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- 13. Mai 2011 2 Min.

Michael Kempter war einst der jüngste deutsche Schiedsrichter, der jemals in der Fußball-Bundesliga zum Einsatz kam
Ex-DFB-Funktionär Manfred Amerell ist mit seiner Schmerzensgeldklage gegen den früheren Schiedsrichter Michael Kempter gescheitert. Kempter hatte Amerell sexuelle Belästigung vorgeworfen.
Das Landgericht im schwäbischen Hechingen wies die Forderung Amerells nach Zahlung von 150.000 Euro Schadensersatz zurück. Die Beziehung der beiden Männer war für das Gericht problematisch, da Amerell Kempters Vorgesetzter war: "Der Missstand besteht darin, dass Herr Amerell ein enges Verhältnis zu Herrn Kempter unterhielt und gleichzeitig über seine Einsätze als Schiedsrichter entschieden hat. Das ist nicht tragbar", erklärte Richter Alexander Meinhof nach Angaben des "Sportinformationsdienstes". Die Schlammschlacht geht aber weiter: Amerell hat nach der Urteilsverkündung erklärt, er werde Berufung einlegen.

Das schlechte DFB-Krisenmanagement provozierte eine reißerische Berichterstattung in der Presse
Die Schiedsrichter-Affäre wurde Anfang 2010 öffentlich, nachdem der jetzt 28-jährige Kempter Amerell beim DFB der sexuellen Nötigung bezichtigt hatte. Der Beschuldigte erklärte dagegen, zwischen ihm und dem Schiedsrichter habe eine "intensive private Freundschaft" bestanden, bei der nichts gegen den Willen des anderen geschehen sei. Um dies zu beweisen, veröffentlichte Amerell private SMS-Nachrichten (queer.de berichtete). Der DFB hatte Amerell inzwischen beurlaubt. Im Mai stellte die Staatsanwaltschaft Augsburg das Verfahren gegen den ehemaligen Funktionär jedoch ein (queer.de berichtete).
Auch Kempters Gang an die Öffentlichkeit war für das Gericht kein Rechtsbruch, da sich Amerell zuerst an die Presse gewandt habe - und dabei den Namen Kempter ins Spiel gebracht habe. Der Schiedsrichter habe "darauf nur reagiert". Einen vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich lehnte Amerell ab. Nach dem Vorschlag hätte Amerell auf die Schadensersatzforderungen verzichten müssen und beide Seiten hätten sich verpflichten müssen, keine weiteren Geschichten in der Presse zu verbreiten.
Amerell warf Kempter auch vor, vor DFB-Juristen anders ausgesagt zu haben als im Landgericht. Vor dem DFB soll Kempter behauptet haben, zu Beginn seiner Schiedsrichterkarriere Kontakt mit Amerell vermieden zu haben, weil er von dessen sexuellen Interesse gewusst hatte. Beim Landgericht habe er erklärt, er sei bereits als 18-Jähriger während eines Lehrgangs von Amerell geküsst worden. (dk)









