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- 04. Juli 2011 2 Min.

Parteichef Syed Munawar Hassan will keine Homosexualität im Land dulden - auch nicht hinter Botschaftsmauern
Die größte religiöse Partei in Pakistan kritisiert, dass in der amerikanischen Botschaft in Islamabad eine CSD-Feier für Schwule und Lesben abgehalten wurde.
Die "Gay, Lesbian Bisexual and Transgender (GLBT) Pride Celebration" wurde bereits am 26. Juni in der Botschaft abgehalten. Rund 80 Menschen, darunter Botschaftspersonal, Diplomaten und pakistanische Homo-Aktivisten haben nach US-Angaben an der Veranstaltung teilgenommen. In pakistanischen Blogs ist das Treffen bereits als Versuch der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes kritisiert worden, am Sonntag protestierte auch die islamische Partei Jamaat-e-Islami den "Kulturterrorismus" der Amerikaner: "Jede Religion, inklusive Islam, Christentum und Hinduismus, verbietet Homosexualität. Pakistan folgt den islamischen Regeln, die schwule und lesbische Hochzeiten und Veranstaltungen verbietet", erklärte Parteichef Syed Munawar Hassan gegenüber der Zeitung "The Nation". "Die US-Botschaft hat die Regeln und Gesetze dieses Landes verletzt, indem sie eine so kontroverses Treffen erlaubt hat. Darauf sollte unsere Regierung entsprechend reagieren." Hassan erklärte, dass er im Namen aller islamischen Parteien im Land spreche.
In einer Pressemitteilung erklärte seine Partei weiter, Schwule und Lesben seien ein "Fluch für die Gesellschaft" und "sozialer Müll". Homosexuelle seien derzeit die zweitgrößte Gefahr in Pakistan - nach den Drohnenangriffen des amerikanischen Militärs.
Auch mehrere islamische Geistliche haben die USA scharf für die Veranstaltung gerügt. Politiker der Regierungsparteien haben jedoch mit Hinweis auf die Immunität von Diplomaten jeglichen Kommentar zum Thema abgelehnt.
Homosexualität ist in Pakistan illegal und kann mit Gefängnis zwischen zwei Jahren und lebenslänglich bestraft werden. Das Verbot geht dabei auf die britische Kolonialgesetzgebung zurück, die 1860 installiert wurde.
Jamaat-e-Islami ist eine von mehreren religiösen Parteien, die zum Ziel haben, den Koran als einzige wichtige politische Instanz zuzulassen. Sie verurteilen jegliche "Verwestlichung" des Landes - neben Ideologien wie Kommunismus oder Kapitalismus lehnen die Mitglieder auch "westliche" Einflüsse wie Homosexualität oder Frauenrechte ab. (dk)














