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  • 02. Juli 2011 22 2 Min.

Viele Sextoys enthalten hohe Mengen an so genannten Weichmachern. Diese können Krebs auslösen, den Hormonhaushalt stören sowie zu Unfruchtbarkeit, Diabetes und Übergewicht führen (Bild: Chrysaora / flickr / by-sa 2.0)

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sieht keinen Handlungsbedarf, um auf Gesundheitsgefahren beim Gebrauch von Dildos und anderen Sex-Spielsachen aufmerksam zu machen und dagegen vorzugehen. Dies geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Bundestags­abgeordneten Volker Beck hervor.

Nach dem queer.de-Bericht Wenn Dildos krankmachen vom Dezember letzten Jahres hatte der Grünen-Politiker Alarm geschlagen: "Viele Dildos und andere Sexspielzeuge wie Vibratoren und Analplugs enthalten hohe Mengen an Phthalaten, andere krebserregende Weichmacher und weitere giftige Stoffe", heißt es in seiner Kleinen Anfrage (queer.de berichtete). Diese Substanzen stünden auch im Verdacht, den Hormonhaushalt des Menschen zu stören oder zu Unfruchtbarkeit, Diabetes und Übergewicht zu führen.

In seiner Antwort auf die Kleine Anfrage, die noch nicht als Bundestagsdrucksache online vorliegt, argumentierte Staatssekretär Gerd Müller (CSU) vor allem formal und verwendete ausschließlich die etwas schamhafte Bezeichnung "Erotikartikel". Diese erkannte Müller immerhin als "Bedarfsgegenstände im Sinne von § 2 Abs. 6 Nr. 6 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches" an. Und: Zum Schutz der Gesundheit sei es verboten, Bedarfsgegenstände für andere "so herzustellen und in den Verkehr zu bringen, dass sie geeignet sind, die Gesundheit durch ihre stoffliche Zusammensetzung zu schädigen".

Keine Nachweisgrenze für Schadstoffe in Sextoys


Staatssekretär Gerd Müller erklärt: Gesundheitsschädliche Erotikartikel sind verboten. Handeln will er jedoch nicht

Das war's dann aber auch schon. Dass gesundheitschädliche Sextoys dennoch im Handel sind, scheint den Staatssekretär nicht weiter zu interessieren. Repräsentative Untersuchungen zum Thema seien nicht verfügbar, schrieb Müller. Auch eine Nachweisgrenze könne nicht pauschal angegeben werden. Immerhin: Die Verwendung von Phthalaten und anderer gesundheitsschädlicher Stoffe sei nur noch für eine Übergangfrist erlaubt - nachdem Deutschland und andere EU-Staaten für sie ein Zulassungsverfahren vorgeschlagen hätten. Die Bundes­regierung plane auch deshalb keine nationalen Maßnahmen, um die Verwendung von Schadstoffen in Sextoys zu beschränken.

Als erste Reaktion auf die Antwort des Staatssekretärs warf Beck der Bundes­regierung vor, das Problem der gefährlichen Weichmacher zu ignorieren. "Verbraucherschutz ist auch bei der sexuellen Gesundheit unabdingbar", so der Grünen-Politiker. Mindestens 20 Prozent der erwachsenen Bundesbürger würden Sextoys nutzen. "Angesichts einer so hohen Zahl an gefährdeten Verbraucherinnen und Verbrauchern nützt es überhaupt nichts, wenn die Bundes­regierung auf geplante Initiativen der EU verweist", sagte Beck gegenüber Spiegel Online.

Als ein Vorbild nannte der Grünen-Politiker das Nachbarland Dänemark: "Das dänische Umweltministerium hat bereits im vergangenen Jahr eine Warnung vor ungesundem Sexspielzeug herausgegeben. Benutzer von Vibratoren, künstlichen Vaginas und ähnlichen Gegenständen fordert es auf, vor der Nutzung Kondome überzuziehen und keine Modelle aus PVC zu kaufen." (cw)

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#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 02.07.2011, 15:41h
  • Volker Beck ist mit seiner "Sextspielzeugoffensive" grandios gescheitert! Klar, daß sich die Regierung mit sowas nicht lange aufhält und der Meinung ist: Wofür gibt es Ökotest und Stiftung Warentest?
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#2 beobachter-2Anonym
  • 02.07.2011, 18:08h
  • Kundi, das Gesundheitsmännchen: "Nach dem Klo und vor dem Essen - Händewaschen nicht vergessen!" Worum soll sich die Bundesregierung eigentlich noch kümmern?

    Es gibt ungesunde Sexspielzeuge - wie wahr. Z.B. Dildos, die zu dick sind oder schmerzhaft hart. Es gibt viele Leute, die ziehen immer einen Kerl mit Schwanz einem Schwanz ohne Kerl vor. Ja, raufe sich die Industrie darob auch die Haare, es soll gar Leute geben, an denen beißen sich Beate Uhse & Co. die Zähne aus., die können bestens ganz ohne Attrappen.
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#3 DorothyAnonym