Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?14317
  • 26. Mai 2011 19 2 Min.

Bunt, aber böse...?! (Bild: Tomizak / flickr / by-nd 2.0)

In der amtlichen vatikanischen Tageszeitung "L'Osservatore Romano" ist ein Artikel erschienen, in dem Kondome für die Ausbreitung von Aids mitverantortlich gemacht werden.

In dem am Dienstag erschienenen Artikel argumentiert der Geistliche Juan Pérez-Soba, dass Präservative ein falsches Gefühl der Sicherheit erzeugen würden, weil sie nicht zu 100 Prozent die Übertragung von HI-Viren verhindern würden. Die Kampagnen der Aids-Hilfen betrachtet der Professor an einer katholischen Universität in Rom mit Abscheu: "Diese Organisationen laden Menschen dazu ein, Kondome wahllos zu benutzen. Das hat einen gegenteiligen Effekt: Es wird die Meinung verbreitet, die Nutzung sei gefahrlos, in Wirklichkeit wird aber die Wahrscheinlichkeit erhöht, sich zu infizieren."

Kondom-Sex soll kein echter Sex sein

Pérez-Soba fährt in dem Artikel fort, dass Kondome den Geschlechtsakt "deformieren" würden. Eheleute würden so die "Kommunikation des Sperma" verhindern und damit dem eigentlichen Grund des Geschlechtsaktes zuwider handeln - nämlich der Zeugung von Kindern. Eheleuten, deren Partner HIV-positiv ist, empfiehlt Pérez-Soba Enthaltsamkeit: "Man kann auf sexuelle Beziehungen wegen Gesundheitsgefährdung verzichten, wie das auch bei anderen Krankheitsbildern notwendig ist."

Aids-Gruppen beschuldigen die katholische Kirche, mit der Ablehnung von Kondomen die Gläubigen in Wirklichkeit zu ungeschütztem Sex anzustacheln. In der niederländischen Fernsehshow "Advocaat van de Duivel" (Anwalt des Teufels) wurde Papst Benedikt XVI. deshalb von einer "Bürgerjury" verurteilt - er sei wegen seiner Polemik gegen Kondome für den Tod von Millionen von Aids-Kranken verantwortlich, befand die umstrittene TV-Show (queer.de berichtete). Letztes Jahr erlaubte der Papst die Kondomnutzung immerhin in "begründeten Einzelfällen" (queer.de berichtete). Homosexualität bleibe aber nach Worten des Papstes etwas, "das gegen das Wesen dessen steht, was Gott ursprünglich gewollt hat". (dk)

-w-

#1 jojoAnonym
  • 26.05.2011, 17:27h
  • merke: bei schwulen heißt der verzicht auf kondome "barebacking" und ist abersowasvonpfuiteufel. bei katholiken heißt der kondomverzicht "theologie" und ist ein zeichen höchster moral.

    aber die theologen müssen es besser wissen als die aidshilfen: wer eine spermafreie zeugung in den mittelpunkt seines weltbildes stellt (und das auch noch ernst meint!), der MUSS einfach über ein geheimes fachwissen verfügen, das dem rest der welt fehlt.

    alles andere wäre ja superpeinlich, oder?
  • Direktlink »
#2 alexander
  • 26.05.2011, 18:11h
  • wenn es hier nicht abgedruckt wäre, ich würde es nicht glauben können !
  • Direktlink »
#3 Katrin
  • 26.05.2011, 18:24h
  • So lange die Kirche ihren Schäfchen zum kondomlosen Sex rät ist das ja eigentlich Sache zwischen Kirche und Schäfchen. Natürlich wird sich die Anzahl der Schäfchen reduzieren, aber das tut sie sowieso, halt nur ein bischen schneller und schlimmer. Bös ist, dass sich der Anspruch der Kirche auch über die Schäfchen hinaus auf die intelligenten und normalen Bürger, also auf uns erstreckt. Bös ist auch, dass die Kirche auch von unserer Einkommensteuer viel abbekommt und somit von den Schäfchen unabhängig ist.
  • Direktlink »