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Kommentare zu:
Auch Ulrike Folkerts warnt Fußballer vor Coming-out


#1 SvenAnonym
#2 Timm JohannesAnonym
  • 23.05.2011, 16:59h
  • Also es gibt mittlerweile viele offen homosexuelle Sportler in Profisport in den Einzelsportarten sowie in Sportarten mit friedlicherem "softeren" Publikum.

    Hier eine Liste auf der deutschen Wikipedia, wo aber auch längst nicht alle offen homosexuell lebenden Profisportler aufgeführt sind.

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Portal:Homo-_und_Bisexualit%C3%A4t/The
    menliste/Sport


    Outsports.com ist übrigens auch eine gute Seite zu diesem Spezialthema.

    ---
    Was nunmehr die Mannschaftsportarten mit agressiverem Publikum angeht (Fussball oder American Football), da sei geantwortet; ich selber würde es wahrscheinlich auch nicht machen; das würde ich nur bei einer Einzelsportart oder bei Mannschafssportarten mit friedlicherem Publikum (Handball, Volleyball, usw.) machen.

    ---
    Gerade das Hooligansyndrom mit notwendigen Polizeieskorten an den Bahnhöfen und an den Stadien im Fussballsektor würde mir doch Sorgen bereiten. Ich kenne das in diesem agressiven Ausmaß auch bei keiner anderen Sportart in Deutschland: die Radikalisierung bei den Hooligans ist dermassen heftig (auch in England), das da jedesmal bei Bundesligaspielen hunderte von Polizisten abgeordnet werden, damit es nicht zu Ausschreitungen kommt. Da müssen jedesmal ganze Mannschafsbusse mit Polizisten auffahren, damit es friedlich bleibt.

    Insgesamt ist dies auch eine sehr negative Entwicklung, die sich da gerade beim Fussball in Deutschland zeigt. Hier müßte vielmehr an Maßnahmen seitens der Bundesligavereine unternommen werden, damit das ganze Hooliganpack aus den Stadien rausbleibt. Es schadet dem Fussball massiv.

    ---
    Gleichwohl andererseits wäre es natürlich mehr als begrüßenswert, wenn ein schwuler Profifussballer in Deutschland sich endlich outen würde... die Zeit dafür ist reif. Derjenige, der es macht, hat natürlich sämtliche LGBT und Toleranzpreise des Jahres in Deutschland verdient. Aber ob dies die möglichen Pfiffe im Fussballstadien ausgleicht ? Schwierig... es bedarf sehr viel Selbststärke, das derjenige es im Stadion "durchsteht".

    Eines darf man halt auch nicht vergessen, die Fussballprofis sind zwischen 20 und Anfang 30 Jahre alt, wo sie als Profi auf dem Platz stehen. Vielleicht sollte man es als Fussballprofi erst zum Ende seiner Karriere machen, da dann mit Ende 20 auch die innere Selbststärke höher ist.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.05.2011, 17:17h
  • Tabus sind dazu da, daß man sie bricht und das soll im Profifußball auch endlich einmal passieren!
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#4 Julek89
  • 23.05.2011, 18:38h
  • Ja und wie meinen diese Personen (z.B. Lahm oder Folkerts), dass sich betroffene Fussballer verhalten sollen?! Dass sie weiterhin versteckt leben sollen? Warum geben die denn nicht mal ein paar hilfreiche Tipps? Ist ja in Ordnung, wenn deren Meinung ist, dass es schwierig werden könnte, bzw. dass es auch extrem feindliche Fans (in dem Fall Idioten) gibt, aber... das war es dann? Mehr haben die nicht zu sagen? WENIGSTENS die Aussage, von wegen, dass sie ein Outing aber unterstützen würden? Gut finden würden? Sich darüber freuen würden? Dass es dazu endlich Zeit wäre? Tipps, wie sich die Fussballer da heran machen könnten?

    Zur WM beispielsweise gibts doch immer so eine Anrede an die Fans, dass z.B. kein Rassismus gestattet ist! Warum nicht auch das dort einbinden?

