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  • 16. Juni 2011 9 2 Min.

Wird der Senat die Öffnung der Ehe weiterhin verhindern?

Bereits zum vierten Mal hat das Unterhaus des Bundesstaates New York die Öffnung der Ehe beschlossen - ob der Senat die Gleich­behandlung wieder verhindert, entscheidet sich voraussichtlich am Freitag.

In der von den Demokraten kontrollierten New York Assembly stimmten 80 Abgeordnete für die Homo-Ehe, 62 votierten dagegen. Der wirkliche Test für das Gesetz ist aber der Senat in Albany, in dem die Republikaner eine knappe Mehrheit haben. Dort steht die Entscheidung auf Messers Schneide: 31 der 62 Senatoren haben bereits öffentlich erklärt, dass sie für die Ehe-Öffnung stimmen würden. Darunter sind 29 der 30 demokratischen Senatoren und zwei der 32 Republikaner. Die Befürworter bräuchten also noch eine Stimme, um die Homo-Ehe zu beschließen. Der demokratische Fraktionschef John Sampson hofft nun, dass noch mindestens ein Republikaner die Seiten wechselt: "Ich verlange von meinen republikanischen Kollegen, das Richtige zu tun und dazu beizutragen, dass alle New Yorker gleich behandelt werden", so Sampson. Mehrere Republikaner haben sich bislang nicht über ihr Abstimmungsverhalten geäußert.

Der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo hat bereits angekündigt, das Gesetz zu unterschreiben. Er hatte während des Wahlkampfs 2010 versprochen, sich in seiner Amtszeit für die Homo-Ehe einzusetzen. Er bezeichnete in einer ersten Reaktion den Beschluss der Assembly als "mutig".

Homo-Gruppen rufen die New Yorker dazu auf, sich bei ihrem Senator für ein "Ja" bei der Abstimmung einzusetzen. In den Büros mehrerer Senatoren klingeln daher bereits seit Tagen die Telefone ununterbrochen.

Youtube | Der demokratische Fraktionschef John Sampson appelliert an seine republikanischen Kollegen, der Gleichbehandlung nicht im Weg zu stehen.

Senator Ruben Diaz ist der einzige Homo-Gegner in den Reihen der Demokraten (Bild: New York State Senate)

Das Gesetz sieht vor, dass Schwule und Lesben 30 Tage nach der Unterzeichnung heiraten dürfen. New York wäre nach Massachusetts, Connecticut, Iowa, New Hampshire und Vermont der sechste Bundesstaat, der gleich­geschlechtliche Paare im Eherecht gleichstellt.

Bereits drei Mal zuvor hatte die Assembly die Gleichstellung im Eherecht beschlossen, sie scheiterte aber stets am Senat. Zuletzt ließ diese Parlamentskammer 2009 die Homo-Ehe mit 24 gegen 38 Stimmen durchfallen (queer.de berichtete). Damals stimmten noch viele Demokraten gegen die Gleichstellung. Heute wehrt sich nur noch der demokratische Senator Rubén Díaz dagegen. Er war bis 2010 Mehrheitsführer und stets an der Verhinderung der Homo-Ehe beteiligt. Der evangelische Pfarrer erklärte, Homosexualität sei unbiblisch und dürfe daher nicht gesetzlich gleichgestellt werden. (dk)

Nachtrag (18.6.): Die Abstimmung im Senat wurde am Freitag auf die kommende Woche verschoben. Offenbar waren sich die Ehe-Befürworter noch nicht sicher, ob sie noch einen 32. Senator auf ihre Seite ziehen können. Gouverneur Cuomo erklärte, er sei weiterhin "vorsichtig optmistisch" über die Erfolgsaussichten des Gesetzes.

-w-

#1 IchAnonym
  • 16.06.2011, 14:40h
  • ein evangelischer Pfarrer begründet die Ablehung einer gesetzlichen Ehe-Bestimmung mit der Bibel?? Ich bin kein Christ und kenne mich da nicht aus, aber war nicht einer der Leitsätze von Martin Luther "Die Ehe ist Provatsache!". Verstößt der Herr Pfarrer da nicht gegen die Grundsätze seiner eigenen Religion?
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.06.2011, 17:06h
  • Die Sache MUß jetzt endlich klappen, sonst können Schwule und Lesben bis zum Sankt Nimmerleinstag auf die Ehe-Öffnung warten!
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 16.06.2011, 18:05h
  • Antwort auf #1 von Ich
  • @Ich
    Bei dem Pfarrer handelt es sich in diesem Fall nicht um einen lutherischen Pfarrer, sondern Díaz gehört den Pfingstlern an.

    Bei den Pfingstlern gibt es keine zentrale Leitung und jede pfingstlerische Gemeinde ist mehr oder weniger autark und "macht was sie will". Das ist immer auch bei diesen Zungenreden in Grossraumkirchen der USA zu beobachten, wo sich Leute schütteln und rütteln und wo dann den Leuten erzählt wird, der Heilige Geist sei in diesen Menschen eingekehrt.

    Daher auch hier kann ich nur davor warnen, die sehr verschiedenen Kirchen des Christentums in einen einzigen Topf zu werfen.

    Das wäre so als wenn man Volker Beck, Ole von Beust, Guido Westerwelle, Farid Müller und Stefan Kaufmann auch alle über einen "Kamm schert", weil sie schwul sind und als Politiker tätig sind. Und so ist das bei den christlichen Kirchen ebenso. Andere Kirchenleitungen haben da ganz gegensätzliche Positionen zu diesem einzelnen pfingstlerischen Pfarrer und das hat ich auch bereits oft genug hier im Forum geschrieben. Gruss an die lutherische Bischöfin Eva Brunne in Schweden.

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    Ansonsten hoffentlich klappt dies jetzt in New York.
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