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- 16. Juli 2011 2 Min.

Verwechselt Sexualität mit sexueller Orientierung: Bundespräsident Christian Wulff (Bild: Landtag Niedersachsen)
Der Bundespräsident glaubt aber, dass in einigen Jahren Profi-Spieler ihre Homosexualität offen leben werden.
Von Carsten Weidemann
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) hat sich erstmals in die Debatte über das Für und Wider eines Coming-outs homosexueller Profi-Fußballer eingemischt. "Ich glaube, dass es kein Problem gibt mit homosexuellen Spielerinnen und Spielern in Frauen- und Männermannschaften", sagte der frühere niedersächsische Ministerpräsident zunächst in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (FR): "Hauptsache, sie sind eine Bereicherung fürs Team. Gewinnen wollen alle gemeinsam."
Auf die verwunderte Nachfrage des FR-Journalisten, ob er denn geoutete schwule Fußball-Profis kenne, schränkte Wulff ein: "Sexualität ist Privatsache. In einigen Jahren werden wir Spieler haben, die ihre Homosexualität offen leben. Bei den Frauen ist das offenkundig der Fall." Als die Journalisten weiterhin skeptisch nachfragten, meinte Wulff nur: "... Warten Sie's ab, das kommt!".
Bundespräsident gegen "plattes Chauvi-Gerede"
Das Vorurteil, dass Frauenfußball ein "Lesbensport" sei, bezeichnete der Bundespräsident als "plattes Chauvi-Gerede": "Es gibt homosexuelle Sportler, also wird es sie auch in Nationalmannschaften geben. Wenn die Frauen damit offener umgehen, sind sie den Männern ein Stück voraus" Wulff prophezeite in diesem Zusammenhang, dass demnächst auch Frauen Männerteams trainieren würden. Wörtlich sagte er: "Eine Silvia Neid kann auch eine Männer-Bundesligamannschaft trainieren."
Der Bundespräsident würdigte Sport im Allgemeinen als "hoch integrativ": "Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache, verschiedenen Alters, Behinderte und Nicht-Behinderte kommen zusammen und erleben Gemeinschaft. Deswegen ist der Sport für die Gesellschaft so wichtig, und das rechtfertigt auch die besondere Förderung und die Nähe, die die Politik zum Sport sucht."
Links zum Thema:
» Das komplette Interview mit dem Bundespräsidenten in der FR















Alle Fußballerinnen sind lesbisch, sagt das Klischee. Das führt jedoch nicht dazu, dass im Frauenfußball entspannter mit Homosexualität umgegangen wird. Die WM war da sogar ein Rückschritt.
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„Es ist Privatsache, sagen die meisten“, sagt Tanja Walther-Ahrens. „Aber Heterosexualität ist auch Privatsache.“ Und trotzdem besteht großes Interesse an den Freundinnen der Schweinsteigers und Özils auf den Stadiontribünen.
Neuerdings gab es diesen Schwenk auf die Tribüne auch beim Frauenfußball. „Es ist nicht so, dass alle Partner in einer Reihe sitzen“, erzählte Carina Holl, die Frau der Torhüterin, kürzlich der „FAS“. Familie, Freunde und Partner werden bunt gemischt. Und gezoomt wurde eher darauf, wie Alexandra Popp ihren Freund küsste.
Der DFB arbeitete in diesem Sommer emsiger denn je daran, das für die Vermarktung hinderliche Klischee des lesbischen Wuchtbrummensports loszuwerden. Das zeigt allein das Motto „20elf von seiner schönsten Seite“. Die Schminkgewohnheiten der Spielerinnen rückten auf einmal in den Fokus, es gibt sogar Barbiepuppen von Birgit Prinz und Silvia Neid.
Müssen da nicht lesbische Spielerinnen befürchten, in dieses neue Bild ihres Sports nicht mehr hineinzupassen? Dass ein Outing ihrer Karriere schaden könnte?
Bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin wird wenige Wochen vor Beginn der Frauenfußball-WM der Film „Go Girls Go“ gezeigt. Als Doreen Meier, die Trainerin des Frauenbundesligavereins Bayer Leverkusen, sagt: „Ich glaube, dass die Mannweiber dem Frauenfußball nicht gutgetan haben“, geht ein Raunen durch den Saal. „Warum darf Fußball nicht lesbisch sein?“, fragt eine empörte Besucherin später.
www.tagesspiegel.de/sport/barbiepuppen-statt-lesbische-wucht
brummen/4399790.html?p4399790=3