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- 12. Juni 2011 2 Min.

Tabuthema homosexuelle Priester: In Großbritannien wurde sogar dieses Werbemotiv für Antonio Federici Eiscreme zensiert
In der Schweiz fordern katholische Initiativen die Gleichstellung von Frauen und Homosexuellen in der Kirche. Gläubige Schwule und Lesben aus ganz Europa schreiben an den Papst.
Von Carsten Weidemann
Es bewegt sich was in der römisch-katholischen Kirche: In der Schweiz setzen sich zwei Basler Initiativkomitees dafür ein, Homosexuelle in Partnerschaften zum Priesteramt zuzulassen. Entsprechende Unterschriftensammlungen haben an diesem Pfingswochenende begonnen, berichtete die Zeitung "Der Sonntag".
"Im Vordergrund stehen für uns das Frauenpriestertum und die Abschaffung des Pflichtzölibats, aber die Initiative bedeutet auch die Gleichstellung für Homosexuelle", bestätigte Initiatorin Anita Lachenmeier, die für die Grünen im Nationalrat sitzt. Auch für Mitinitiator Oswald Inglin, Grossrat der Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) und ehemaliger Synodenpräsident der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt, sind schwule Priester kein Problem. "Das geht zwar noch einen Schritt weiter als die Zulassung von verheirateten Männern, die katholische Kirche müsste über einen noch grösseren Schatten springen", sagte der CVP-Politiker. Den Initiativkomitees gehören mehrere Ex-Mitglieder der Kirchenbehörden, Juristen und Professoren der Universität Basel an.
Deutliche Worte von Schwulen und Lesben an den "lieben Heiligen Vater"
Bereits am Freitag hat das Europäische Forum christlicher Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender-Organisationen einen Offenen Brief an Papst Benedikt XVI. geschrieben. Darin fordert der Dachverband das Kirchenoberhaupt auf, auch sexuelle Minderheiten in die Achtung von Menschenrechten einzubeziehen und deren persönliche Integrität anzuerkennen. In dem Appell an den Papst wird kein Blatt vor dem Mund genommen. So heißt es etwa: "Wir fordern Eure Heiligkeit auf, Gewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LSBT-Menschen) zu verurteilen und dazu beizutragen, dass Strafbestimmungen für sexuelle Handlungen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts weltweit aufgehoben werden. Das Schweigen Ihrer Heiligkeit wird als Zustimmung zu Gewalt, Folter und Mord interpretiert."
Darüber hinaus wird vom Papst ein klare Stellungnahme gegen den von religiösen Autoritäten ausgeübten Druck auf Lesben und Schwule, sich einer "reparativen Therapie" zu unterziehen. In dem Schreiben wird die römisch-katholische Kirche zudem dazu aufgerufen, Homosexuellen das gleiche Recht auf eine gelebte Partnerschaft zuzugestehen wie Heterosexuellen, ohne negative Konsequenzen seitens der kirchlichen Hierarchien befürchten zu müssen.
Das Europäische Forum vertritt 45 christliche LSBT-Mitgliedsorganisationen aus 23 europäischen Ländern. Die Initiative für den Brief ging von der polnischen Gruppe "wiary i tęcza" (Glaube und Regenbogen) aus.
Links zum Thema:
» Den Brief an den Papst als PDF downloaden














