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- 08. Mai 2011 3 Min.

Eine Mutter und ihr schwuler Sohn: Szene aus dem Film "Prayers for Bobby"
Die existentielle Bedeutung der Mütter für die Menschheit und die Welt ist offenkundig, doch ihr Wesen ist unergründlich und rätselhaft. Ein Standpunkt zum Muttertag.
Von Jürgen Friedenberg
Mütter tragen die Zukunft im Leib, sie wagen immer wieder das risikoreiche Abenteuer der Menschwerdung - von der Empfängnis bis zur Entbindung; sie übernehmen die Verantwortung für die Neugeborenen und die heranwachsenden Kinder und - nicht zu vergessen - auch noch für die pflegebedürftigen Alten. Woher nehmen Mütter nur die Kraft für ihr umfangreiches, segensreiches Tun?
Mütter bestimmen maßgeblich das Familiengeschehen, sie rackern sich, wenn es sein muss, für schäbigen Lohn ab, lehren die Kinder, im Lebenskampf zu bestehen, trösten sie, wenn das nicht immer gelingt, ermutigen sie dann zu neuem Beginn. Nicht selten machen sie sich kühn zu Fürsprechern ihrer anders gearteten Kinder, riskieren dabei sogar den Bruch ihrer Ehe oder Partnerschaft. Mütter brauchen aber Zeit nicht nur für ihre Kinder, sondern gelegentlich auch für sich selbst, und für ihre Männer. Was sie manchmal überfordert, zumal dann, wenn ihre Männer lustvoll an solchen Tagen nach ihnen verlangen, an denen es sie gar nicht nach Männern verlangt. Frau und Mutter sein und auch geliebte Gefährtin bleiben - sagt, wie schafft ihr das das alles bloß?
Mütter sind in Wahrheit das starke Geschlecht

Woher nehmen Mütter nur die Kraft für ihr umfangreiches, segensreiches Tun?
Frauen, insbesondere Mütter, sind in Wahrheit das starke Geschlecht. Freilich, nicht alle Mütter bewältigen ihr riesiges Pensum restlos, manches bleibt unerledigt liegen. Auf Unverständnis statt auf Hilfsbereitschaft stößt häufig das Verhalten von Müttern, denen die Lebensreife fehlt und die daher weder mit sich noch mit ihren Kindern zurecht kommen. Und viele Mütter verzweifeln, wenn sich Männer und Väter nicht liebevoll um Frau und Kinder kümmern.
Ich muss gestehen, Frauen und insbesondere Mütter sind mir ein Rätsel. Auch wenn ich an meine Mutter denke, bleibt vieles im Dunkel. Ich weiß nur, sie war immer für uns da, solange wir Kinder noch Kinder waren, und das genügte uns. Mutter zeigte uns ihre Liebe zwar selten direkt, aber wir spürten ihre Zuneigung, auch wenn sie uns nicht oft in den Arm nahm. An Küsse von ihr kann ich mich gar nicht erinnern, die holte ich mir später anderswo. Aber ob mit, ob ohne mütterliche Liebkosungen - meine Mutter war meine Mutter, auch wenn sie mir letztlich fremd blieb und ich ihr wahrscheinlich auch. Leider.
Vergesst am Muttertag aber nicht die Väter, die Kinder so gut wie eine Mutter betreuen - sie verdienen selbstverständlich genau soviel Anerkennung und Lob wie die weiblichen Mütter. Ob als Dankeschön ein Maiglöckchenstrauß oder das Muttertagsfrühstück im Bett reicht, mag ich nicht entscheiden.















(*das hat diese Bloggerin mir, während unserer gemeinsamen Zeit bei 'ZO', einst glaubwürdig versichert)
"Muttertag"
www.freitag.de/community/blogs/corina-wagner/muttertag-