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Philipp Lahm warnt schwule Spieler vor "Schmährufen" der Fans

Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm rät schwulen Profifußballern davon ab, sich öffentlich zu ihrer Sexualität zu bekennen - denn Fans können grausam sein.

Im Interview mit der "Bunten" erklärte der verheiratete Außenverteidiger, dass ein Coming-out einem einzelnen Spieler viel Kummer bereiten könnte: "Für denjenigen, der es tut, würde es sehr schwer werden. Ein offen schwuler Fußballer würde Schmährufen ausgesetzt sein", sagte der 27-jährige Kapitän des FC Bayern München. "Es ist schade, aber Schwulsein ist im Fußball - anders als in Politik und Showgeschäft - immer noch ein Tabuthema". Er selbst habe jedoch "keinerlei Berührungsängste" mit Schwulen. Ein homo­sexueller Mitspieler wäre deshalb für ihn kein Problem.

Lahm wurde 2008 für seinen Einsatz gegen Homophobie mit dem Tolerantia-Preis des Berliner Antigewaltprojekts Maneo ausgezeichnet (queer.de berichtete). Lahm wurde unter anderem geehrt, weil er als erster Profifußballer einem schwulen Magazin zum Thema Homosexualität Rede und Antwort gestanden hatte (queer.de berichtete).

Wie verbreitet Homophobie noch immer im Profifußball ist, zeigte vor wenigen Wochen DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, als er einen "Tatort" über schwulen Profifußballer als "Angriff auf meine Familie - die Familie der Nationalelf" bezeichnete (siehe Homo-Gurke).

Zuletzt hatte der deutsche Nationaltorwart Manuel Neuer in der "Bunten" schwulen Profifußballern noch das Coming-out empfohlen: "Auch die Fans werden sich schnell daran gewöhnen. Wichtig ist die Leistung", glaubt der 24-jährige Noch-Schalke-Spieler (queer.de berichtete). Andere sind sich - wie auch Lahm - nicht so sicher: So erklärte Werder Bremens Torhüter Tim Wiese, dass Fußball ein "Macho-Sport" mit "erbarmungslosen" Fans sei und daher ein Coming-out schmerzhaft werden könnte (queer.de berichtete). Ähnlich äußerten sich VfB-Präsident Wolfgang Staudt und der frühere Frankfurter Trainer Christoph Daum. Daum erklärte im März diesen Jahres, dass er sich ein Coming-out nur in der Gruppe vorstellen könne - und dieses auch begrüßen würde. Noch vor drei Jahren hatte Daum jedoch geglaubt, dass Schwule im Fußball Kinder gefährden könnten. Später entschuldigte sich der damalige Kölner Trainer für diese Aussage (queer.de berichtete). (dk)

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#1 BenniAnonym
  • 18.05.2011, 18:03h
  • Da hat er leider recht.
    Ich weiss das es zurzeit aktive schwule Profispieler gibt, würde aber niemals einen fremdouten weil das massive Probleme mit sich zieht. Wenn ein schwuler Spieler einmal weniger gute Leistungen erbringt, wird es auf die Homosexualität geschoben usw.
    Trotzdem wäre es sehr wichtig für Homosexuelle wenn sich jemand outen würde weil dann jeder sehen kann das es Homosexualität überall gibt und Fussball nichts mit der sexuellen Orientierung zutun hat. In Schweden hat sich ja einer geoutet, aber verletzungsbedingt wird er trotz Talent nie ganz oben spielen. Vielleicht hat er sich nur deswegen getraut sich zu outen weil er wusste seine Karriere wird nie ganz oben stattfinden.
    Aber nicht nur im Profifussball sondern überall gibt es noch Probleme offen schwul oder lesbisch zu sein. Wenn man die aktuelle Umfrage sieht lebt mehr als die Hälfte der Queer.de Leser entweder teilweise oder komplett ungeoutet
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#2 julian21
  • 18.05.2011, 18:25h
  • So langsam nerven mich diese Profis und Experten, die ihren schwulen Kollegen raten sich bloß nicht zu outen. Wie soll sich denn je etwas ändern, wenn man nicht auch mal Mut macht? Stattdessen wird den Homohassern in die Karten gespielt: Sie wollen keine Schwulen sehen und genau das bekommen sie durch diese Entmutigung der schwulen Spieler auch.

    Mir sind auch besonders Lahms Worte viel zu schwammig, viel zu uneindeutig. Is ja schön, dass er nichts gegen uns hat, aber wenn ihm und den anderen etwas daran liegen würde, dass sich endlich mal etwas ändert, würden konkretere Taten folgen.

    Er sollte Homophobie mal wirklich den Kampf ansagen und all denen, die Schmährufe nutzen würden (also alle homophoben bzw. pseudoaufgeklärten Fatzen), sagen, was er von ihnen hält. So baut man nämlich eine soziale Erwartung oder ein sozial erwünschtes Verhalten auf, die gerade durch die Unterstützung von hohen Tieren noch verstärkt wird.
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#3 alexander
  • 18.05.2011, 18:34h
  • jedes coming out ist schmerzhaft, nicht nur in der "fussballwelt"!!!
    fakt ist : den junx ist erstmal die kohle wichtiger !
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