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  • 19. Mai 2011 28 2 Min.

Vor wenigen Wochen hat sich der offen schwule Medienjournalist Stefan Niggemeier in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" über den Kabarettisten Serdar Somuncu aufgeregt. Nach dessen Witz, Guido Westerwelle verhalte sich "nicht dilettantisch, sondern dilettuntisch", unterstellte ihm Niggemeier, ein Problem mit Homosexuellen zu haben: "Er macht daraus auch keinen Hehl. Aber weil er als Kabarettist auftritt, denken die, die nicht mitlachen, er meint das ironisch."

In einer anderen Sendung habe Somuncu erzählt, wie er sich vor Hella von Sinnen und Anne Will ekelt. Niggemeier schreibt dazu: "Er hetzt [in der Show] so überzeugend gegen Lesben, dass es egal ist, ob er da womöglich eine Rolle spielt und das demaskierend meint: Die Show ist geilster Porno für Lesbenhasser".

On3-Südwild, das Jugendmagazin des Bayerischen Rundfunks, hat den 17. Mai, also den Internationalen Tag gegen Homophobie genutzt, um mit Somuncu zu sprechen. Der sagt, er sei nicht verantwortlich für die Missverständnisse, die aus seiner Arbeit entstüden. Und, im großen und ganzen: er sei kein Nazi. Stefan Niggemeier habe dieses Anti-Nazi-Sein zu wenig berücksichtigt, er hätte sich mehr mit seiner Arbeit beschäftigen sollen, denn er mache sich als Kabarettist über alles und jeden lustig.

Stattdessen werde "Lobby-Echauffage" betrieben, und es sei eines seiner Ziele, "dies zu entlarven". Das Problem ist nur: Die wenigen Ausschnitte, die der BR-Beitrag aus dem Schaffenswerk Somuncus zusammenfasst, zeigen keine Witze auf Meta-Ebene, wie er behauptet, sondern homopbobe Schenkelklopfer, die doch eher seine als die Homophobie des Publikums entlarven. Und was soll die Meta-Ebene überhaupt sein? Wenn Somuncu derart missverstanden werden kann, hat er ein Problem, nicht Niggemeier. (nb)

-w-

#1 nachdenken
  • 19.05.2011, 22:27hBerlin
  • Das schlimme bei solchen Darbietungen sind die zahlenden Zuschauer, die sich sowas anschauen und sich auf ihre fetten Schenkel klatschen. Ein großer Teil seiner Programme ist alles andere als lustig. Aber die bewegten Gutmenschen erfreuen sich ja solcher Darbietungen – im tiefsten Innern wird dann doch die Einfachheit ihrer Denkstrukturen befriedigt und ein „Biotürke“ darf dies natürlich sagen. Dies ist wie die heimlich verspeiste Bratwurst des militanten Vegetariers.
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#2 NiallMtG
  • 19.05.2011, 22:32hNeumonster
  • Er macht über alles Witze, auch über Schwule. Ich mag ihn und seinen Humor.
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#3 julian21
  • 19.05.2011, 22:46h
  • An seiner Idee, die Doppelzüngigkeit des Publikums zu entlarven, ist ja nichts auszusetzen.

    Das fiese an seinem Programm ist aber, dass die "Minderheiten" fertig gemacht werden, der nicht schwule/lesbische/behinderte Otto-Normal-Verbraucher mit rassitischen, homophoben oder wie auch immer xenophob gearteten Tendenzen aber ohne JEGLICHEN Hinweis auf diese Widerlichkeiten nach Hause gehen darf.

    Das zeigt auch wunderbar dieser Kommentar (übrigens von einem 48-jährigen) zum verlinkten YouTube-Video:

    "diletuntisch ist ein schönes Wort..warum soll man nicht auch Schwächen von Homosexuellen benennen können. Diese Vergötterung und Wichtignehmerei von Schwulen und Lesben geht mir gehörig auf den Senkel. Mittlerweile ist die allgemeine sexuelle Ausrichtung auf dem Korridor der Ausgrenzung angelangt. Ein kritisches Wort und schon bist du homophob. Hallo, denkt doch mal nach..wer ist denn hier derjenige der sexuell aufdringlich und belästigend mit anderen umgeht.."

    Wenn ich Serdar Somuncu ernst nehmen kann, dann nur, wenn er den doppelzüngigen ach so toleranten Kleinbürgern wie diesem netten Herrn, ihre verlogenen Attitüden in die Fresse drückt!

    Aber das tut er nicht. Im Gegenteil: Die Leute fühlen sich ja sogar noch bestätigt und meinen, wenn das, was sie denken, schon so jemand wie Somuncu ausspricht, dann kann sie das auch ruhig machen. Was dann am Ende dabei rauskommt, ist eine Gesellschaft, die meint sie könnte jede Minderheit diskriminieren.

    Und was soll das Gerede von der angeblichen "Minderheitenlobby"? Nur weil ich ein weißer, deutscher, schwuler Mann bin, heißt das noch lange nicht, dass ich mich nicht gegen den Hass gerichtet auf andere Leute einsetze. Im Gegenteil sogar: Gerade als Schwuler bin ich mir doch darüber bewusst, wie beschissen es ist diskriminiert zu werden.
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