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  • 26. April 2011 10 2 Min.

Stacey Campfield gehört zu den konservativsten Politikern im republikanischen Tennessee

Erste parlamentarische Hürden hat ein Gesetz in Tennessee genommen, das es Lehrern verbieten würde, in der Schule über Homosexualität zu sprechen.

Das "Don't Say Gay"-Gesetz (SB49) ist vom republikanischen Senator Stacey Campfield eingebracht worden. Es soll Lehrern bis zur achten Klasse verbieten, im Unterricht das "Thema menschliche Sexualität mit Ausnahme von Heterosexualität" zu behandeln. Bereits in der letzten Woche hat ein Parlaments­ausschuss mit fünf gegen vier Stimmen das Gesetz durchgewunken. Nun ist unklar, ob es in beiden Kammern eine Mehrheit der Abgeordneten erhalten wird.

Das Gesetz ähnelt der britischen "Section 28", die von 1988 bis 2003 gültig war. Das Gesetz führte unter anderem dazu, dass Schulen nicht mehr gegen Homohass oder Diskriminierung von schwulen und lesbischen Schülern vorgehen konnte. Es wurde von britischen Homoaktivisten über Jahr als Symbol für die Diskriminierung von Schwulen und Lesben bezeichnet.

Campfield: Lehrer machen "Werbung" für Homosexualität

Campfield sieht jedoch keine Diskriminierungsgefahr für schwule und lesbische Schüler, sondern warnt vor Lehrern, die offen mit dem Thema umgehen: "Es gibt Beweise dafür, dass Lehrer in Schulen für Homosexualität werben", erklärte der Republikaner im "Fox News Radio", ohne Details zu nennen. Das sei schädlich, weil Homosexualität nach Ansicht des unverheirateten 42-Jährigen ein "Lebensstil" sei, der immer zu gesundheitlichen Problemen führe.

Homo-Aktivisten zeigten sich entsetzt über den Gesetzentwurf. Es könnte viele Bücher aus Schulen verbannen, die von Schwulen wie Tennessee Williams oder Oscar Wilde geschrieben wurden. "Das heißt auch, dass sie nie über Homo-Fragen diskutieren können, sogar nicht mit Schülern, die selbst schwul oder lesbisch sind oder homosexuelle Eltern haben", erklärte Ben Byers vom Tennessee Equality Project.

"Don't Say Gay" ist nicht der einzige umstrittene Gesetzentwurf im Bildungsbereich, für das Campfield in der letzten Woche geworben hat. Er brachte auch ein Gesetz ein, das es Professoren und anderen Angestellten in staatlichen Universitäten erlauben würde, Schusswaffen zu tragen. Laut Campfield seien so die Studenten sicherer.

Captain Sulu will helfen


George Takei in "Raumschiff Enterprise" (1966)

Via Twitter hat Schauspieler George Takei ("Raumschiff Enterprise") bereits eine Lösung angeboten, falls das Homosprechverbot tatsächlich Gesetz wird: Er will seinen eigenen Namen anbieten und Lehrer animieren: "It's okay to be Takei" (gesprochen: Tak-Gay) zu sagen.

Ein ähnliches Verbot existiert in Europa derzeit in Litauen: Die baltische Republik hat ihre "Section 28"-Version im vergangenen Jahr eingeführt, was zu Protesten im Europaparlament geführt hat (queer.de berichtete). Zwar gab es deswegen bislang keine Verurteilungen, allerdings erklärten litauische Homo-Aktivisten, dass es die Lehrer nachhaltig eingeschüchtert hat. (dk)

-w-

#1 Knueppel
  • 26.04.2011, 15:53h
  • Dieser Schwachsinn (so zu tun, als würde die sexuelle Identität/Orientierung/Ausrichtung durch das Benennen selbiger verändert) sollte von uns massiv bekämpft werden.

    Es ist mittelalterliches Angstverhalten von Institutionen und gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich nur halten können, wenn sie drohen und Angst erzeugen.

    Genau das Gegenteil vom "Don't Say Gay" Schwachsinn ist dringend notwendig:
    Kinder müssen schon früh lernen, dass menschliche Sexualität und Verhaltensweisen nicht ausschließlich "Mutti und Vati" bedeuten, sondern dass schwule Männer, lesbische Frauen, Transgender etc. (und entspreched schwule und lesbische Paare etc.) selbstverständlicher Bestandteil jeder Gesellschaft sind (mal deutlicher sichtbar und mal nicht, weil z.B. stark sanktioniert).

    So aufgeklärt wird den (oft tödlich endenden, Stichwort: erhöhte Suizid-Gefahr von schwulen und lesbischen Jugendlichen, Stichwort: It Gets Better YouTube Kampagne) Konflikten vor, während und nach einem Coming-Out wirksam vorgebeugt.

    Siehe dazu auch das Motto des diesjährigen CSD in Stuttgart:
    www.queer.de/detail.php?article_id=13559

    Und solch ein Video ist für Kinder und Jugendliche tausend mal mehr wert, in Sachen Heranwachsen zu starken und nicht verängstigten, mit Schuldgefühlen befrachteten, Erwachsenen, als solche dummen "Don't Say Gay" Vorschriften:

    www.youtube.com/watch?v=qXuhNL2xTvg&feature=player_embedded
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#2 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 26.04.2011, 16:29h

  • Tennessee gehört zum sogennanten Bibel-Gürtel und ist einer der konservativsten US-Staaten, was man ja auch an diesem Beispiel wieder sieht. Falls dieses unsägliche Gesetz wirklich durch beide Kammerm durchkäme, müsste es dringend vor dem obersten Gerichtshof angefochten werden!
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#3 HomerAnonym
  • 26.04.2011, 17:24h
  • Schon wieder ein Beispiel US-amerikanischen Schwachsinns...

    Wäre es nicht so traurig und hätte es nicht so negative Auswirkungen, könnte man darüber nur noch lachen.

    Und wären die Amis nicht so mächtig, wäre diese Nation die Lachnummer der Welt...
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