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- 24. Juli 2011 6 Min.

Das Manifest des Attentäters hat das Kreuz des Templerordens auf dem Titel
Der Oslo-Attentäter beschreibt in seinem Manifest, warum auch Schwule Verräter sein können und bestraft gehören. Dabei hat er homosexuelle Freunde. Und er erklärt, warum man sich als schwul tarnen sollte.
Von Norbert Blech
Der mutmaßliche Attentäter von Oslo und Utøya, Anders Behring Breivik, hat am Samstag Abend ein Teilgeständnis abgelegt. Der 32-Jährige hatte am Freitag im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gelegt und dabei mindestens sieben Menschen getötet, wenig später schoss er auf einer Insel bei einem Sommercamp der Jungsozialisten gezielt auf hauptsächlich Jugendliche und tötete mindestens 85 von ihnen.
Zugleich wurde am Samstag ein vom mutmaßlichen Attentäter geschriebenes Manifest bekannt. "2083. A European Declaration of Indepence" hat 1516 Seiten und beschreibt recht konkret die Vorbereitungen zum Attentat und gibt auch Tipps für andere, wie sie die Welt vor Islamismus und "Kulturmarxismus" retten können.
Der beschworene Sieg des Islam in Europa führe unter anderem zum "Mord an Minderheiten, etwa an Schwulen". Das zeige bereits der "spirituelle Führer" des norwegischen Islamrats, der eine entsprechende Tötung debattiere. Allerdings gehörten Schwule selbst teilweise zu den Kulturmarxisten, auch würden diese Multikulturalisten mit angeblich Inhalten pro Minderheiten, pro Schwule, gegen Krieg, für die Umwelt etc. Schwule für sich gewinnen (obwohl es ihnen in Wirklichkeit um die Zerstörung der Werte Europas gehe). So notiert der Attentäter, wie etwa Antifaschisten beim Stockholmer Pride dabei waren. Ebenso wie die (ehemalige) Anführerin der schwedischen Solzialdemokraten, Mona Sahlin. "Wird Sahlin und die anderen Sozialdemokraten sicherstellen, dass homosexuelle Paare in Moscheen heiraten dürfen?", fragt er ironisch.
In ganzen Absätzen spricht sich Breivik für eine konservative Ehe aus (Modell 50er Jahre), was der Medienbeschreibung eines "christlichen Fanatikers" erst nachträglich Sinn verleiht. "Nur weil das traditionelle Verständnis von Ehe stark untergraben wurde, finden sie nun auch Homosexuelle interessant. Schwule und Lesben wollen nicht die Ehe der traditionellen Art, nur die weichgespülte Version, die heute existiert", etwa mit einfachem Scheidungsrecht. Auch spricht er sich für strikte Abtreibungsregeln, einen Stopp der Frauenförderung und eine sehr konservative Sexualerziehung an Schulen aus. Die liberalen Fortschritte von protestantischen Kirchen gehen ihm ebenfalls zu weit, als Beispiele werden u.a. die Unterstützung der Homo-Ehe und die Weihe schwuler Priester genannt. Der Protestantismus müsse durch Katholizismus ersetzt werden.
"Sag, du denkst, du wärst schwul"

