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  • 05. Juni 2011 16 3 Min.

Auch nach 30 Jahren bleibt AIDS eine der größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit

Am 5. Juni 1981 berichtete der "Morbidity and Mortality Weekly Report" erstmals über die Häufung einer seltenen Form der Lungenentzündung bei schwulen Männern – eine Chronik zum Jahrestag

Von Erwin In het Panhuis

Am 5. Juni 1981 – vor genau 30 Jahren – berichtete der "Morbidity and Mortality Weekly Report" über die Häufung einer seltenen Form der Lungenentzündung bei schwulen Männern. Dieser Bericht ist die erste Veröffentlichung zu einer Krankheit, die seit Herbst 1982 als AIDS bezeichnet wird.

Damit hat AIDS seit drei Jahrzehnten schwules Leben und schwules Bewusstsein schmerzhaft und radikal verändert. Was zunächst wie ein vorübergehendes medizinisches Problem wirkte, entwickelte sich rasch zu einer weltweiten Pandemie. Dass sich am Ende der 80er Jahre eine politische Mehrheit für den liberalen Aufklärungskurs von Gesundheitsministerin Rita Süssmuth finden konnte – entgegen dem repressiven Kurs des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium Peter Gauweiler und entgegen der Hetze im Spiegel – war zunächst nicht abzusehen.

Trotz aller Fortschritte, die erreicht worden sind, bleibt AIDS eine der größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.

Kleine Chronik zu HIV/AIDS


Der Spiegel bringt 1983 die erste Titelgeschichte zu AIDS – und beginnt mit einer Hetzkampagne gegen schwule Männer

1981: Am 5. Juni berichtet der "Morbidity and Mortality Weekly Report" über die Häufung einer seltenen Form der Lungenentzündung. HIV/AIDS war zu diesem Zeitpunkt schon seit vielen Jahren unerkannt in kleinem Umfang verbreitet.

1982: Im Heft 22 berichtet der Spiegel erstmals über die Krankheit. Im Herbst wird die Krankheit unter den Namen AIDS bekannt. In Deutschland wird die Krankheit erstmalig bei einem Patienten aus Frankfurt/Main diagnostiziert.

1983: Der Virologe Luc Montagnier und Robert Charles Gallo entdecken das HI-Virus. Im Heft 23 widmet der Spiegel der Krankheit die erste Titelgeschichte und beginnt mit einer Hetzkampagne gegen schwule Männer. Am 23. September wird in Berlin die Deutsche AIDS-Hilfe von schwulen Männern und einer Krankenschwester gegründet.

1984: Der erste HIV-Antikörpertest wird vorgestellt.

1985: Die erste Informationsbroschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema AIDS erscheint. In Atlanta/USA findet die erste internationale AIDS-Konferenz statt. In Deutschland wird der Test aller Blutprodukte auf HIV Pflicht. Am 2. Oktober stirbt als erster Prominenter Rock Hudson an den Folgen von AIDS. Viele weitere schwule Prominente sterben in der darauffolgenden Zeit – wie z.B. Robert Mapplethorpe (09.03.1989), Keith Haring (16.02.1990) und Freddie Mercury (24.11.1991). Mit dem Kinofilm Buddies (USA, 1985) und dem Fernsehfilm Früher Frost (USA, 1985) erscheinen die ersten Filme über AIDS.


Mit "Philadelphia" erscheint 1994 der erste Hollywood-Film über AIDS

1987: Die Kampagne "Gib AIDS keine Chance" der BZgA startet. Die Deutsche AIDS-Stiftung "Positiv leben", die Nationale AIDS Stiftung und der Nationale AIDS-Beirat der Bundes­regierung werden ins Leben gerufen. In den USA entsteht die radikale Bewegung Act Up (AIDS Coalition to Unleash Power), um durch neue öffentlichkeitswirksame Aktionen Aufmerksamkeit zu erzeugen und politischen Druck auszuüben.

