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- 23. Juni 2011 2 Min.
Die am meisten gelesenen Themenkanäle auf queer.de sind "Politik" und "Erotik". Dass es sich dabei nicht unbedingt um komplett unterschiedliche User-Kreise handeln muss, zeigt eine Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag.

Offensichtlich war der Grünen-Abgeordnete Volker Beck am zweiten Weihnachtsfeiertag 2010 in Surf-Laune: An jenem 26. Dezember hatte unser Redakteur Norbert Blech seinen Enthüllungs-Bericht Wenn Dildos krankmachen im Kanal "Erotik - Toys" online gestellt. Sein - auch in unserem Buch Toys for Boys (Amazon-Affiliate-Link ) erhobener - Vorwurf: Viele Sextoys enthalten teilweise krebserregende Schadstoffe, doch es fehlen gesetzliche Regelungen für gesundheitlich vertretbare Maximalwerte.
Ein knappes halbes Jahr lang hat Volker Beck über ungesunde Plugs und Dongs gegrübelt, bis er nun am 10. Juni 2011 im Bundestag eine Kleine Anfrage zum Thema "Sexuelle Gesundheit als Thema des Verbraucherschutzes" gestellt hat. "Weichmacher sind gefährlich, auch bei Vibratoren oder Dildos. Verbraucherschutz muss auch da ansetzen, wo es um sexuelle Gesundheit geht", fordert Beck dazu in einer Pressemitteilung: "Falsche Scham oder vermeintliche Tabus dürfen Verbraucherinformation und Kontrolle nicht behindern. Ich erwarte von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen, um den erschreckend hohen Anteil von Weichmachern in Sexspielzeugen zu verringern."
Jene Pressemitteilung hatte Beck am Mittwochnachmittag verschickt - und sich bereits am Abend bei Norbert Blech beschwert, warum auf queer.de noch immer nichts dazu online sei. Wo wir doch an seiner Kleinen Anfrage Schuld seien. Vor wenigen Minuten erinnerte uns unser Lieblingsabgeordneter noch einmal über Twitter.
Nun gut, weil wir ja immer froh sind, wenn wir Politiker bewegen (oder erregen) können, ist diese Meldung nun live. Und wir sind mehr als gespannt, was ihm Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) antworten wird... (mize)
Dildo-Foto oben mit harmlosen Weichmachern: D.C.Atty / flickr / cc by 2.0















Die meisten Politiker scheuen sich vor dem Thema, da sie nicht mit Sex-Toys in Verbindung gebracht werden wollen.
Gut, dass es auch jemanden wie Volker Beck gibt, der wichtige Themen offen anspricht, egal was Konservative davon halten.