    Die wollen einfach unter sich bleiben... Die Leute (auch wir) sollen uns schön mit den billigen Aussagen beschäftigen und davon abgelenkt werden, als da mehr Druck hinter zu machen und mehr Engagement zu fordern... Es soll so bleiben wie es ist... diesen Kram können die sich auch sparen... kann mich auch dahinstellen und sagen "Ja, hmm, schwierig wird das und die bekommen bestimmt Probleme"

    Und was hilft das dann? Bitte was Konkretes oder Mund zu... das hilft nichts!
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#5 PierreAnonym
  • 23.05.2011, 19:14h
  • Diejenigen, die sich outen, haben dann das Problem alleine. Die schwule Gemeinde lässt sich dann nicht blicken.
    Als Profi-Fußballer würde ich mich nicht outen.
    Dazu ist das Publikum zu proletenhaft. Zu gewöhnlich. Zu duumm. Zu asozial.

    Dann müsste sich schon eine ganze Reihe von Profi-Fußballern aus verschiedenen Vereinen gleichzeitig outen.

    Alles andere ist Masochismus und seelischer Selbstmord auf Raten.
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#6 Timm JohannesAnonym
  • 23.05.2011, 19:42h
  • Antwort auf #5 von Pierre
  • @Pierre
    "Diejenigen, die sich outen, haben dann das Problem alleine. Die schwule Gemeinde lässt sich dann nicht blicken."

    Das ist allerdings vollkommen richtig und wahr.

    Zwar würden wir hier im Queer-Forum uns alle freuen, Queer-Journalisten, als auch Siegessäule, Hinnerk, rik, gay-web, gayromeo und unsere ganzen sonstigen Szeneblätter/homepages würden sich alle mächtig freuen und sicherlich ihre besten Artikel schreiben, um die Sache zu unterstützen. Jeder LGBT-Autor/Aktivist würde sich anstrengen und im Internet positiv mitbloggen, mitschreiben und sicherlich gäbe es auch gute Artikel bei taz, Zeit, Cicero, Sueddeutsche, Tagesschau und anderen Newsseiten/programmen; bei BILD, Rheinische Post oder Welt am Sonntag sähe das aber schon ein wenig anders aus und von kreuz.pest oder npd.scheiße will ich hier lieber nicht erst anfangen, was dort geschrieben stände.

    ---
    Aber würden wir von der LGBT-Community deswegen in das Stadium gehen und den entsprechenden schwulen Fussballspieler entsprechend unterstützen und lautstarke Gegenrufe erheben, wenn die Pfiffe der Hooligans bei Ballkontakt des entsprechenden Spielers ertönen ? Würden wir uns deswegen eine Eintrittskarte für die entsprechenden Fussballspiele kaufen, um dort entsprechend den Spieler zu unterstützen ??? Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. So weit geht dann die Solidarität dann doch nicht.

    Hinzukommt - das Fussball nicht unbedingt der Lieblingssport der meisten schwulen Männer ist...sicherlich einige schwule Männer mögen diesen Sport, aber die meisten schwulen Freunde, die ich so kenne, betreiben andere Sportarten, insbesondere Einzelsportarten. Und ich selbst ? Okay manchmal gehe ich Fussball schauen, weil ich als Kind Fussball gespielt habe...und Nationalspiele schaue ich auch wohl, aber ein regelmäßiger Stadiengänger einer Fussballmanschaft bin ich sicherlich nicht und ich würde ehrlich gesagt, auch keine Karte kaufen, nur weil dort dann sich der entsprechende Fussballspieler des Vereins geoutet hat.

    Letztlich würde der entsprechende Spieler "allein" stehen und dies kann er nur durchstehen, wenn er genügend innere Selbststärke hat und wenn er bereits einen entsprechenden schwulen Freund an seiner Seite hätte, der ihn stützt. Das macht dann sehr viel aus, ob derjenige einen festen Partner an seiner Seite hat.
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#7 seb1983
  • 23.05.2011, 21:12h
  • Antwort auf #6 von Timm Johannes
  • Da muss ich dir dann doch mal voll zustimmen.

