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  • 18. Mai 2011 24 2 Min.

In der WDR-"Lokalzeit aus Köln" war die Demo für David Berger am Dienstag das Top-Thema (Bild: WDR)

Vor dem Kölner Hauptbahnhof sind am Dienstag rund 500 Schüler eines Erftstädter Gymnasiums gegen die Entlassung ihres schwulen Religionslehrers durch Kardinal Joachim Meisner auf die Straße gegangen.

Dem Theologen David Berger war Anfang Mai die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen worden, weil er nach Angaben des Bistums "nicht mehr glaubwürdig im Sinne der katholischen Kirche unterrichten" könne (queer.de berichtete). Berger hatte sich zuvor als schwul geoutet und im Buch Der heilige Schein die Homophobie innerhalb der Kirche kritisiert.


Die Schüler forderten auf Plakaten die Gleichbehandlung von Homosexuellen durch die katholische Kirche

Die Schüler des Ville-Gymnasiums argumentierten auf Plakaten und in Interviews, dass ein Lehrer nicht nur wegen seiner sexuellen Orientierung entlassen werden dürfe: "Für uns kam das so rüber, dass er das Lehramt nur verloren hat, weil er schwul ist. Das ist für mich kein Grund", erklärte ein Schüler gegenüber der WDR-"Lokalzeit aus Köln".

Die katholische Kirche erklärte jedoch, dass die sexuelle Orientierung Bergers keinen Ausschlag gegeben habe. Vielmehr sei der Theologe zu kritisch mit seinem Arbeitgeber gewesen: "Kann jemand, der die Kirche so angreift, wie David Berger das öffentlich getan hat, gleichzeitig noch überzeugend Religionslehrer sein", sagte Bistumssprecher Christoph Heckeley, "Die Frage muss man klar mit Nein beantworten."


David Berger darf nach dem kirchlichen Bannstrahl nicht mehr an staatlichen Schulen Religion unterrichten.

Berger selbst hat an der Demo nicht teilgenommen, wohl aber sein Lebensgefährte: Klaus Krauss erklärte, dass er bereits seit 22 Jahren an der Seite von Berger stehe und dieser nur aufgrund "seiner Liebe zu mir" entlassen wurde. "Das haben die in der Erklärung zwar nicht geschrieben, man kann es aber herauslesen", erklärte er gegenüber der Zeitung "Die Welt".

Auch die Theologin Uta Ranke-Heinemann nahm an der Demonstration für David Berger teil. Sie hatte bereits 1987 ihren kirchlichen Lehrstuhl verloren, weil sie die Jungfräulichkeit Marias bei der Geburt von Jesus Christus anzweifelte. (dk)

-w-

#1 Franky_Eyes
  • 18.05.2011, 12:28hBerlin
  • Ich bin mir sicher, das er noch weiter Unterrichten kann.
    Er hat die Kirche, nicht die Religion angegriffen.
    Das sind 2 verschiedene Sachen auch wenns die Kirche anders gerne darstellen würde.
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#2 XYZAnonym
  • 18.05.2011, 12:32h
  • Super Aktion wird aber sehr wahrscheinlich an der ach so tollen Kirche einfach nur abprallen.
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 18.05.2011, 12:41h
  • Auch diese Demonstration zeigt wiedereinmal sehr deutlich, dass die Gesellschaft in Deutschland in grossen Teilen ganz anders denkt, als es Menschen wie Kardinal Meissner oder Ratzinger symbolisieren.

    Die Demonstration ist ein erneutes Beispiel, das die Stimmungslage in Deutschland aber auch in benachbarten EU-Ländern wie Frankreich, Belgien, Irland oder Spanien gegen die Vatikanleitung gekippt ist.

    Sehr symptomatisch zeigen dies auch die offiziellen Erklärungen des Zentralkomitees der Katholiken mit Ihrer Kritik an der offiziellen vatikanischen Haltung bei verschiedenen Reformfragen als auch das aktuelle Memorandum "Kirche 2011", das von 311 katholischen Theologieprofessoren unterzeichnet wurde.

    Die Vatikanleitung um Ratzinger iläuft in eine theologische Sackgasse, produziert mit ihrer diskriminierenden Haltung Priestermangel und schadet so letztlich den Ortsgemeinden, da keine katholischen Priester in ländlichen Dorfgemeinden mehr vor Ort sind und überall Seelsorgeeinheiten daher entstehen.

    Dieser von der Gesellschaft des 21. Jhd. wegführende Weg, der unter dem polnischen Papst begann und sich unter Ratzinger fortsetzt und sogar noch verschlimmert (siehe Anerkennung der Piusbrüder als Holocaustleugner und Wiedereinführung der lateinischen Messe mit Tingeltangelkostümen), wird die Kirchen entgültig bei den Katholiken leeren.

    Wer als homosexueller junger Mann noch Priesteramtskandidat wird, der muss absolut verrückt sein. Denn es gibt bessere protestantische, anglikanische und altkatholische Kirchen, wo er offen leben kann und nicht sich ein Leben lang verstecken muss.

    Beispielsweise haben nunmehr die Landeskirchen der EKD ein sehr modernes einheitliches Pfarrdienstrecht, das in allen Pfarrhäusern offen verpartnerte Pfarrer zuläßt.

    Der Vatikan rennt unter Benedikt ins gesellschaftiche Aus und ist selber Schuld daran, dass er seinen Volkskirchenstatus in Deutschland im 21. Jhd. verliert.
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