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  • 17. Juni 2011 14 2 Min.

Das slowenische Parlament in Ljubljana (Laibach)

In Slowenien erhalten Homo-Paare mehr Rechte - die von der Regierung im vergangenen Jahr angekündigte Öffnung der Ehe wurde aber auf Druck der konservativen Opposition auf Eis gelegt.

Die linksgerichtete Regierungskoalition des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Borut Pahor konnte am Donnerstag mit 43 gegen 38 Stimmen die Reform des Familiengesetzes durchsetzen. Besonders umstritten war die Weiterentwicklung der eingetragenen Partnerschaften, die seit 2006 möglich sind. Anders als bisher haben Homo-Paare damit künftig in den meisten Bereichen - etwa im Steuer- und Sozialrecht - die gleichen Rechte wie (heterosexuelle) Eheleute. Die einzige große Einschränkung ist das Adoptionsrecht - hier konnte sich das Parlament lediglich auf eine Stiefkindadoption einigen. Dabei können Homo-Partner nur das leibliche Kind ihres Partners adoptieren. Die Adoption von fremden Kindern ist jedoch - wie auch in Deutschland - für schwule und lesbische Paare weiterhin verboten.

Für Homo-Aktivisten in Slowenien ist dieses Gesetz jedoch eine Enttäuschung: Anfang 2010 hatte die linksgerichtete Regierung nämlich noch die Öffnung der Ehe inklusive des vollen Adoptionsrechts in Aussicht gestellt (queer.de berichtete). Die Definition der Ehe sollte von "Verbindung zwischen Mann und Frau" zu "Verbindung zwischen zwei Personen" geändert werden. Das scheiterte jedoch am Widerstand der konservativen Opposition, die über Monate eine Verabschiedung des neuen Familiengesetzes blockierte. Abgeordnete der Demokratischen Partei erklärten, dass eine Gleichstellung von Homo-Paare zu einer Abwertung der traditionelle Familie führen würde. Während der letzten Wochen warb vor allem die katholische Kirche gegen die Gesetzesänderung.

Verfassungsgericht fordert Gleichbehandlung

Dabei hatte die Regierung keine andere Wahl, als Schwule und Lesben zumindest teilweise gleichzustellen: Bereits im Juni 2009 hatte nämlich das oberste Verfassungsgericht des Landes die Ungleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern und heterosexuellen Eheleuten als Diskriminierung bewertet, die laut slowenischer Verfassung verboten ist.

Direkte Demokratie bedroht neues Familienrecht

Dennoch ist nicht sicher, ob die Gesetzesänderung Bestand haben wird. So hat die konservativ-katholische Lobbygruppe "Für Familie und für Kinderrechte" bereits damit angefangen, Unterschriften gegen das Gesetz zu sammeln, um einen Volksentscheid zu erzwingen. Für die Regierungskoalition ist das eine große Gefahr: In den vergangenen sechs Monaten hat das Volk bereits in fünf Abstimmungen Gesetze der Regierung zu Fall gebracht. (dk)

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-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.06.2011, 17:11h
  • Ich hoffe, daß diese Lobbygruppe keinen Erfolg hat und der Volksentscheid verhindert wird!
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 17.06.2011, 17:26h
  • Einfach nur widerlich, hier wie dort!

    Man sollte ihnen kollektiv entgegenschreien, dass sie sich ihre "mehr Rechte" sonstwohin stecken können.

    Entweder uneingeschränkt gleiche und vollwertige Rechte für ALLE, oder die selbsternannten, in aller Regel christlichen Herrenmenschen sollen sich ganz offen zu ihrem menschenfeindlichen, rassistischen Unrechtsstaat bekennen! Wir jedenfalls dürfen uns da nicht auf faule Kompromisse einlassen und uns auch noch zum Erfüllungsgehilfen dieser permanenten Herabwürdigungen machen.

    Die EU versagt in skandalöser Weise, wenn sie diese grundlegenden menschenrechtlichen und demokratischen Prinzipien nicht endlich überall, auch in Deutschland, in vollem Umfang durchsetzt!

    Und noch ein Wort zur "direkten Demokratie":

    Was für eine perverse Vorstellung von direkter Demokratie soll das sein, die Menschen- und Bürgerrechte bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zur Disposition und Abstimmung stellt? Auch solche antidemokratischen, menschenverachtenden Vorgänge gehören sofort EU-weit verboten!
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#3 Geert
  • 17.06.2011, 17:26h
  • Wenn dieses ach so weltoffene Deutschland es nicht schafft, die Ehe zu öffnen, warum soll es dann ausgerechnet in einem so katholisch geprägten Land wie Slowenien geschehen?
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