    Wobei ich die Reaktionen aus der Szene differenzierter sehe:
    Da wird es sicher die von dir angesprochenen Jubelrufe geben.
    Dann die man was hat der einen geilen Arsch, was da wohl unter der Dusche geht, ich hab gleich mal ein paar Beulenfotos gepostet.
    Und dann natürlich grade hier unsere ganz emanzopierte Fraktion die gerne noch nachtritt, warum erst jetzt, was hat er Kindern damit angetan, auf "unsere" Kosten bereichert und sich versteckt. Also das "guter Schwuler schlechter Schwuler" Aussortieren. Hat der Betroffene gar mal FDP gewählt wärs ganz aus.

    Konkrete Unterstützung kann die "Community" mangels Organisation ohnehin nicht bieten, und das werden die Betroffenen wohl wissen. Und das macht die Sache insgesamt bestimmt nicht einfach.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#8 TimonAnonym
  • 23.05.2011, 21:22h
  • Und sich selbst zu verleugnen soll besser sein?

    Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das in den meisten Fällen psychische und emotionale Folgen hat.

    Wie sollen Leute Mut zum Outing haben, wenn selbst eine Lesbe rät, versteckt zu leben...

    Natürlich ist ein Einzelouting schwer. Aber in einer gemeinsamen Aktion zahlreicher Spieler vieler Vereine sähe das ganz anders aus.

    Natürlich wird es auch mal homophobe Kommentare geben, aber erstens macht einen das nur stärker und zweitens ist es Aufgabe des Profifußballs das zu bekämpfen, genauso wie sie Rassismus bekämpfen. Und das alles ist kein Vergleich zur Freiheit, die man erlangt.

    Oder rät Frau Folkerts jetzt auch Farbigen, lieber keinen Fußball zu spielen?

    Wir alle sollten jeden, der sich outen will, unterstützen, statt ständig nur zum Versteckt-Leben aufzufordern.

    Die Homohasser wollen uns unterdrücken und wenn wir uns dem hingeben, haben sie gewonnen.

    Wahre Sportler sind sportlich im besten Sinne: dazu zählt auch Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und dass man sich nicht versteckt. Dann wären sie echte Vorbilder.
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#9 ArthasAnonym
  • 23.05.2011, 21:37h
  • Ein Coming-Out würde vielen Spielern die berufliche Existenz kosten. Die Fans und Fußballvereine wären so schockiert das sie dem Spieler kündigen würden und kein neuer Verein sich findet. besser ist es erst nach dem Karriereende sich zu outen. Davon von abgesehen hält sich mein Mitleid in Grenzen wenn ich and deren Monatsgeäter so denke.
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#10 Simon H.Anonym
  • 23.05.2011, 21:50h
  • "Ich wünsche mir nur, dass sich mehr Gleichgesinnte outen. Es ist schön hier draußen, wisst ihr?!"

    (Elton John, brit. Musiker)

    ----------------

    "Es ist besser, für das, was man ist, gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden."

    (André Gide, frz. Schriftsteller)
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#11 sylviaAnonym
  • 23.05.2011, 21:53h
  • Antwort auf #8 von Timon
  • Und natürlich ist das schwer...und man muss mit dem schlimmsten rechnen..aber für mich wäre es schlimmer, immer eine lüge zu leben.

    chely wright hat es auch als offen lesbsiche countrysängerin in kansas geschafft. und nun kansas ist ja wirklich arg, was homophobie betrifft.

    nun, wenn ein kollektives coming-out. aber drei sind auch genug. sogar mehr als man sich je erwarten kann.
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#12 seb1983
  • 23.05.2011, 22:18h
  • Antwort auf #8 von Timon
  • Letztendlich befürworte ich ein Outing natürlich auch. Und da gäbs bestimmt von Herrn Zwanziger auch nette Worte dazu, aber über das was danach hereinbricht sollte man sich eben auch keine Illusionen machen, genauso wie über eine ominöse Unterstützung einer nebulösen "community".

