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https://queer.de/?14548
  • Von Micha Schulze
    29. Juni 2011 12 2 Min.

Was ist eigentlich eine Provokation? Wenn der Papst Homosexualität als "moralisch nicht richtig" bezeichnet und Partnerschaften von Schwulen und Lesben als "subversiven Anschlag auf die Schöpfung" verdammt, der Kinder "bestraft" und die Familie "schwächt"? Oder wenn am Bezirksrathaus von Berlin-Lichtenberg eine kleine Regenbogenfahne weht, während Benedikt XVI. einen großen Auftritt im Deutschen Bundestag hat?



Nun, in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Berlin-Lichtenberg hat sich eine groß-grüne Koalition aus SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen bekanntlich für das Letztere entschieden und den mehr als kreativen Beflaggungs-Antrag der Linken abgelehnt (queer.de berichtete). Wer hätte gedacht, dass die Regenbogenfahne als friedliches Zeichen von Demokratie, Toleranz und Vielfalt die Lokalpolitiker mehr erregen kann als Hass-Predigten aus dem Vatikan.

In einer Pressemitteilung vom Dienstag legen die Bezirks-Sozis nun noch einmal nach. Seine Partei habe Lichtenberg vor einer "peinlichen Beschlussfassung bewahrt", rühmt sich SPD-Fraktionschef Manfred Becker und argumentiert ausgerechnet mit der "dem Staat gebotenen Neutralität in Religions- und Weltanschauungsangelegenheiten":

Dass die Linke den provozierenden Charakter eines solchen Antrags nicht zu erkennen vermag, zeugt von bemerkenswerter politischer Verblendung, die offenbar auch nach ihrer Abstimmungsniederlage anhält. Wieder einmal erweist sich, dass die Linke nicht in der Lage ist, zwischen Gesellschaft und Staat, zwischen Partei und Staat zu unterscheiden und zwischen dem, was den Akteuren der Gesellschaft, also z.B. den Parteien, erlaubt ist und auch gängige Praxis ist, dem Staat Bundesrepublik Deutschland, hier in Gestalt des Bezirks Lichtenberg, nach seinem Selbstverständnis aber nicht zusteht.

Ob sich der Lichtenberger SPD-Fraktionschef mit derselben holprigen Argumentation auch zur Papst-Rede im Deutschen Bundestag äußern wird? Nun ja, vielleicht kann der geschätzte Genosse Rolf Schwanitz (queer.de berichtete) den Bezirksverordneten Becker einmal aufklären, was tatsächlich mit der Pflicht des Staates zur religiösen Neutralität gemeint ist...

(Provokatives Foto oben: bastique / flickr / cc by-sa 2.0)

-w-

#1 chris
  • 29.06.2011, 14:40hDortmund
  • Finde die inkorrekten Wörter und streiche sie:

    Einigkeit und Recht und Freiheit
    für das deutsche Vaterland!
    Danach lasst uns alle streben
    brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    sind des Glückes Unterpfand
    Blüh im Glanze dieses Glückes,
    blühe, deutsches Vaterland!

    Na, wo sind die Fehler?
  • Direktlink »
#2 CarstenFfm
  • 29.06.2011, 14:46h
  • Na und.
    Der Papst kommt eh nicht nach Lichtenberg.

    Und darauf, dass die Linke unsere Fahne nutzen will, um sich selbst zu profilieren, kann ich gut verzichten.

  • Direktlink »
#3 lichtenzwergAnonym
  • 29.06.2011, 14:53h
  • Der Becker klingt irgendwie wie der Stephan, kurz nach seinem PDS-Austritt.

    "Die Schluck-Schwierigkeiten der Hauptstadt-Sozialistinnen und -Sozialisten mit der WASG zeigen eindrücklich, welche Schmierenkomödie unter dem Label Parteifusion zur Linkspartei gerade aufgeführt wird. “Die Linke” nicht nur bieder und pragmatisch.

    Die Berlinerinnen und Berliner haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, wofür ihre Regierungsparteien genau stehen - egal, ob sie sie gewählt haben oder nicht. Wer dieses Maß an programmatischer Klarheit und Transparenz nicht bieten kann, sollte konsequenterweise nicht am Senatstisch sitzen. Vielleicht der beste weg für die fusionierte Linkspartei."

    www.green-berlin.de/andre-stephan/berliner-ensemble/da-geht-
    wasg/


    Schluckschwierigkeiten:

    www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,771339,00.html

    Was ist da los in Lichtenberg ?
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