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  • 28. Juni 2011 21 2 Min.

"Homo­sexuell" wird oft in Kombination mit dem Wort "Schurke" gesehen (Bild: melanieburger / flickr / by-nd 2.0)

Das englische Wort "homosexual" darf künftig in Schottland nicht mehr von Beamten verwendet werden, weil sich Schwule und Lesben dadurch diskriminiert fühlten.

Die schottischen Behörden haben nach Angaben von "Pink News" eine Richtlinie erlassen, in der ausdrücklich die Benutzung bestimmter Worte verboten wird. So heißt es: "Es ist inakzeptabel, das Wort 'homo­sexuell' zu benutzen. Viele Schwule und Lesben empfinden ihn als beleidigendes Wort, das früher in Gesetzen verwendet wurden, die gleich­geschlechtliche Beziehungen illegal machten." Auch das Wort "heterosexual" soll künftig nicht mehr verwendet werden, da es mit "homosexual" verwechselt werden könnte - statt dessen sollen Polizisten und Co. "straight" verwenden.

Schwul-lesbische Aktivisten unterstützen dieses Vorgehen. So erklärte ein Sprecher für Stonewall Schottland, dass Worte wie "homosexual" in einer Zeit verwendet wurden, in der Schwule und Lesben als krank galten.

Amerikanische und britische Zeitungen haben die Benutzung dieser Worte bereits eingeschränkt, weil sie als Schimpfwort verstanden werden könnten, wie die "Washington Post" in ihren Richtlinien schreibt. Als besonders diskriminierend werden Wortkombinationen wie "practising homosexual" empfunden, die aber weitgehend aus britischen Medien verschwunden sind.

In Deutschland benutzen die meisten Zeitungen das Wort Homosexualität, oft auch in Kombinationen (Homosexuellenparade, Homo-Ehe). Allerdings gibt es im Deutschen kein anderes umfassendes Wort für Schwule und Lesben (wie "gay" auf Englisch) und auch keinen eigenen Begriff für "straight" (außer "hetero"). Queer.de bemängelte zuletzt die Benutzung des Ausdrucks "bekennender Schwuler" oder "bekennender Homosexueller" in deutschen Zeitungen. Auch der noch manchmal auftauchende Begriff "Homosexuellen-Milieu" steht bei deutschen Aktivisten in der Kritik, weil der Begriff Schwule in die Nähe von kriminellen Verhaltensweisen rückt (vgl. Rotlichtmilieu, Drogenmilieu). (dk)

-w-

#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 28.06.2011, 19:16h

  • Mir ist aufgefallen dass deutsche Medien, vor allem die öffentlich-rechtlichen noch häufig dieses Wort verwenden, während man hierzulande in der Tagesschau oder 10vor10 des SF schwul oder lesbisch benutzt. Homosexuell kann schon reichlich antiquiert rüberkommen, auch je nach Betonung des Sprechers klingt es wie eine bedrohliche Krankheit.
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#2 Lapushka
  • 28.06.2011, 19:22h
  • Wat?
    Also ich empfinde dieses "Der praktizierende Homosexuelle", "der bekennende Homosexuelle" usw. auch scheisse.
    Aber "homosexuell" als solches?

    Wobei, wenn Heterosexualität, Homosexualität und Bisexualität komplett aus dem Sprachgebrauch verschwinden würde und man die Leute einfach "machen lassen", egal was und wie herum sie sin, würde und so eine spezielle Beschreibung überhaupt nicht mehr praktiziert werden würde, fände ich das wiederum cool.
    Inzwischen sind diese Worte ja doch ein wenig hysterisch aufgeladen.
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#3 GeorgFalkenhagen
  • 28.06.2011, 20:32hBremen
  • Hm, "gleichliebend" könnte man vielleicht nehmen. Klingt dann aber auch irgendwie zu deutsch bzw. bürokratisch. Außerdem klingt das nicht "quer" genug, zu wenig revolutionär und schließt so genannte Tunten und Transgender nicht so richtig ein. Bleiben wir also beim "queer", liebes queer.de!
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