    Das lässt sich letztendlich nur mit einem stabilen privaten Umfeld schaffen, vermutlich am besten mit Freund.
    Gegen aggressive Fans kann man zwar im Stadion vorgehen. Nur das braucht Zeit. Was vor dem Stadion passiert, wenn Autos verschmiert werden, Beledigungnen an Wohnungstüren kleben, das alles müsste man alleine durchstehen.
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#13 eMANcipation*Anonym
  • 23.05.2011, 22:34h
  • Man sollte unbedingt prüfen, ob man gegen diese ständige Propagierung eines fortgesetzten sexuell begründeten Rassismus im Profi-Fußball und gegen seine Protagonisten nicht auch strafrechtlich vorgehen kann.

    Es kann doch nicht allen Ernstes angehen, dass in einem angeblich demokratischen Rechtsstaat andauernd Menschen mit einem bestimmten, auch durch EU-Recht vor Diskriminierung geschützten Identitätsmerkmal dazu aufgefordert werden, weiterhin nicht als vollwertige Menschen unter Achtung ihrer unantastbaren Würde in einem bestimmten gesellschaftlichen Bereich offen in Erscheinung zu treten.

    Bald fordern sie dann auch wieder Menschen nichtweißer Hautfarbe dazu auf, bloß nicht im Profi-Fußball sichtbar zu werden, weil sie ja Zielscheiben von Rassismus und Diskriminierung werden könnten!

    Für mich ist das eine klare und unfassbar dreiste Anstiftung zur fortgesetzten rassistischen Diskriminierung und Ausgrenzung. Und ich frage mich, wann wir alle das auch endlich genau so sagen. So lange bis die Verantwortlichen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und dafür sorgen und die Voraussetzungen schaffen, dass das menschenunwürdige Versteckspiel und dessen weitere Befeuerung durch solche rassistischen Kommentare ein Ende finden.

    Wir müssen jeden verantwortlichen Journalisten auffordern, umgehend seinen dringend notwendigen persönlichen Beitrag zu leisten und die ihm bekannten homosexuellen Fußball-Profis endlich kollektiv zu outen. Oder würde auch nur ein Einziger von ihnen jemals die heterosexuelle Identität einer Person des öffentlichen Lebens unter Verschluss halten?
    Nur weil die Mitwisser sich an der rassistsichen Ausgrenzung von Schwulen unter massivem Druck der milliardenschweren Fußball-Profiteure tatkräftig beteiligen, können diese in jeder Hinsicht menschenverachtenden und auch in ihrer Wirkung auf die Gesellschaft unverantwortlichen Verhältnisse weiterhin aufrechterhalten werden.

    Beendet endlich diesen sexuell begründeten Rassismus, diese entwürdigende Ausgrenzung von Menschen auf Grund ihrer sexuellen Identität!
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#14 Lapushka
  • 23.05.2011, 23:18h
  • Antwort auf #9 von Arthas
  • Schwachsinn.
    Der betreffende Verein könnte den Laden dicht machen.
    Der öffentliche Druck wäre viel zu groß, als dass in Deutschland so etwas möglich wäre.

    Im Übrigen kann man einem Fußballspieler nicht kündigen, wenn er sich an seinen Vertrag hält. Und in dem Vertrag wird wohl kaum stehen: "Der Spieler verpflichtet sich dazu, eine heterosexuelle Orientierung zu haben. Bei Nichteinhaltung dieses Punktes wird der Vertrag ungültig"
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#15 Lapushka
  • 23.05.2011, 23:21h
  • Antwort auf #5 von Pierre
  • "Dazu ist das Publikum zu proletenhaft. Zu gewöhnlich. Zu duumm. Zu asozial. "

    Diskriminierend in Bezug auf Fußballfans und auch in Bezug auf Schwule.
    Wie kommst du darauf, dass Schwule nicht proletenhaft, gewöhnlich, dumm und asozial sein können?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#16 Lapushka
  • 23.05.2011, 23:29h
  • Ich frage mich schon wieder, was solche Äußerungen sollen.

