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- 14. Juli 2011 2 Min.

Kardinal Schönborn ist sich sicher, dass seine Ehe-Definition unantastbar ist (Bild: Wiki Commons / Th1979 / CC-BY-SA-3.0)
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn beklagt, dass Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden würden – und erklärt dies am Beispiel der Homo-Ehe, die in Wahrheit gar nicht existiere.
Bei einem katholischen Jugendtreffen im steirischen Pöllau erklärte der 66-Jährige, dass junge Christen die "Dinge beim Namen" nennen sollten, auch wenn sie dafür "verfolgt, gehasst und kritisiert" werden. Wie die Erzdiözese Wien mitteilt, legt Schönborn in dieser Offensive insbesondere Wert auf die "richtige" Definition der Ehe.
Als Standardantwort auf die Frage, warum die Kirche die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht ablehne, schlägt er vor: "Die Kirche ist nicht gegen die Homo-Ehe, denn die Kirche ist nicht gegen etwas, was es nicht gibt." Eine Ehe, so der Kardinal, sei nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich. Er forderte die Jugendlichen auf, in dieser Frage nicht dem "Zeitgeist" zu erliegen. Der Kardinal sprach vor hunderten Jugendlichen auch die Themen Sterbehilfe, Scheidung und Abtreibung an.
Schönborn bekämpfte die Einführung von eingetragenen Partnerschaften
Schönborn hat sich bereits bei der Diskussion um die Einführung von eingetragenen Partnerschaften in Österreich als Hardliner geoutet. 2009 erklärte er, die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen hielte er weder für angebracht noch für notwendig". Er befürchtete dadurch "unabsehbare Folgen für die ganze Gesellschaft" (queer.de berichtete). Die Nichtanerkennung von schwulen und lesbischen Partnerschaften sei auch keine Diskriminierung, so Schönborn: "Diskriminieren hieße, Gleiches ungleich zu behandeln." Gleichgeschlechtliche Partnerschaften könnten nicht mit heterosexuellen Beziehungen verglichen werden, weil aus letzteren Kinder hervorgehen könnten.
Trotz der Proteste der katholischen Kirche hat die Große Koalition eingetragene Partnerschaften zum 1. Januar 2010 eingeführt (queer.de berichtete). Wie in Deutschland erhielten die Lebenspartner praktisch alle Pflichten einer Ehe, aber nicht alle Rechte. So verweigerte die Regierung Homo-Paaren etwa das Adoptionsrecht. (dk)














