Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?14593



Den Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, schätzen viele als Erzkonservativen ein. Dabei ist er doch in Wirklichkeit ein Erzprogressiver. Doch, doch! Zumindest, was den Einsatz moderner Medien angeht. Man kann ihm nämlich über das Internet Fragen stellen. Die User voten, welche Fragen am interessantesten sind, und - schwupps - werden sie von ihm beantwortet. Beziehungsweise vermutlich eher von seiner Pressestelle. Denn so weichgespült, wie die aktuelle Frage mit dem Titel: "Leidiges Thema Homosexualität" von Leser Jörg Diederichs beantwortet wurde, kann man kaum glauben, dass sie aus dem Munde des berüchtigten Scharfmachers stammen. Diederichs - selbst schwul - möchte wissen, warum die Kirche nicht alle Menschen, die in ihrem Leben Erfüllung zu erfahren suchen, unterstütze? "Zur Erfüllung gehört nun mal auch die partnerschaftliche Liebe."

Da sei viel "Halbwissen und Falsches" im Umlauf, lenkt Meisner zunächst von der eigentlichen Frage ab. Nicht der homosexuelle Mensch werde diskriminiert, sondern dessen "homosexuelle Handlungen" seien nicht in Ordnung. Wegen des "Naturrechts", wegen diverser Bibelstellen, die dieses Naturrecht unterstreichen würden und natürlich, weil es ja keinen gottgewollten Nachwuchs geben könne beim "Geschlechtsakt". Die altbekannte Leier. "Selbstverständlich bin ich mir der Problematik bewusst, dass die kirchliche Argumentation von Voraussetzungen ausgeht, die nicht alle Zeitgenossen teilen", gibt Meisner zu. Aber wenn man alles zur Disposition stelle, geht schließlich Gottes Spielzeug kaputt: "Man könnte dies mit einem Mobile vergleichen, das weit und kunstvoll ausgebaut werden soll: ohne Rückbezug auf die uns vorgegebenen Normen schneiden wir den tragenden Faden durch, und so fällt die gesamte daran aufgehängte Konstruktion in sich zusammen." Rumms, Bumms!

Aber, der Herr Kardinal reicht uns dennoch die Hand. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten wegen eines Mobiles sollten uns nicht trennen, meint er: "Auch wenn ein Homosexueller die kirchliche Sicht nicht uneingeschränkt übernehmen will, können beide Seiten gemeinsame Ziele entdecken und sich z.B. energisch dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden, dass abfällige Äußerungen über Homosexuelle aus unserer Alltagssprache verschwinden und dass Stammtischgeschwätz seiner Plattheit überführt wird. Ich denke, das wären lohnende Ziele."

Das denken wir auch Herr Meisner. Vielleicht sollte man damit beginnen, das unsägliche Naturrecht-Geschwätz von ihrem Altar-Stammtisch aus seiner Plattheit zu überführen, meinen sie nicht auch?

Mit freundlichen Grüßen, ihre leidigen Homosexuellen! (cs)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 GeorgFalkenhagen
  • 06.07.2011, 16:43hBremen
  • "... können beide Seiten gemeinsame Ziele entdecken und sich z.B. energisch dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden ..."

    Huch, was soll das denn für ne eigenartige Koalition werden? Bereuen Sie jetzt etwa Ihre unseligen Worte von übervorgestern, Exzellenz?

    Zu schön um wahr zu sein. Denn so lange jemand sagt, dass meine Liebe nicht von Gott sei, lügt er und lästert ihm. Wir erkennen die Menschen nicht nur an ihren Taten, sondern auch an den Worten, die sie taten ...
  • Direktlink »
#3 yomenAnonym
  • 06.07.2011, 17:07h

  • das mit dem mobilefaden hab ich noch nicht gecheckt. der hält alles zusammen-richtig?

    is ja nurn gleichnis, versteh ich.

    woraus isn der? göttliche seide? stahl? kryptonit???

    mit diesen stories werden wahrheiten suggeriert, die hirngespinnste sind!
  • Direktlink »