    Was soll das einem schwulen Spieler sagen?
    Nennt mich paranoid, aber für mich klingt das fast so, als würde man eine Drucksituation erzeugen wollen, sich NICHT zu outen.
    Denn wenn man es tut - trotz dieser (natürlich völlig gut gemeinten) Warnungen - dann könnte man dem Spieler eine Mitschuld zuschieben, falls die Folgen negativ sind.

    Denn er hätte sich ja nicht outen müssen. Man hat ihn ja gewarnt.

    Hilfreich sind solche Äußerungen jedenfalls in keinster Weise.

    Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass man sowas über farbige oder Spieler anderer Religionen usw. nicht hören würde, dass die doch bitte wegbleiben sollen wegen der Fans.

    Mir fehlt die klare Positionierung gegen solche Fans.
    Wobei ich (als jemand der sich im Fußball-Milieu aufhält) der Meinung bin, dass den Fans Unrecht getan wird.
    Es wird sie sicher geben, diejenigen deren Weltbild vom homofreien Fußball zusammenbricht und die feindlich eingestellt wären, aber die sind die Minderheit.

    Die meisten sind anständig. Rau, politisch nicht immer korrekt, oft vereinspatriotisch bis ins Mark) - aber nicht unbedingt krankhaft homophob.

    Sobald der Spieler einmal ein nettes Tor schiesst oder als Abwehrspieler eine schöne Rettungstat abliefert, schliessen sie ihn ins Herz.

    Zumal es ja nicht unbedingt ein Spieler von ausserhalb sein würde, sondern vielleicht ein Spieler der schon seit Jahren im Verein spielt, mit dem man schon einiges an Höhen und Tiefen erlebt hat.
    Der würde dann erst Recht nicht fallen gelassen werden.
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#17 Gollis
  • 24.05.2011, 00:05h
  • Ich denke die Gute Frau will einfach im Gespräch bleiben.
    Nicht mehr und nicht weniger.

    Andererseits hat sie unrecht, da das gesunde Volksempfinden doch von Lesben im Tatort abrät...

    "Ironie ende"
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#18 jojoAnonym
  • 24.05.2011, 00:43h
  • Antwort auf #13 von eMANcipation*
  • zunächst mal: ich teile natürlich dein ziel einer diskriminierungsfreien gesellschaft.

    aber ich halte es für wenig realistisch, dieses ziel erreichen zu wollen, indem wir die beschreibung der diskriminierung bestrafen, weil sie möglicherweise auch als warnung gelesen werden könnte oder indem wir die betroffenen zwingen, sich diskriminierungen auch unfreiwillig auszusetzen, ohne dafür bereit zu sein.

    sicher gut gemeint, aber ich fürchte, so funktioniert diese welt nicht.
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#19 JoonasAnonym
  • 24.05.2011, 09:17h
  • Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein zweiter Rosa von Praunheim kommt und 5 oder mehr deutschlandweit bekannte Fußballer outet. Denn dieses peinliche Versteckspiel ist jedem Sportler unwürdig.

    Dann stehen die Betroffenen wirklich blamiert da, weil sie zu feige waren, es selbst zu machen.

    Ich kann verstehen, wenn der Teenager aus dem bayerischen Dorf mit homophoben Eltern versteckt lebt. Aber wenn millionenschwere Fußballer, die eigentlich Vorbilder sein sollten, Homophobie fördern, indem sie dazu beitragen, Fußball als rein heterosexuell darzustellen, dann kann ich das nicht verstehen. Und in so einem Fall hätte ich bei einem Zwangsouting auch kein Mitleid mehr.

    Prominente (versteckte) Schwule, die mit ihrem Verstecktsein (um noch mehr Geld zu scheffeln) nur Homophobie unterstützen, müssen vielleicht zwangsgeoutet werden. Und dann sind sie echt am Ende! Aber dem können sie zuvorkommen und mit Rückgrat aus der Geschichte kommen, wenn sie endlich mal die Eier haben, echte Vorbilder zu sein.

