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- 05. Juli 2011 2 Min.
Der Freiburger OB Dieter Salomon (Grüne) macht sich im Interview lustig über die Proteste, die auch in seiner Stadt gegen den Papstbesuch geplant sind. Gegenüber - natürlich - der Katholischen Nachrichtenagentur witzelte er über Bürger, die in seiner Stadt gegen die Menschenrechtspolitik von Benedikt XVI. protestieren wollen: "In Freiburg gibt es immer an allem Kritik, man kann keinen Zebrastreifen ohne Widerspruch einrichten", so Salomon.
Ist der Protest gegen den Papst, der Homosexuelle generell als Sünder verdammt, wirklich das Gleiche wie der Streit um einen Fußgängerübergang? Wir hätten gerne dazu den Oberbürgermeister befragt, doch sein persönlicher Referent machte uns nach mehreren Anfragen klar, dass Salomon nicht mit einer schwulen Publikation über dieses Thema reden will. Immerhin sei der Bürgermeister der "gesamten Stadt" verpflichtet und arbeite bislang gut mit der Kirche zusammen, die etwa Kindergärten betreibe. Dass der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in einem Interview die Kirche in der Homo-Frage zum Umdenken aufgefordert hatte, sei lediglich auf seine "persönliche Betroffenheit" zurückzuführen. Offenbar kann man den Einsatz für schwul-lesbische Rechte aber nicht in diesem Maße von einem heterosexuell Verheirateten erwarten.
Zwar sei es klar, dass Salomon nicht in allen Fragen mit der Kirche übereinstimme. Sie mische sich aber nicht in die Stadtpolitik ein, etwa als Salomon das Standesamt als Eintragungsort für eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt hatte. Aber auch dazu will der grüne OB keinen Kommentar abgeben - man spucke sich ja gegenseitig nicht in die Suppe, formuliert der Referent den Nichtangriffspakt. Dabei mischt sich Papst Benedikt XVI. andauernd in die Politik anderer Länder ein - etwa als er Anfang des Jahres Aufklärungsunterricht an europäischen Schulen als direkten Angriff auf die katholische Lehre bezeichnete (queer.de berichtete).
Salomons Nicheinmischungsdoktrin trifft übrigens nicht auf alle Themen zu, insbesondere wenn es um den grünen Markenkern geht: So kritisierte er erst heute wieder Frankreich für seine Atompolitik. Beim Vatikan steckt er aber den Kopf in den Sand. (dk)
(Bild: boellstiftung / flickr / cc by-sa 2.0)
Links zum Thema:
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