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- 12. Juni 2011 3 Min.

Die Polizei in Split versucht, die Teilnehmer des CSD zu schützen
Der erste CSD in der kroatischen Hafenstadt Split ist am Samstag von Gewalt und einem großen Gegenprotest erschüttert worden. Als die LGBT-Demonstration mit rund 300 Teilnehmern am Hafen ankam, warteten dort von der Polizei abgetrennt mehrere Tausend Gegendemonstranten. Sprechchöre wie "Tötet die Schwulen" waren zu hören.
Einige der Gegendemonstranten bewarfen die CSD-Teilnehmer mit Eiern, Tomaten, Blumen, Feuerwerkskörpern, Flaschen und auch Steinen. Fünf Personen suchten mit leichten Verletzungen ein Krankenhaus auf, darunter ein Kameramann von RTL, der mit einem Stein verletzt wurde. Unter den insgesamt sieben Verletzten befinden sich zwei weitere Journalisten, zwei Polizisten, ein CSD-Teilnehmer und ein Gegendemonstrant.
Die Polizei nahm 137 Gegendemonstranten fest, 25 von ihnen sollen minderjährig sein. Während internationale Nachrichtenagenturen von 10.000 Gegendemonstranten sprechen, ist in kroatischen Medien von bis zu 8.000 die Rede. Geht man das Video- und Fotomaterial des Tages durch, scheint auch diese Zahl deutlich zu hoch gegriffen. An den direkten Konfrontationen sollen bis zu 300 Menschen beteiligt gewesen sein, berichtet der kroatische RTL-Ableger.
Polizei will durchgreifen

Teilnehmer des CSD in Split
Die Polizei der zweitgrößten Stadt Kroatiens versprach in einer Pressekonferenz, ihr Verhalten während des Tages aufzuklären sowie Filmaufnahmen nach Rädelsführern und Gewalttätern zu durchsuchen. Ein Sprecher sagte, es sei schwer gewesen, für Ordnung zu sorgen, da sich zwischen den radikalen Gegendemonstranten auch Kinder und alte Leute befunden hätten. Bereits vor Beginn der Demo hatte die Polizei rund 50 Personen verhaftet.
Die Organisatoren haben angekündigt, im nächsten Jahr wieder einen CSD abzuhalten. Die Zeitung "Jutarnji list" kommentierte, der CSD habe gezeigt, auf welche Seite man sich zu stellen habe. Dort die Schwulen und Lesben: "jung, anständig, friedlich und intelligent". Auf der anderen Seite eine gewalttätige Masse. Das müsse jeder erkennen: die Bürger von Split, die Politiker und auch die Bischofskonferenz (die gegen den Pride gewettert hatte). Nach diesem Tag der Schande hätten die Rechtsextremen verloren. (Bildergalerie einer kroatischen Zeitung)
CSDs in Warschau, Rom und anderen Städten

Massen beim Europride in Rom
Auch in Warschau demonstrierten Schwule und Lesben am Samstag unter Polizeischutz. Ein Jahr nach dem Europride in der polnischen Hauptstadt kamen rund 3.000 Schwule, Lesben und Bisexuelle zur "Parade der Gleichheit". Auch mehrere linke und sozialdemokratische Politiker nahmen teil. Der Palast für Kultur und Wissenschaft wurde in Regenbogenfarben beleuchtet. Mehrere hundert Menschen, hauptsächlich junge Rechtsradikale, protestierten gegen den Pride und warfen am Anfang Knallkörper in die Menge. Niemand wurde verletzt und danach blieb es friedlich. (Bildergalerie des polnischen Fernsehens)
In Rom versammelten sich zeitgleich mehrere hunderttausend Menschen zur Parade des Europride, an dem 39 Wagen teilnahmen - und ein junger Mann mit dem T-Shirt "Habemus Gaga". Die Sängerin gab am Abend bei der Abschlussveranstaltung im Circus Maximus ein Konzert. "Wir kämpfen für Gerechtigkeit", rief Lady Gaga in einer längeren Rede. "Wir wollen wirkliche Gleichberechtigung. Jetzt" (Video der gesamten Rede) Zuvor war bereits ein Grußwort der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton verlesen worden. Die Organisatoren sagten in der Arena, am Europride hätten gar über eine Millionen Menschen teilgenommen. Zwei sehr kleine, spontane Gegendemos waren von der Polizei aufgelöst worden.
Auch in Deutschland wurde CSD gefeiert: In Hannover zog eine Parade durch die Innenstadt, das Straßenfest geht auch wie das Lesbenfrühlingstreffen in Rostock am Sonntag weiter. Bereits am Freitag feierten rund 100.000 Menschen den CSD in Tel Aviv. (nb)