    Und zu Frau Folkerts:
    sie ist weder ein Mann, noch schwul, noch Fußballer oder irgendein anderer Sportler. Was befähigt sie also zu dieser Aussage? Und wenn sie schon öffentlich sowas sagt, sollte sie besser darüber nachdenken. Ihr ist wohl gar nicht bewusst, was sie mit solchen Aussagen anrichtet. Denn Leute wie Frau Folkerts sind es, die es anderen nur noch schwerer statt leichter machen, sich zu outen. Aber die Lesben haben uns Schwulen ja schon lange die Solidarität aufgekündigt (siehe Mahnmal, etc.).
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#20 PfarrerAnonym
  • 24.05.2011, 11:36h
  • Outing ist notwendig!

    Wo wären wir, wenn sich die Schwulen und Lesben nie geoutet hätten. Gerade die ersten haben in allen Bereichen ihres Lebens Nachteile erfahren. Das hat sich bis heute nur partiell geändert. (siehe Umfrage, nach der sich viele immer noch im Beruf verstecken).

    Daraus die Konsequenz zu ziehen, sich nicht zu outen, bedeutet Stillstand und Rückschritt.

    Ich habe mich als Pfarrer geoutet. Ich habe in der Rheinischen Kirche meine Gemeindepfarrstelle verloren. (Gruß an Timm Johannes: Wenn ein Presbyterium das Outen nicht aushält, bist du die Stelle los. Und das ist bis heute so!)

    Ich habe beruflich und privat einen hohen Preis bezahlt.

    Dennoch: Ich habe persönlich gewonnen und auch die Kirche bewegt. Und je mehr sich outen, umso besser für den Einzelnen und die Veränderung der Gesellschaft.
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#21 eMANcipation*Anonym
  • 24.05.2011, 12:53h
  • Antwort auf #18 von jojo
  • Wie "diese Welt funktioniert", das haben wir zu einem erheblichen Teil selbst in der Hand.

    Und wenn wir es uns weiterhin gefallen lassen, dass offen und unverblümt zur fortgesetzten sexuellen Apartheid aufgerufen wird, dann ist uns wirklich nicht mehr zu helfen.

    Man stelle sich das einmal vor:

    "Wenn Schwarze im Profi-Fußball aktiv sind, kann das wirklich schlimme Konsequenzen haben. Ich als jemand, der selbst keine weiße Hautfarbe hat, würde das auf keinen Fall machen. Ich befürchte da echt das Schlimmste."

    Und weshalb? Nur weil den heterosexistischen Inszenierungen der Fußball-Konzerne und -Profiteure keine schwulen Spieler ins Konzept passen oder letztere zumindest um ihren "Marktwert" fürchten. Das rechtfertigt natürlich jede Form der Menschenfeindlichkeit!

    Warum sparen wir uns dann nicht gleich alle weiteren Phrasen über angebliche "Gleichberechtigung". Jede geheuchelte Empörung über alltägliche Diskriminierung und Gewalt, gerade unter jungen Menschen, die immer aggressivere Unfreiheit junger Männer, sich sexuell selbstbestimmt zu entdecken, bis hin zu exorbitant höheren Suizidraten unter homosexuellen Jugendlichen!

    Wer, wenn nicht wir, kann und muss hier endlich den gesellschaftlichen Druck aufbauen, der erforderlich ist, um dieses heterosexistische Gewaltsystem zum Einsturz zu bringen?

    Insgesamt nimmt der Druck ja offensichtlich zu, aber eher weniger durch unser Zutun:

    www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,764455,00.html
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#22 NelsonAnonym
  • 24.05.2011, 13:20h
  • Ich wundere mich auch nicht darüber, dass Profi-Fußballer sich nicht outen, wenn sie schwul sind. Letzte Woche gab es hier die Umfrage, wie frei man(n) sein Schwulsein leben kann. Zwar nicht repräsentativ, aber immerhin gaben 38 Prozent der Teilnehmer an, dass sie privat ganz offen leben, aber im Job nicht so geoutet sind. Sogar 12 Prozent gaben an, dass sie in einem völlig homophoben Umfeld leben.

