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- 11. Juli 2011 2 Min.

Der Münchener Kardinal Reinhard Marx glaubt, dass alle Homosexuellen und Geschiedenen ihr Lebensziel verfehlt haben (Bild: Erzbischöfliches Ordinariat München)
Der Münchener Kardinal Reinhard Marx hat bei einem Gesprächsforum der katholischen Kirche in Mannheim Lesben und Schwule als "gescheiterte und zerbrochene Menschen" bezeichnet.
Wie der evangelische Pressedienst berichtet, will Marx den Umgang der Kirche mit diesen "zerbrochenen Menschen" ändern. Neben Homosexuellen gehörten auch Geschiedene zu dieser Gruppe. Gleichzeitig beklagt mit 57 Jahren jüngste Kardinal der Welt: "Wie kommt es, dass viele Menschen den Schatz, den wir gefunden haben, nicht so interessant finden?". Gegenüber queer.de wollte das Ordinariat München bislang nicht die Äußerungen des Kardinals kommentieren.
Der Lesben- und Schwulenverband nannte die Aussagen "beleidigend und herabwürdigend" und verlangte vom Kardinal entweder eine Richtigstellung oder eine Entschuldigung. Gleichzeitig bot der LSVD dem Geistlichen einen "fairen Dialog" an: "Einem Dialog, der mit Beleidigungen startet, fehlt aber jede Glaubwürdigkeit", schränkte Verbandssprecher Axel Hochrein ein.
Der Theologe Marx wurde 1996 von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Paderborn ernannt, später wurde er Bischof von Trier und Erzbischof von München und Freising. Im November 2010 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Kardinal. Marx hat sich in der Vergangenheit oft orthodoxe Positionen innerhalb der Kirche verteidigt: So suspendierte er 2003 einen Theologieprofessor vom Priesteramt, weil dieser gemeinsam mit evangelischen Christen das Abendmahl gefeiert hatte. Im selben Jahr feuerte er die Religionslehrerin eines staatlichen Gymnasiums, weil diese eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen war. 2009 erklärte er im bayerischen Landtag, dass Religionsausübung keine Privatsache sei. Der freiheitliche Verfassungsstaat sei, so Marx, auf die Kirche angewiesen.
Zuletzt hat die katholische Kirche im Vorfeld des Deutschlandbesuches des Papstes immer wieder die Gleichstellung von Schwulen und Lesben abgelehnt. So erklärte der vatikanische Vertreter bei den Vereinten Nationen unlängst, dass schwule und lesbische Ehen heterosexuelle Beziehungen "abwerten" würden (queer.de berichtete). Er hatte im März eine gemeinsame Erklärung von 85 Ländern kritisiert, in der ein weltweites Ende der "Gewaltakte und Menschenrechtsverletzungen wegen der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität" gefordert wurde (queer.de berichtete). Damals erklärt Tomasi, dass Staaten das Recht haben sollen, homosexuelles Verhalten zu verbieten. (dk)

















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