1988: Der erste Welt-AIDS-Tag wird von den Vereinten Nationen ausgerufen.

1991: Die Rote Schleife wird zum ersten Mal als Zeichen für Solidarität mit HIV-Betroffenen getragen. Im September besetzt Act Up den Dom zu Fulda.

1993: Am 20. Mai stirbt Siegfried Dunde in Bonn an den Folgen von AIDS. Er beschäftigte sich in Vorträgen und Publikationen mit Vorurteilen gegenüber Homo­sexuellen und Aids-Kranken und war stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Aids-Stiftung "Positiv Leben".

1994: Mit Philadelphia (USA, 1994) erscheint der erste Hollywood-Film über AIDS.

1996: Die Deutsche AIDS-Stiftung "Positiv leben" und die Nationale AIDS-Stiftung schließen sich zur Deutschen AIDS-Stiftung zusammen. Die Kombinationstherapie löst auf dem Welt-AIDS-Kongress Euphorie aus.

90er Jahre: In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 2000 HIV-Neudiagnosen.

Ab 2000: Von 2000 bis 2007 stieg die Zahl der Neudiagnosen jährlich kontinuierlich an.

Seit 2007: Die jährlichen Neudiagnosen in Deutschland stabilisieren sich bei 3000 pro Jahr.

Wöchentliche Umfrage

» Wie hat HIV/Aids Dein Leben verändert?
    Ergebnis der Umfrage vom 06.6.2011 bis 13.6.2011
-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.06.2011, 15:58h
  • Es wird noch einige Zeit vergehen, bis AIDS endlich heilbar ist. Ich hoffe, die Forschung macht in den nächsten Jahren immense Fortschritte, auch was das aktuelle Thema EHEC angeht.
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#2 Simon H.Anonym
  • 05.06.2011, 16:38h
  • Wie lange wird es wohl noch dauern, bis hoffentlich eine Heilung möglich ist? Und eine Impfung...

    Wenn man bedenkt, wieviele Menschen uns diese Seuche schon genommen hat... Neben den persönlichen Schicksalen ist das auch schlimm für die Bewegung: wir könnten noch viel mehr sein und damit auch schon viel mehr erreicht haben, wenn uns nicht soviele Freundinnen und Freunde genommen worden wären und werden.

    Ich bin zu jung, um die Zeit vor AIDS zu kennen, aber das muss toll gewesen sein.

    Wollen wir hoffen, dass irgendwann Heilung und Impfung möglich sind.
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#3 FelixAnonym
  • 05.06.2011, 17:09h
  • Und die katholische Kirche verbietet weiterhin Kondome und verbreitet Lügen über Kondome (z.B. dass Kondome AIDS verbreiten).

    Das zeigt, wie menschenverachtend die katholische Kirche ist. Es kann doch niemand es ernsthaft als menschlich oder christlich ansehen, wenn man Leute aus purem Hass in den sicheren Tod schickt.

    Sogar die verhungernden AIDS-Waisen in der dritten Welt lassen diese Pfaffen kalt.

    SCHANDE über die katholische Kirche, die Mitschuld an jedem einzelnen Kranken, jedem einzelnen Toten und jedem einzelnen AIDS-Waisen hat.

    Alles nur, um nicht zuzugeben, dass man im Unrecht ist!!

    Und fast noch schlimmer:
    die Politik lässt diese menschenverachtende Organisation nicht nur gewähren, sondern schützt und fördert sie sogar noch. Nicht nur, dass die Kirchensteuer eintreiben, sondern die Kirche bekommt auch aus sonstigen Steuern (auch von Nichtmitgliedern) Millionen!

    Das ist ein Skandal!

    Und dann darf der oberste Hassprediger auch noch im Herbst vor dem Bundestag hetzen. Soviel zur These, wir würden in einer Demokratie leben! In einer echten Demokratie herrscht Trennung von Staat und Kirche!
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