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- 26. Mai 2011 2 Min.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (Bild: Deutscher Bundestag/_ideazione./Sebastian Fischer)
Laut Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) muss sich der Papst bei seinem Berlin-Besuch darauf einstellen, dass er sich in der "Hauptstadt der Schwulen und Lesben" befindet.
Bei einem Pressegespräch forderte Thierse am Mittwochabend, dass sich der vatikanische Staatschef mit Homosexuellen aussöhnen solle. Das berichten die Nachrichtenagenturen kna und dapd. "Berlin ist auch die Hauptstadt der Schwulen und Lesben, die zur katholischen Kirche ein konfliktreiches Verhältnis haben", erklärte Thierse. Er wünsche sich, "dass der Papst das berücksichtigt und bei seinem Besuch miteinbezieht."
Thierse, der selbst Mitglied im Zentralkomittee der deutschen Katholiken ist, warnt Benedikt XVI. vor einem Kulturschock in der deutschen Hauptstadt: "Berlin ist die internationalste Stadt Deutschlands und die Stadt mit der größten religiösen Buntheit". Der Papst solle sich auf Proteste aus der Homo-Szene einstellen, die "wahrscheinlich genau so viel mediale Aufmerksamkeit bekommen werden wie der Papst selbst". Thierse warnt das Kirchenoberhaupt, dass er sich mit seiner Politik nicht zu weit von den deutschen Durchschnittskatholiken entfernen dürfe: "Ich glaube schon, dass es tiefe Risse in der katholischen Kirche gibt und einen tiefgehenden Konflikt zwischen einerseits einer Klerikerkirche, einer Bischofskirche und andererseits der großen Mehrheit der Gläubigen."
Demo gegen Papst am 22. September in Berlin
Der Staatsbesuch hat bereits zu Unruhe unter Homo-Aktivisten geführt, weil sich der Papst in den letzten Jahren immer wieder in die Gleichstellungspolitik von verschiedenen Ländern eingemischt hatte. So forderte er von spanischen Katholiken "Loyalität" im Kampf gegen Homo-Rechte (queer.de berichtete). Daher plant ein Netzwerk von Menschenrechtsorganisationen in Berlin eine Demonstration gegen die "menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik" der größten christlichen Kirche. Sie soll am 22. September stattfinden (queer.de berichtete).
Letzte Woche hatte bereits Thierses Parteifreund Klaus Wowereit den Papst aufgefordert, "mit bestimmten antiquierten Vorstellungen" aufzuräumen (queer.de berichtete). Der Regierende Bürgermeister von Berlin ist ebenfalls Katholik. Sein Glaube stehe aber trotz der offiziellen Haltung des Vatikans nicht im Widerspruch zu seiner Homosexualität, erklärte Wowereit. (dk)















"Wir beide sind schwul und das ist gut so."
--> Sehr bedauerlich, dass Ratzinger dermassen verklemmt mit seiner eigenen sexuellen Orientierung umgeht.