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- 27. April 2011 2 Min.

David Bahati sieht Homosexuelle als Gefahr für die ugandischen Familien an
Die Todesstrafe für Schwule ist in Uganda nach Aussagen von mehreren Parlamentariern vom Tisch - trotzdem sollen Gesetze gegen Homosexuelle verschärft werden.
David Bahati, ungandischer Abgeordneter der Regierungspartei NRM, erklärte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, dass er wegen des internationalen Drucks "Zugeständnisse" in seinem "Antihomosexualitätsgesetz" machen würde. "Die Todesstrafe ist etwas, das jetzt nicht mehr aktuell ist", sagte der 37-Jährige. Bahati hatte den Gesetzentwurf vor anderthalb Jahren ins Parlament eingebracht, in dem die Todesstrafe für "schwere Homosexualität" vorgesehen ist - etwa wenn einer der "Täter" HIV-positiv ist. Bereits jetzt drohen bis zu 14 Jahre Haft, selbst für einvernehmliche homosexuelle Aktivitäten.
Nach Angaben des Vorsitzenden im Justizausschuss soll über ein abgewandeltes Antihomosexualitätsgesetz bis zum Ende der Legislaturperiode am 12. Mai abgestimmt werden. "Wir schauen, wie weit wir mit dem Gesetz gehen können", erklärte Stephen Tashobya. "Wir können es schaffen, wir haben nur eine begrenzte Zeit. Viele Leute hatten Probleme mit der Todesstrafe. Ich bin überzeugt, dass noch weitere Einwände vorgetragen werden." Der Gesetzentwurf sieht derzeit etwa vor, dass sich ugandischen Staatsbürgern, die im Ausland gleichgeschlechtlichen Sex haben, bestraft werden können. Außerdem müsste jeder Einheimische verdächtige Homosexuelle melden, um nicht wegen Unterstützung einer Straftat belangt zu werden.
Internationale Proteste
Die Todesstrafe-Androhung für schwule Männer hatte seit Oktober 2009 zu weltweiten Protesten geführt. So gab es Resolutionen des US-Senats, des EU-Parlaments und des Deutschen Bundestages. Großbritannien hatte ein Einreiseverbot für den Initiator des Gesetzenwurfs angekündigt, der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) im Falle einer Verabschiedung mit der Kürzung der Hilfsmaßnahmen für Uganda gedroht (queer.de berichtete). Präsident Yoweri Museveni soll daraufhin Druck auf das Parlament ausgeübt haben, das Gesetz zu entschärfen. Er gilt aber auch als Unterstützer einer harten Linie gegen sexuelle Minderheiten. So erklärte er unlängst, dass europäische Schwule versuchten, Ugander "anzuwerben": "Wir haben früher Herr und Frau gesagt, jetzt heißt es Herr und Herr. Was ist hier los?", fragte der Präsident.
Mit dieser Einstellung spricht der Museveni seinen Untertanen aus der Seele. In Uganda erklärten einer internationalen Umfrage des Pew Research Center vom letzten Jahr 79 Prozent der Ugander, dass Homosexualität "moralisch falsch" sei. Immerhin ist die Zahl der Homohasser zuletzt zurückgegangen: In einer Pew-Umfrage aus dem Jahr 2007 sprachen sich noch 96 Prozent der Ugander gegen Homosexualität aus. (dk)













