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- 21. Mai 2011 2 Min.

Was wird man in Tennessee demnächst noch sagen und schreiben dürfen? (Bild: addletters.com)
Der Senat des US-Bundestaates Tennessee hat am Freitag ein Gesetz beschlossen, das es Schulen praktisch unmöglich macht, über Homosexualität zu unterrichten. Die sogenannte "Don't say gay bill" muss nun neu in das Repräsentantenhaus des Staates eingebracht werden, eine frühere Version des Gesetzes hatte die Kammer abgelehnt.
Der Gesetzentwurf des republikanischen Senators Stacey Campfield verbietet es Schulen bis zur achten Klasse, über Homosexualität zu unterrichten. Stand dies ursprünglich sogar im Gesetzentwurf, ist mittlerweile davon die Rede, dass Lehrer nur über "die natürliche menschliche Fortpflanzung" unterrichten dürfen. Auch Schulbücher und sonstige Materialien sind darauf zu beschränken.
Analog zu dem britischen Clause 28, der unter Maggie Thatcher eingeführt wurde, wird befürchtet, dass das schwammige Gesetz nicht nur Auswirkungen auf den Sexualkundeunterricht hat, sondern jegliche Aufklärung über Homosexualität an Schulen behindert. Die später unter Labour zurückgenommene Regelung war bereits Vorbild für ein ähnliches Gesetz, das seit letztem Jahr in Litauen gilt.
"Es gibt Beweise dafür, dass Lehrer in Schulen für Homosexualität werben", hatte Campfield das Gesetz begründet. Dabei sei Homosexualität ein "Lebensstil", der immer zu gesundheitlichen Problemen führe. 2009 hatte er in einem Radiointerview rethorisch gefragt, ob nicht auch Sex mit Tieren in der Schule vorkommen müsse, wenn man schon über Homosexualität im Unterreicht rede.
Breiter Protest geplant
Homo-Aktivisten kritisierten die Entscheidung des Senats. Das Gesetz führe gar dazu, dass Kinder nicht über ihre gleichgeschlechtlichen Eltern reden dürften. Schulpsychologen düften suizidale Teenager nicht unterstützen, was angesichts der bekannt gewordenen Selbstmorde der letzten Monate unglaublich sei. Per Facebook und Twitter soll nun Widerstand gegen das Gesetz organisiert werden, für Sonntag, dem Harvey Milk Day, ist eine Demonstration unter dem Titel "It's OK to Say Gay" geplant.
Protest in Form eines Youtube-Videos kommt auch vom offen schwulen Schauspieler George Takei, der seine ursprüngliche Idee auf Twitter, statt Gay einfach Takei zu sagen, weiterspinnt. Er hat dazu sogar einen Shop mit T-Shirts und Pins eingerichtet.
Rückschritt in Anti-Diskriminierung
Bereits in der letzten Woche hatten beide Kammern des Parlaments von Tennessee ein Gesetz beschlossen, das Antidiskriminierungsregelungen von Städten, die über die landesweite Gesetzgebung hinausgehen, aufhebt. Das betrifft vor allem Nashville; die Stadt gibt etwa keine Aufträge an Firmen, die Schwule und Lesben diskriminieren. An dem Gesetz war die Nebraska Chamber of Commerce beteiligt, in ihrem Rat sitzen Vertreter unter anderem von Nissan, FedEx, AT&T, Comcast, Pfizer und KPMG. Aktivisten wollen nun gegen diese Firmen demonstrieren. (nb)















Nur dumme bzw. dumm gehaltene Menschen folgen ihnen blind.