusszene aus der BBC-Seifenoper "Eastenders" war den Facebook-Zensoren zu heiß. (Bild: BBC)
Der Konzern Facebook hat sich dafür entschuldigt, ein Bild mit zwei küssenden Männern von seiner Website entfernt zu haben. Der Konzern hatte den Kuss als Verstoß gegen Nutzungsbedingungen gewertet.
Das Bild wurde letzte Woche vom in Großbritannien lebenden Blogger Niall O'Conghaile hochgeladen, der damit auf eine Protestaktion in London hinweisen wollte. Es zeigt zwei voll bekleidete Männer und stammt aus der BBC-Seifenoper "Eastenders", die nicht als jugendgefährdend gilt - für Facebook war das PR-Bild aber zunächst zu heiß: "Der Content, den Sie mit anderen teilen, wurde entfernt, weil er die Nutzungsbedingungen von Facebook verletzt. Es darf nichts auf Facebook geteilt werden, das Nacktheit oder jegliche Art von sexuell anzüglichem Content enthält", schrieb der amerikanische Konzern.
Protestwelle gegen Facebook
O'Conghaile veröffentlichte die Mail, woraufhin viele britische und amerikanische Nutzer das Bild auf ihren Profilen veröffentlichten. Wenigstens einer dieser Facebook-Nutzer wurde vom Konzern verwarnt. Als aber hunderte Beschwerden im kalifornischen Palo Alto eingingen und der Protest die Medien erreichte, machte Facebook einen Rückzieher. In einer E-Mail schrieb Sprecher Andrew Noyes: "Das fragliche Foto verletzt nicht unsere Nutzungsbedingungen und wurde fälschlicherweise entfernt. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten."
Facebook gilt generell als homofreundliche Firma, die etwa schwule und lesbische Mitarbeitern für Steuernachteile entschädigt (queer.de berichtete). Allerdings wurde oft die prüde Zensurpolitik des amerikanischen Konzerns kritisiert. So beurteilte Facebook in der Vergangenheit etwa auch Bilder von stillenden Müttern als "sexuell anzüglich" - auch die Brust eines Transmanns wurde als zu heiß bewertet (queer.de berichtete) - küssende Hetero-Paare waren dagegen nie Gegenstand von Zensur. (dk)














ständig werden schwule Inhalte (auch ganz unbedenkliche wie zwei küssende Männer) zensiert oder andere Formen von Homophobie an den Tag gelegt. Und erst wenn es soviel Protest gibt, dass es dem Image und Einkommen schaden könnte, wird zurückgerudert.
Und jedesmal hört man, es sei ein "bedauerlicher Fehler" gewesen, der nicht mehr passiere. Und kurze Zeit später wieder dasselbe mit den selben unblaubwürdigen Sprüchen.
Man sollte eh nicht zuviel Zeit im Netz verbringen - dann verpasst man zuviel vom realen Leben!