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  • 01. Mai 2011 44 2 Min.

Wo geht die Gay-Community in München demnächst aus? (Bild: jerome_Munich / flickr / by 2.0)

Das Glockenbachviertel war in den vergangenen Jahren beliebt bei Schwulen und Lesben. Das ändert sich gerade drastisch.

Von Carsten Weidemann

Die Münchner Abendzeitung schlug Alarm: In einem großen Bericht vom 30. April schildert sie, wie sich gerade die Stimmung im Glockenbachviertel, dem traditionellen Treffpunkt der schwul-lesbischen Community in der bayrischen Landeshauptstadt, verändere. Homofeindliche Töne seien jetzt öfters zu hören, Szenekneipen hätten dicht gemacht. Das "Rosa Viertel" drohe, seine bunte Vielfalt zu verlieren, was die CSU-Stadträte Richard Quaas und Georg Schlagbauer jetzt sogar als Thema in den Stadtplanungsausschuss brachten.

Zwei Trends kommen nach Meinung der Politiker in dem Stadtbezirk zum Tragen: Zum einen steigen die Mieten und liegen höher als im Durchschnitt. Schwule und Lesben mit geringerem Einkommen ziehen weg. Zum anderen eröffnen immer mehr allgemeine Bars und Clubs, die mehr heterosexuelles Publikum anziehen - und damit auch mehr Leute, die sich weniger tolerant zeigen. Auch wenn nach Angaben der Polizei keine steigenden Fallzahlen aus dem Viertel registriert werden, so ergeben die Beobachtungen von Anwohnern und langjährigen Szenegängern ein anderes Bild. Beschimpfungen und Tätlichkeiten hätten zugenommen.

Nur noch drei von neun schwulen Kneipen sind übrig

Dass es einen Verdrängungswettbewerb gäbe, so schreibt die Abendzeitung, zeige sich auch an der Zahl der Kneipen: "In der Hans-Sachs-Straße gab es einmal neun Schwulen-Kneipen, jetzt sind drei übrig geblieben. Auch die Teddy-Bar musste umziehen, residiert nun in der Pestalozzistraße, das Mylord machte ganz zu", schreibt das Blatt.

Was tun? Münchens offen schwuler Stadtrat Thomas Niederbühl von der Rosa Liste hofft zum einen, dass die Münchner Partykarawane, die sich mit Schwulen und Lesben nicht so gut vertragen mag, einfach bald weiterziehen wird. Zum anderen gäbe es nach wie vor nichtkommerzielle Anlaufstellen: "Immerhin hat die Stadt es aber geschafft, schwul-lesbische Organisationen im Glockenbachviertel in städtischen Gebäuden anzusiedeln", so Niederbühl.

-w-

#2 LolitaAnonym
  • 01.05.2011, 20:51h
  • Es gibt kein Menschenrecht auf billige Altbauwohnungen in der Innenstadt. Wer nicht das Geld hat, solche Wohnungen zu bezahlen, muss eben in die Vororte ziehen. So funktioniert nunmal Marktwirtschaft.
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#3 seb1983
  • 01.05.2011, 21:39h
  • Antwort auf #2 von Lolita
  • Vom Prinzip her zwar richtig, aber es liegt an den Städten durch entsprechende Weichenstellung ein funktionierendes Miteinander zu schaffen. Das beinhaltet auch eine ausreichende Bereitstellung bezahlbaren Wohnraumes und etwa auch eine vorhandene Nahversorgung und Verkehrsversorgung etc. etc.
    In der Regel werden entsprechende Bevölkerungsgruppen aber dann auf andere Stadtteile ausweichen und es geht von vorne los.
    Aufhalten lässt sich so etwas kaum, man kann den Besitzern ja nicht verbieten zu modernisieren, wenn man nach DDR Manier die Mieten deckelt verfaulen die Innenstädte.
    Bei einem bleibt sich München aber treu: Billig wirds nirgendwo...
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