    Wenn also 38 Prozent der Teilnehmer durch ein vollständiges Outing Probleme und Nachteile im Beruf fürchten, warum sollten sich ausgerechnet die Profi-Fußballer dann anders verhalten? Das sind auch nur Menschen, deshalb finde ich das verständlich, obwohl es natürlich Vorbildfunktion hätte, wenn sich mal einer wagen würde.
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#23 jojoAnonym
  • 24.05.2011, 14:30h
  • Antwort auf #21 von eMANcipation*
  • bitte nicht missverstehen: ich rede hier nicht von "gefallen lassen". selbstverständlich müssen wir uns gegen diskriminierungen wehren!

    ich halte aber erstens strafgesetze nur bei wirklich eindeutigen verstößen gegen die menschenwürde für sinnvoll - und lege die latte hier anscheinend weit höher an als du (wobei ich es respektiere, dass man das anders sehen kann) -, und ich sehe zweitens in der feststellung, dass das coming-out eines profifußballers in der derzeitigen situation höchst riskant wäre, keinen "aufruf zur sexuellen apartheit", sondern einfach eine realistische feststellung.

    sollen wir realismus bestrafen? willst du einen emanzipatorischen optimismus gesetzlich verordnen?

    dass es nicht besonders hilfreich ist, nur zu warnen und nicht gleichzeitig einen positiven ausblick zu schaffen bzw. die ursachen der homophobie auch zu kritisieren, darin sind wir uns völlig einig.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#24 eMANcipation*Anonym
  • 24.05.2011, 15:16h
  • Antwort auf #23 von jojo
  • Verharmlosen, schönreden, abwiegeln - das ideale Rezept zur Zementierung und sogar weiteren Verschärfung des Status quo.

    Wenn ich so etwas von Schwulen lese, dann wundert mich nichts, aber auch rein gar nichts mehr.

    Zumindest befindest du dich damit in bester Gesellschaft, denn was bei nahezu jeder anderen gesellschaftlichen Gruppe lautstarke Empörung hervorrufen würde, gilt auch in den Augen von Leuten wie dir bei Schwulen ja als völlig "normal".

    Bezeichnenderweise bist du nicht mit einem Wort auf mein vergleichendes Beispiel eingegangen. Genau daran müssten wir aber die Rassismus-ist-nun-mal-Propagierer messen.

    Ich bleibe dabei und nenne es ein Verbrechen, Menschen dazu aufzufordern, sich in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen sexuell umzufärben!

    Die Marschroute ist aber ganz in deinem Sinne klar vorgegeben: Auf weitere Jahrzehnte des sexuell begründeten Rassismus!

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#25 seb1983
  • 24.05.2011, 15:45h
  • Antwort auf #24 von eMANcipation*
  • Was hat Frau Folkert nun gesagt?

    "Dieses Gepushe mit dem 'oute dich doch, dir passiert schon nichts', das ist einfach Quatsch"

    Vermutlich hat sie da recht.

    Wäre sie ein Profi-Fußballer, würde sie sich nicht offenbaren, erklärte die offen lesbische Schauspielerin in der Pressekonferenz weiter: "Ich befürchte da echt das Schlimmste".

    Aha, glücklicherweise ist Frau Folkert kein Fußballprofi, und was nun "echt das Schlimmste" sein soll sei mal so dahingestellt.

    Clever formuliert? Nicht wirklich. Gleich ein Verbrechen? auch nicht wirklich. Gar "strafrechtlich relevant" huihuihui, aber nö.

    aber "man sollte" unbedingt prüfen
    dann "sollte man" unbedingt den Regenwald retten
    und "man sollte" unbedingt das Ozonloch flicken.

