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  • 28. Juni 2011 46 2 Min.

Beim Anschlag in der Kastanienallee kam niemand zu Schaden (Bild: Oh-Berlin.com / flickr / by 2.0)

Offenbar aus Rache auf tätliche Angriffe gegen NPD-Politiker sind in Berlin Brandanschläge auf fünf Häuser verübt worden, darunter auch das schwule Wohnprojekt Tuntenhaus.

In der Nacht zum Montag setzten Unbekannte die Tür des Hauses in der Kastanienallee 86 im Ortsteil Prenzlauer Berg in Brand, während die Bewohner schliefen. Ein Rauchmelder weckte die Männer auf, die das Feuer schließlich selbst löschen konnten. In der gleichen Nacht gab es mehrere weitere Anschläge gegen linksalternative Projekte. Dabei entstand etwa hoher Sachschaden am "Anton-Schmaus-Haus", einer Einrichtung der "Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken". Auch Autos von Bewohnern des Wohnkollektivs im Thomas-Weissbecker-Haus, ein linker Treffpunkt in der Lottumstraße und das Geschäft "Red Stuff" in der Kreuzberger Waldemarstraße brannten.

Die Feuerserie gilt als Rache für Angriffe von mutmaßlichen Linksextremisten auf mehrere NPD-Politiker in Berlin. So wurde der Berliner Landeschef Uwe Meenen am Samstag von Vermummten niedergeschlagen und am Boden liegend mit Füßen getreten. Meenen musste im Krankenhaus behandelt werden. Daraufhin schworen Neonazis im Internet Rache.

Warnung vor Eskalation der Gewalt

Der Berliner Verfassungsschutz spricht angesichts der Anschläge von einer "neuen Qualität" der Gewalt, die von extremistischen Gewalttätern aus dem linken und rechten Spektrum ausgeht. Innensenator Erhart Körting (SPD) kündigte daraufhin an, dass die Polizei im Wahlkampf mehr Präsenz zeigen würde. Er erinnerte an die Radikalisierung zwischen Links und Rechts in der Weimarer Republik, die schließlich zum Aufstieg der Nationalsozialisten geführt hatte.

Das Tuntenhaus fordert eine harte Bestrafung der Täter: "Die Brandanschläge auf Wohnhäuser, in denen Menschen schlafen, müssen als Mordversuch verstanden werden", heißt es auf der Website des Wohnprojekts. Für den Dienstagabend ist ab 19 Uhr eine Demo von Antifa-Aktivisten in Kreuzberg geplant.

Tuntenhäuser gibt es seit Anfang der 1980er Jahre in Deutschland. Damals besetzten linke Schwule leer stehende Häuser und bauten sie in Eigeninitative zu Wohngemeinschaften um. (dk)

#1 FDP-ChristianAnonym
  • 28.06.2011, 14:27h
  • Dass es die "Tunten" im Tuntenhaus getroffen hat, ist sehr zu bedauern, genau wie all die anderen Opfer, aber mal ehrlich: linksextremistische gegen rechtsextremistische Gewalt... das war irgendwie klar, dass das nich gut geht.

    Ich werde zwar wieder Schelte von den links-grünen-Kampf-Gleichmachern hier bekommen, aber daran sieht man, dass in Deutschland WEDER linke NOCH rechte Gewalt einen Platz finden dürfen. Beides ist Terror und gleichermaßen zu bekämpfen.

    Die FDP fordert das seit Jahren!!

    Der erste Schritt wäre es, die Partei DIE LINKE endlich überall unter den Verfassungsschutz zu stellen, sprich von diesem untersuchen und ggf. dagegen intervenieren zu lassen.
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#2 Die Grünen-HorstAnonym
  • 28.06.2011, 14:41h
  • Antwort auf #1 von FDP-Christian
  • Das ist wieder einmal typisch für die FDP, anstatt sich darüber zu freuen, dass diesmal nichts Schlimmeres passiert ist, verfällt man sofort in einen anklagenden Duktus und setzt auf den Obrigkeitsstaat. Alles klar, lieber Christian.
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#3 dumme ideeAnonym
  • 28.06.2011, 14:44h
  • Mit Wörtern wie "Tuntenhaus" macht man sich selber lächerlich.
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