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- 19. Juli 2011 2 Min.

Auf ihrer Website präsentiert die Materborner Schützengesellschaft stolz sein neues Königspaar (Bild: www.msg06.de)
Ein schwules Schützenkönigspaar hat in der Materborner Schützengesellschaft 2006 e.V. in Nordrhein-Westfalen das Ruder übernommen.
Cees Zeijseink und sein Prinzengemahl Jörn vertreten nun ihren Verein aus dem Klever Stadtteil Materborn ein Jahr lang nach außen, auch auf Treffen mit anderen Schützenvereinen. Der gebürtige Niederländer Cees, ein 46 Jahre alter ehemaliger Marineoffizier, lebt bereits seit 13 Jahren in Deutschland. Er hat seinen Partner vor vier Jahren in seinem Heimatland geheiratet. "So positiv hatte ich die Reaktionen gar nicht erwartet", freut sich Cees gegenüber dem "Bocholter-Borkener Volksblatt". Dabei sei Deutschland "ja doch konservativer" als Holland.
Offen schwule Schützenkönige gibt es bislang kaum in Deutschland. In Dormagen versuchte es vor zwei Jahren ein schwules verpartnertes Paar (queer.de berichtete). Einer von ihnen durfte zwar Schützenkönig sein; ihm war aber laut Vereinssatzung verboten, mit seinem gleichgeschlechtlichen Partner aufzutreten. Lockerer war der Schützenverein "St. Wilhelmi" in Münster: Dort wurde im Juni diesen Jahres erstmals ein schwuler Mann zum Schützenkönig gewählt, der mit seinem Lebengefährten auftreten durfte. Offenen Widerstand gab es in Münster nicht, ebenso wenig wie in Kleve.
Dennoch gebe es noch einiges an Gegenwehr, erklärt Peter Hinze, SPD-Vizebürgermeister von Emmerich. Er lebt offen schwul und war bereits 2008 Schützenkönig im Stadtteil Vrasselt. Damals wählte er eine Frau zur Prinzgemahlin - einerseits, weil er keinen Lebenspartner hatte, aber andererseits auch, weil er "keine Provokation" wollte: "Glaube, Sitte, Heimat. Da trifft sich alte Tradition mit Realität", beschreibt er den Zwiespalt in den Schützenvereinen. Jetzt rät er aber dazu, das Versteckspiel zu beenden und Gesicht zu zeigen. Nur so könnten schwule Schützenkönige samt Prinzengemahl zur Normalität werden. (dk)
Links zum Thema:
» Materborner Schützengesellschaft 2006 e.V.














---> Wir schulden Guido Westerwelle und seinem Lebenspartner auf ewig Dank!
Möge die FDP nunmehr die Gleichstellung bei der Einkommensteuer beschließen und die künstliche Befruchtung auf Krankenschein auch für schwule Paare!