    Immerhin ein guter Ersatz zum ständigen "wir müssen"
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#26 MiraAnonym
  • 24.05.2011, 16:24h
  • Antwort auf #25 von seb1983
  • Korrekt.
    Stammtischgesülze ohne selbst aktiv zu werden.

    Die da oben sollten mal was dagegen machen.
    Wir sollten uns das nicht bieten lassen. Das kann doch nicht angehen.

    Statt solch hilflosen Geredes sollte man vielleicht mal selbst aktiv werden.
    Aber das ist natürlich zu kompliziert und zu anstrengend. Lieber nur im Internet rumjammern. Dann hat man immerhin sein Soll für ein reines Gewissen erfüllt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #25 springen »
#27 eMANcipation*Anonym
  • 24.05.2011, 16:44h
  • Antwort auf #26 von Mira
  • Och, was ich in letzter Zeit so alles gemacht habe und inwieweit ich aktiv geworden bin, das lass mal meine Sorge sein. Der aufmerksame queer.de-Leser hat es an der einen oder anderen Stelle mitverfolgen können. Was ein Forum wie dieses mit Sicherheit nicht nötig hat, ist ein selbsternanntes virtuelles Schiedsgericht, das aus der Ferne darüber befindet, wer angeblich "aktiv" ist und wer nicht. Vielmehr steht eine Diskussionsbeteiligung mit Sachargumenten hier hoffentlich jedem gleichermaßen offen und zu. Vielleicht klappt das ja bei dir auch noch.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#28 MiraAnonym
  • 24.05.2011, 16:50h
  • Antwort auf #27 von eMANcipation*
  • Dann schlag mal was vor, wo du immer so tatkräftig postest.
    Gemeinschaftliche Aktionen sind sicher besser und ich habe keine Ahnung was ich als Einzelperson tun kann ausser einen Brief an den DFB zu schreiben.

    Mir geht es nicht darum, zu bewerten, wer akiv ist und wer nicht.
    Mir geht es darum, das bloßes Pöbeln oder undifferenziertes Fingerzeigen auf irgendwelche nicht näher benannten Personen(gruppen) ("Die" sollen mal... "Man" sollte...) zu nichts führt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #27 springen »
#29 jojoAnonym
  • 24.05.2011, 17:47h
  • Antwort auf #24 von eMANcipation*
  • "was bei nahezu jeder anderen gesellschaftlichen Gruppe lautstarke Empörung hervorrufen würde, gilt auch in den Augen von Leuten wie dir bei Schwulen ja als völlig "normal"."

    davon, dass ich hier irgendwas normal finde, habe ich kein wort gesagt, auch indirekt war das aus meinem beitrag nicht abzulesen. ich glaube eigentlich, dass ich ziemlich differenziert urteile und schreibe. ich gehe üblicherweise gern auf die argumente meiner mitdiskutanten ein, aber ich verspüre wenig lust, weiter zu diskutieren, wenn mir sowieso jedes wort im mund verdreht wird.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#30 MiraAnonym
#31 JohnAnonym
#32 RoggeAnonym
  • 27.05.2011, 13:14h
  • Solidarität ist in unserer Gesellschaft ein Fremdwort geworden. Gleichgültigkeit, gepaart mit überbordender Eitelkeit und Ich-Sucht sind Alltag geworden.
    Vom Outing in der Sportart rate auch ich dringend ab.
    Am Ende steht man allein da, und darf evt. auch noch Häme seitens der Community anhören.
    Mal abgesehen von einigen schwarzen Schafen in der Community, die immernoch versuchen Schwule und Lesben in bestimmten Berufsgruppen mit einem Zwangsouting zu erpressen.
    Bei klingelte zweimal das Telefon zuhause. Es meldete sich jedesmal derselbe Mann, der meinte ich wäre Polizist und wollte mich damit erpressen. Nach deutlichen Worten meinerseits hat er sich nicht mehr getraut bei mir anzurufen.
    Schade, das D menschlich so heruntergekommen ist.
    Kein guten Nachrichten für die Zukunft unserer Gesellschaft.
  • Antworten » | Direktlink »

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