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Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (Bild: Deutscher Bundestag/_ideazione./Sebastian Fischer)

Laut Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) muss sich der Papst bei seinem Berlin-Besuch darauf einstellen, dass er sich in der "Hauptstadt der Schwulen und Lesben" befindet.

Bei einem Pressegespräch forderte Thierse am Mittwochabend, dass sich der vatikanische Staatschef mit Homo­sexuellen aussöhnen solle. Das berichten die Nachrichtenagenturen kna und dapd. "Berlin ist auch die Hauptstadt der Schwulen und Lesben, die zur katholischen Kirche ein konfliktreiches Verhältnis haben", erklärte Thierse. Er wünsche sich, "dass der Papst das berücksichtigt und bei seinem Besuch miteinbezieht."

Thierse, der selbst Mitglied im Zentralkomittee der deutschen Katholiken ist, warnt Benedikt XVI. vor einem Kulturschock in der deutschen Hauptstadt: "Berlin ist die internationalste Stadt Deutschlands und die Stadt mit der größten religiösen Buntheit". Der Papst solle sich auf Proteste aus der Homo-Szene einstellen, die "wahrscheinlich genau so viel mediale Aufmerksamkeit bekommen werden wie der Papst selbst". Thierse warnt das Kirchenoberhaupt, dass er sich mit seiner Politik nicht zu weit von den deutschen Durchschnittskatholiken entfernen dürfe: "Ich glaube schon, dass es tiefe Risse in der katholischen Kirche gibt und einen tiefgehenden Konflikt zwischen einerseits einer Klerikerkirche, einer Bischofskirche und andererseits der großen Mehrheit der Gläubigen."

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Demo gegen Papst am 22. September in Berlin

Der Staatsbesuch hat bereits zu Unruhe unter Homo-Aktivisten geführt, weil sich der Papst in den letzten Jahren immer wieder in die Gleichstellungspolitik von verschiedenen Ländern eingemischt hatte. So forderte er von spanischen Katholiken "Loyalität" im Kampf gegen Homo-Rechte (queer.de berichtete). Daher plant ein Netzwerk von Menschenrechtsorganisationen in Berlin eine Demonstration gegen die "menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik" der größten christlichen Kirche. Sie soll am 22. September stattfinden (queer.de berichtete).

Letzte Woche hatte bereits Thierses Parteifreund Klaus Wowereit den Papst aufgefordert, "mit bestimmten antiquierten Vorstellungen" aufzuräumen (queer.de berichtete). Der Regierende Bürgermeister von Berlin ist ebenfalls Katholik. Sein Glaube stehe aber trotz der offiziellen Haltung des Vatikans nicht im Widerspruch zu seiner Homosexualität, erklärte Wowereit. (dk)

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#1 Timm JohannesAnonym
  • 26.05.2011, 14:34h
  • Also ich bin der Meinung, das Klaus Wowereit vor laufender Kamera Joseph Ratzinger mit den offiziellen Worten begrüßen sollte:

    "Wir beide sind schwul und das ist gut so."

    --> Sehr bedauerlich, dass Ratzinger dermassen verklemmt mit seiner eigenen sexuellen Orientierung umgeht.
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#2 Geert
  • 26.05.2011, 14:34h
  • Der Aufruf von Thierse ist zwecklos. Ratzinger wird sich nicht ändern, weil er selbst betroffen ist. Sein Haß auf Schwule ist ein Abwehrmechanismus gegenüber seiner eigenen Homosexualität ist. Der Haß auf offen lebende Schwule wird nur um so größer werden.
    Ebenso ist damit zu rechnen, dass er einen erzkonservativen Bischof als neuen Erzbischof von Berlin einsetzen wird.
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#3 bastapapsta
  • 26.05.2011, 14:44h
  • Wer glaubt denn, dass die Scheinheiligkeit Thierses Statement auch nur peripher berührt ? Sie wird im September ihre Show abziehen und wieder verschwinden, nachdem sie wohl dann -im gegenteil- nochmal Öl ins Feuer gegossen bzw. neue Rauchbomben gezündet haben wird.
    Wirksamer wäre es, wenn Thierse in dem Moment, wo der Hassprediger ans Rednerpult tritt, demonstrativ den Reichstag verlässt. Ein Einwurf/ Widerspruch wird ja nicht erlaubt und so ist die einzige Möglichkeit - zu der ich im Übrigen jeden Abgeordneten aufrufe,demonstrativ den Reichstag zu verlassen. Leider wird wieder eine Menschenmenge von dummen Schafen Ratzinger zujubeln, armselig sind diese Leute, armselig.
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