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  • 10. Juni 2011 31 2 Min.

Erfahrungsaustausch mit Alltags- und Fachexperten (Bild: queerhandicap)

"Doppelt diskriminiert ist voll daneben" finden Menschen, die wegen ihres Handicaps und ihrer sexuellen Orientierung schräg angesehen werden.

Von Carsten Weidemann

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Personen mit Behinderung und chronischer Erkrankung leben nach ihren eigenen Erfahrungen mit "Doppelter Diskriminierung". Und das nicht nur ab und an, sie ist Teil ihres Alltags, ob im Heim, auf der Arbeit, oder unterwegs in der Szene. Das Forum, das im Herbst 2011 in Düsseldorf stattfinden soll, hat entsprechend den passenden Titel gewählt: "Doppelt diskriminiert ist voll daneben". Alle, die diese Erfahrung selbst gemacht haben, sind dazu eingeladen, gemeinsam mit Fachkräften aus den verschiedenen Bereichen auf Augenhöhe zu diskutieren. Experten treffen auf Alltagsexperten, starke Gefühle auf guten Rat. Beantwortet werden sollen Fragen wie: Welche Erfahrungen machen sie? Wie wehren sie sich? Wo gibt es Hilfen? Was sagen Fachleute? Wie gelingen gemeinsam Teilhabe und Inklusion?

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Workshops für Behinderte und Nichtbehinderte


Corre aus Köln sprach als IWWIT-Rollenmodel über Sex (Bild: www.iwwit.de)

Organisiert wird die Tagung von der Landesarbeitsgemeinschaft queerhandicap im Schwulen Netzwerk NRW e.V. in Kooperation mit dem neuen bundesweiten Verein queerhandicap e.V. Der Verein hat sich im letzten Sommer erst gegründet, zuvor waren aber bereits einige engagierte Personen in NRW tätig. Dazu gehört zum Beispiel Corrie aus Köln. Der 44-Jährige ist offensiv, für die Präventionskampagne IWWIT der Deutschen AIDS-Hilfe plauderte er im vergangenen Jahr sogar über seine Erfahrungen mit Sex. Seit rund fünf Jahren macht er nun bei queerhandicap mit. Er sieht sich ein bisschen als Vermittler, wie er im IWWIT-Interview erklärte: "Für die Leute in meiner Gruppe wäre es wirklich am wichtigsten, man würde die Nichtbehinderten darüber aufklären, dass Behinderte Menschen sind wie du und ich. Wir haben auch eine Sexualität! Wir brauchen ja nicht nur Barrierefreiheit auf den Straßen, sondern auch in den Köpfen. Und alle Behinderten sollten darüber aufgeklärt sein, dass nicht alle ohne eine Behinderung immer gleich Schweine sind."

Das Forum queerhandicap findet vom 13.-16.10. 2011 in der barrierefreien Jugendherberge Düsseldorf statt. Teilnehmen können bis zu 25 Personen. Für Unterkunft und Verpflegung ist gesorgt. Gebärdendolmetscher werden bei Bedarf gestellt. Anmeldeschluss ist der 30.07.2011.

-w-

#1 LazarusAnonym
  • 10.06.2011, 11:14h
  • Oft benehmen sich die Behinderten eher daneben und diskriminieren normale Leute. Oder kennt jemand nicht die Rollstuhlfahrer, die sich einfach an der Kasse vorbeidrängeln.
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#2 NotionConcept
  • 10.06.2011, 11:37h
  • Oft denken Leute auch nicht nach, bevor sie etwas ins Netz schreiben. Genauso wie ich oft nicht unterscheiden kann, wer die größeren intellektuellen Defizite hat, geistig Behinderte oder manche Leute aus unserer "offenen Community". Du solltest dich nur einen Tag lang mal in einen Rollstuhl setzen und damit versuchen den Alltag in der Stadt zu meistern oder mal damit in die Szene gehen.

    Ich kenne ein paar Schwule, die im Rollstuhl sitzen und was die teilweise ertragen müssen ist echt nicht in Ordnung. Wenn man GR-Nachrichten liest in denen es inhaltlich so zu geht: "Willst du dich nicht umbringen? Damit tust du unserer Community einen Gefallen, hässlicher Krüppel!" Fragt man sich immer wieder, warum solche Leute von der Gesellschaft Toleranz und Akzeptanz fordern, wenn sie selbst das genaue Gegenteil darstellen.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich aber dem Rollenmodell nur zustimmen, denn die sind anfangs auch eher ablehnend an mich herangetreten, weil sie nicht wieder so verletzt werden wollen. Allerdings denke ich, dass eine Teilnahme von bis zu 25 Personen nicht ausreicht, weil man damit nur ein kleines bisschen an der Oberfläche kratzt.
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#3 seb1983
  • 10.06.2011, 11:59h
  • Antwort auf #1 von Lazarus
  • Das kann man so nicht stehen lassen.
    Klar kommt das vor. Oft benehmen sich auch Deutsche im Urlaub peinlich, oft sind Schwule rücksichtlos, oft lassen Hundebesitzer ihre Tiere überall hinpinkeln etc etc.
    Das mag dann zwar ins Auge fallen, steht aber bestimmt nicht für alle als Gruppe sondern eben nur für die eine Person.
    Zu einem besseren Menschen wird man als Schwuler oder Behinderter eben nicht automatisch.

    Und sowiso: Wenn man anfängt mit
    Ihr Deutschen
    Ihr Türken
    Ihr Studenten
    Ihr Männer
    Ihr Schwulen
    etc. seid doch, macht doch, sagt doch....
    dann geht das ohnehin schief. Macht das Leben aber einfacher...
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