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  • 23. Mai 2011 37 2 Min.

Manche Schwule müssen nur ihren Mund aufmachen - und jeder weiß Bescheid... (Bild: See-ming Lee / flickr / by-sa 2.0)

In einer neuen Studie untersuchten US-Wissenschaftler, ob Probanden Schwule nur an der Aussprache erkennen können. Ergebnis: Wenn Vokale gesprochen werden, kann eine deutliche Mehrheit die sexuelle Orientierung richtig zuordnen.

Studienleiter Erik Tracy von der staatlichen Universität von Ohio hat in einer Reihe von Untersuchungen sieben schwule und sieben heterosexuelle Männern beauftragt, einsilbige englische Worte wie "food" oder "mass" aufzusprechen. Zuhörer mussten dann anhand dieser Aufnahmen entscheiden, ob der Sprecher schwul oder heterosexuell ist. Wenn sie nur den erste Konsonanten hörten ("m"), konnten die Befragten die sexuelle Orientierung nicht richtig zuordnen. Wenn sie jedoch den ersten Vokal hörten ("ma") konnten sie zu 75 Prozent sagen, ob der Sprecher Männer liebt oder Frauen. "Wir glauben, dass die Zuhörer die akustischen Informationen, die im Vokal enthalten sind, nutzen, um ihre Entscheidung über die sexuelle Orientierung zu fällen", sagte Tracy. "Ich bin aber nicht sicher, auf was genau die Zuhörer im Vokal reagieren."

Dennoch sei es eine Tatsache, dass Menschen insbesondere in Telefongesprächen darauf trainiert werden würden, persönliche Charakteristika über die Stimme zuzuordnen. "Wenn wir mit Leuten sprechen, die wir nicht sehen, können wir trotzdem Rückschlüsse auf ihr Geschlecht, ihr Alter, ihre Rasse oder ihre sexuelle Orientierung ziehen", so Tracy. Welche Prozesse sich bei der Zuordnung von sexueller Orientierung abspielen, kann der Psychologe aber nicht sagen.

Andere Forscher haben bereits in der Vergangenheit nach der "schwulen Stimme" gesucht. So untersuchten Linguisten die Universität von Toronto 2002 die unterschiedliche Sprachweise von Schwulen und Heteros und fanden dabei eine Sprechweise unter Schwulen, die vergleichbar mit weiblicher Aussprache sei. Allerdings konnten sie auch nicht erklären, warum viele Schwule so sprechen, insbesondere mit Blick auf die Stigmatisierung von Männern mit "schwuler" Stimme. Die Forscher erklärten auch, dass weniger als die Hälfte der Schwulen "eindeutig schwul" klingen würde.

Tracy will seine Ergebnisse am Montag bei einem Vortrag in Seattle für die "Acoustical Society of America" vorstellen. Titel: "Unterscheiden zwischen schwuler und heterosexueller Sprache der Männer". (dk)

#1 eMANcipation*Anonym
  • 23.05.2011, 13:20h
  • Und weiter gehen die heterosexistischen Stigmatisierungsdiskurse.

    Solange Klischees und Stereotype zur self-fulfilling prophecy werden, haben die *natürlich* heterosexuellen Herren wahrlich nichts zu befürchten.

    Wie man sieht, wirkt es (mindestens un-/unterbewusst):

    "Menschen können Schwule an der Aussprache erkennen."

    Erkennen Schwule auch Menschen an deren Aussprache?

    Die herrschende Sprache ist halt immer die Sprache der Herrschenden!
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#2 EnyyoAnonym
  • 23.05.2011, 13:29h
  • Antwort auf #1 von eMANcipation*
  • Bist Du da nicht etwas voreilig?

    Vielleicht ist der Forscher ja selbst schwul und wollte (s)eine These verifizieren. Oder die Zuhörer waren schwul und haben "ihresgleichen" deshalb so gut erkannt?!

    75% sind jedenfalls 'ne ordentliche Trefferquote - annähernd so gut konnte man Gays vor 25 Jahren auch noch auf Sicht erkennen, bevor die pöhsen Heteros uns modische Klamotten, stylische Frisuren und ein insgesamt gepflegtes Äußeres "geklaut" haben...
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#3 selimAnonym
  • 23.05.2011, 13:35h
  • Absoluter Schwachsinn, was ist dann mit Bisexuellen sprechen die halbschwul? Und was ist mit Lesben?
    Wenn sich für die Studie nur Klischeetunten melden die absichtlich so sprechen ist das Ergebnis kein Wunder, aber es zu verallgemeinern und behaupten es betrifft fast die Hälfte ist stigmatisierend und meschenverachtend. Was bringt so eine Studie anderes als weiter Vorurteile zu schüren und Schwulen Weibischkeit zu unterstellen?
    Nicht tuntige Schwule mit normaler Stimme werden sich noch später outen als eh schon wenn solche "Studien" als allgemeingültig erklärt werden.
    Die verschwenden Geld für Schrott anstatt sinnvolle Studien und Projekte für Homosexuelle zu finanzieren, die helfen und nicht weiter stigmatisieren!
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