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- Von Micha Schulze
16. Juli 2011 2 Min.

Normalerweise berichten wir auf queer.de nur von christlichen, jüdischen oder muslimischen Glaubensführern, die ihrer Abneigung gegenüber queeren Identitäten freien Lauf lassen. Doch auch buddhistische Mönche sind nicht vor Homo- und Transphobie gefeit, wie ein AFP-Bericht über Männlichkeitskurse für Ladyboys in Thailand zeigt.
Im Tempel Kreung Tai Wittaya im nordthailändischen Chiang Kong werden solche Umerziehungsstunden für in einem Jungenkörper geborene Mädchen zwischen 11 und 18 Jahren bereits seit 2008 angeboten. "Wir können nicht alle verändern, aber wir können ihr Verhalten kontrollieren, damit sie verstehen lernen, dass sie als Mann geboren wurden und nicht als Frau agieren dürfen", erklärte Oberlehrer Phra Pitsanu Witcharato gegenüber der Nachrichtenagentur.
Buddhaseidank zeigen die freitäglichen Sonderstunden für die jungen Ladyboys nicht immer den gewünschten Erfolg: "Manchmal geben wir ihnen Geld, um Snacks zu kaufen, doch dann geben sie es für Wimperntusche aus", schimpft Mönch Pitsanu. Und Novizin Pipop meint gegenüber dem AFP-Reporter: "Wenn meine Zeit im Tempel vorbei ist, werde ich als erstes laut schreien: Endlich kann ich wieder ich selbst sein."
Doch bei 50 Prozent der Novizinnen hätten die Kurse "Erfolge" gezeigt, preist sich der Tempel. Das System der Unterdrückung und Normierung funktioniert nicht nur aufgrund des Engagements besonders konservativer Mönche wie Pipop, sondern auch dank des Selbsthasses mancher Ladyboys: So erklärt die 28-jährige Atcha Apiwanno in dem Bericht, dass sie in den Tempel zog, weil die thailändische Gesellschaft angeblich keine Trans*Personen akzeptiert und sie ihre weiblichen Empfindungen deshalb unterdrückt.
Das erinnert nicht zufällig an das Verhalten vieler Klemmschwestern im Vatikan…
(Foto oben: Hanumann / flickr / cc by 2.0)
Links zum Thema:
» Der AFP-Bericht auf AsiaWorks.com
Mehr zum Thema:
» Thailand: Kurs für tuckige Mönche (29.04.2009)















“It’s part of what we Buddhists call bad sexual conduct. Sexual organs were created for reproduction between the male element and the female element – and everything that deviates from that is not acceptable from a Buddhist point of view.”
Genau wie der Papst...
Empfehlenswert ist auch das Buch "Dalai Lama: Fall eines Gottkönigs" von Colin Goldner.
www.rundschau-hd.de/archives/2159/#more-2159