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- 30. Juni 2011 2 Min.

Lokalnachrichten berichten ausführlich über den Fall
Eine katholische Kirchengemeinde in San Diego steht in der Kritik, weil sie das Begräbnis eines schwulen Gemeindemitglieds verweigert hat.
John Sanfilippo wurde 1941 als Sohn eines Fischers im italienischen Stadtteil von San Diego geboren und war stets Mitglied der katholischen Gemeinde mit dem blumigen Namen Our Lady of the Rosary. Als er am Freitag vergangene Woche im Alter von 70 Jahren gestorben ist, versuchte sein Lebenspartner, das Begräbnis dort zu organisieren. Doch daraus wurde nichts: Der Pfarrer verweigerte Sanfilippo die letzte Ruhestätte. Dessen Vergehen: Sanfilippo ist schwul und der Besitzer der Szenekneipe SRO Lounge.
Der Fall führte zu Protesten von einer Handvoll schwulen Aktivisten, die am Montag vor der Kirche demonstrierten. Sie forderten eine klare Regelung: "Die Kirche sollte sicherstellen, dass niemandem das Begräbnis verweigert wird, nur weil er schwul ist", erklärte Tom Kirkman von Dignity/San Diego.
Bischof entschuldigt sich, Pfarrer tritt nach
Schließlich entschuldigte sich der Bischof von San Diego am Mittwoch bei den Hinterbliebenen von Sanfilippo und erklärte, man könne das Begräbnis für Donnerstag in der Kirche organisieren. Am gleichen Tag veröffentlichte die Website "California Catholic Daily" eine andere Sichtweise: So habe sich der Gemeindepfarrer in einer Predigt am Dienstag darüber beklagt, dass er von Homo-Aktivisten "hereingelegt" wurde. Er sagte zwar, dass ein Begräbnis möglich sei, aber eine Messe dürfe Sanfilippo nicht erhalten, weil er kein guter Katholik gewesen sei.
Inzwischen hat Sanfilippos Familie in einer anglikanischen Kirche ein Begräbnis für Donnerstag organisiert.
Es ist nicht bekannt, wie oft die katholische Kirche Schwulen aufgrund ihrer Sexualität die letzte Ruhestätte verweigert. In San Diego berichten die Medien von einem weiteren Fall aus dem Jahr 2005. Damals hat sogar der Bischof einem Schwulen nach dessen Tod kein Begräbnis gestattet, weil er Besitzer eines Szene-Nachtclubs gewesen war. Nach Protesten entschuldigte sich der Bischof auch damals. (dk)














