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- 20. April 2011 2 Min.

Die Hauptstadt Kuala Lumpur ist eines der Wirtschaftszentren Südostasiens (Bild: Wiki Commons / Daniel Berthold / CC-BY-SA-3.0)
In Malaysia sind 66 Schüler im Alter zwischen 13 und 17 Jahren wegen "weiblicher Verhaltensweisen" zwangsweise in ein Lager eingewiesen worden - damit soll Homosexualität verhindert werden.
Die muslimischen Jugendlichen aus dem Bundesstaat Terengganu wurden von ihren Lehrern als "zu feminin" an staatliche Behörden gemeldet. Sie müssen nun ein mehrtägiges Programm absolvieren, in dem insbesondere die Fächer Religion und Sport im Vordergrund stehen, melden internationale Nachrichtenagenturen.
Ein Sprecher des Bildungsministeriums erklärte, so werde ihnen ein "richtiger Start ins Leben" ermöglicht. Er sagte, dass die Jungen ansonsten schwul und transsexuell werden könnten. Die Regierung macht Eltern für homosexuelles Verhalten verantwortlich. So würden Jungen homosexuell, wenn sie in jungen Jahren weibliche Kleidung getragen hätten.

Frauenministerin Shahrizat Abdul Jalil
Das Straflager ist jedoch selbst in der konservativen Regierung in Kuala Lumpur nicht unumstritten. So erklärte Frauenministerin Shahrizat Abdul Jalil, dass die Lager die Jugendlichen traumatisieren würden. Außerdem würde die zwangsweise Einweisung in diese Lager gegen Jugendschutzrichtlinien verstoßen. Immerhin hätten die Schüler nicht gegen Gesetze verstoßen.
Nicht geschlechtskonformes Verhalten wurde bereits wiederholt von der malaiischen Regierung kritisiert. So erklärte eine staatliche Religionsbehörde 2008, dass es Frauen verboten sei, sich wie Männer zu kleiden oder einen "männlichen Lebensstil" zu führen (queer.de berichtete).
In Malaysia stehen selbst auf einvernehmliche homosexuelle Handlungen bis zu 20 Jahren Haft oder Auspeitschung. Muslimische Schwule können in islamischen Sondergerichten zusätzlich belangt werden. 60 Prozent der Malaysier sind Muslime, ein Austritt aus der Religionsgemeinschaft ist verboten. Trotz der schlechten Rahmenbedingungen hat sich in der Hauptstadt Kuala Lumpur eine schwule Szene entwickelt, die vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird. Es kommt aber immer wieder zu Razzien in der Szene (queer.de berichtete). (dk)













