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- 18. Mai 2011 2 Min.

Ob die Asylbewerber auch ein T-Shirt nach dem Test erhalten? (Bild: tank-shirts.de)
Tschechien lässt die Homosexualität von Asylbewerbern mittels Pornografie testen. Dagegen hat die EU-Kommission jetzt eine Untersuchung eröffnet.
Den seit letztem Jahr angewendeten "phallometrischen Tests" werden Asylbewerber ausgesetzt, die angeben, in ihrem Heimatland wegen ihrer Homosexualität verfolgt zu werden. Dabei wird ein Messgerät am Penis des Asylbewerbers befestigt, der unter anderem die Anschwellung und Härte des Geschlechtsorgans misst. Zeigt der Asylbewerber Erregung bei heterosexueller Pornografie, gilt dies als Indiz, dass sein Asylgesuch vorgeschoben ist.
EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat diese Vorgehensweise in einem Brief an den tschechischen EU-Botschafter als "entwürdigend" gebrandmarkt. Dagegen werde die Kommission vorgehen: "Die Praxis der phallometrischen Tests ist ein großer Eingriff in die Privatsphäre und die menschliche Würde. Diese Art der Behandlung darf in der Europäischen Union - und anderswo - nicht akzeptiert werden." Folter und "demütigende Behandlung" seien nach europäischem Recht verboten, so Malmström.

Die schwedische EU-Kommissarin Cecilia Malmström will gegen die Penis-Tests vorgehen. (Bild: Baltic Development Forum / flickr / by 2.0)
Bereits im Dezember hatte die EU-Agentur für Grundrechte die Penistest-Praxis in Tschechien kritisiert, da sie "kaum mit bestehenden Menschenrechtsstandards" in Einklang zu bringen sei (queer.de berichtete). Gerade Bewerber, die in ihrem Heimatland misshandelt worden sind, könnten durch eine so erniedrigende Behandlung weiter traumatisiert werden, befürchtet die Agentur. Außerdem sei es nicht sicher, dass der Test zuverlässige Ergebnisse liefern könne.
Die Regierung in Prag hatte die Kritik der Agentur zurückgewiesen. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte damals, dass es keine andere Möglichkeit gebe, die Homosexualität eines Asylbewerbers nachzuweisen (queer.de berichtete). Der Test werde bislang nur in Zweifelsfällen angewendet und sei freiwillig. Allerdings wies die Agentur für Menschenrechte bereits darauf hin, dass die Freiwilligkeit fraglich sei; immerhin würde es sich negativ auf den Asylantrag auswirken, wenn ein Bewerber den Test verweigert. (dk)















Wirkt so als hätten sie Angst das dann zu viele mit Errektion auf schwule Pornographie reagieren würden
Wie auch immer, solche Tests sind menschenverachtend und verletzen die Intims- und Privatsphäre