Breivik gibt Tipps, wie man möglichst nicht auffällt
An anderen Stellen gibt sich Breivik durchaus homofreundlich. So beschreibt er sich als "antirassistisch, antifaschistisch und anti-Nazi". Auch kritisiert er, dass er und seine Bewegung als "anti-gay" beschrieben werden. Die Kulturmarxisten "wollen, dass wir als Rassisten, Faschisten und Schwulenhasser gebrandmarkt werden, weil es ihren Job so einfach macht, uns als Abschaum der Erde zu beschreiben. Die Wahrheit ist, dass ich persönlich viele homosexuelle Individuen kenne (...) und ich keine Vorbehalte gegen sie habe. Was sollte es mich kümmern, was hinter verschlossenen Türen geschieht?"
Es folgt ein "allerdings". So kritisiert er die "gay media hysteria", die es seit zwei Jahrzehnten in Westeuropa gebe. Gruppen von "angeblichen Opfern" würden seitens Politik und Medien eine "positive Diskriminierung" erfahren, die zur Diskriminierung Heterosexueller führe. Diese "Verherrlichung" von bevorzugten Gruppen sei zu weit gegangen und "rassistisch und faschistisch". Doch zugleich gibt Breivik den Tipp, man könne von den Kulturmarxisten lernen und Gruppen wie etwa Homosexuellen gezielt gemeinsame Ziele vortäuschen, um sie für den Kampf zu gewinnen.
Um als Attentäter nicht aufzufallen, empfielt er ein Auto von Hyundai ("Ja, das ist sehr schwul, aber extrem effektiv, wenn es darum geht, der Umwelt die richtigen Signale zu senden"). Für Foto-Shootings sollte man auch als Mann unbedingt Makeup einsetzen ("Ja, das klingt schwul, aber 'attraktiv' auszusehen, wird die Wirkung unserer Message signifikant steigern"). Vor allem aber empfiehlt er, als eine von zwei Langzeit-Strategien, sich als schwul auszugeben, um nicht verdächtig zu wirken:
"Sag, du denkst, du wärst schwul und dabei, dein neues Selbst zu entdecken und dass du nicht mehr über das Thema erzählen willst. Erzähl ihnen, dass du darüber beschämt bist und du darüber einfach nicht mehr weiter reden möchtest. Lass sie schwören, das niemandem zu erzählen. Dieses Vorgehen kann deinem Ego eine Delle versetzen, wenn du dir nicht völlig sicher in deiner Heterosexualität bist, denn sie werden tatsächlich glauben, du wärst schwul. Aber das ist eine sehr effektive Strategie, um Fragen zu unterbinden und Personen davon abzuhalten, in deinem Leben rumzuwühlen, wenn du das nicht willst." Die andere Möglichkeit, nicht aufzufallen, ist seiner Meinung nach, sich als Spieler von "World of Warcraft" auszugeben.
Deutschland Ziel von Anschlägen, Schwule "individuell"

Breivik zeit sich auf Bildern martialisch, die Umstände seiner Verhaftung waren weniger heldenhaft
Breivik hat Wilders und eine Menge islamophober Autoren studiert, selbst Hendryk M. Broder, der fleißig zitiert wird. Er glaubt an die Übernahme Europas durch Muslime ("Europe's Decline - Hurrah! We Capitulate!"). Gerade Deutschland sei "hilflos und unfähig, sich selbst zu verteidigen" - das Land steht bei ihm an der Spitze einer Tabelle der am meisten "multikulturell indoktrinierten" Länder.
Nach Frankreich und vor Großbritannien steht Deutschland auch auf Platz 2 der Länder, die er als "primary targets" beschreibt, die seine Anhänger also mit Attentaten überziehen sollten - in der ersten Phase des Widerstands. Zu den wichtigsten Zielen gehören die Hauptquartiere und Jahrestreffen der politischen Parteien der Kulturmarxisten (im großen und ganzen alle linken Parteien). Als nächstes Ziel folgen jährliche Konferenzen von Journalisten (mind. 500 sollten anwesend sein), dann, noch vor EU- und Regierungsgebäuden und Sendezentralen "Verräter" der Gruppen A und B.
Unter diesen menschlichen Zielen fasst Breivik Politiker, Chefredakteure und Wirtschaftsbosse in der Gruppe A zusammen. Als Verräter zweiter Stufe folgen, unter anderem, Feministen, "Homo- und Behinderten-Aktivisten", Tier- oder Umweltschützer. Die gehöre es, auf einer "individuellen Basis" zu bewerten. So hätten sie sich zu rechtfertigen, wenn sie ihren Einfluss nutzen, um etwa den "kulturellen Genozid an den Ureinwohnern Europas" direkt oder indirekt zu unterstützen.
Muslime und deren Einrichtungen haben nicht die höchste Priorität, denn sie könnten zunächst helfen, die anderen Ziele zu erreichen. Durch einzelne Attacken sollten Muslime aber gezielt aufgewiegelt werden, so dass es zu gewalttätigen Ausschreitungen und Jihad-Aktivitäten kommen werde. Die Medien müssten darüber berichten, was wiederum die Leute gegen Muslime aufbringen würde - eine Gewaltspirale sei unaufhaltsam.
Das Manifest enthält einen weiteren Rat für Attentäter: "Wenn du nicht fliehen kannst und deine Mission nicht beenden kannst, nehme die letzte Möglichkeit: stirb ehrenvoll im Kampf". Der Autor der Ratschlags hat sich nach seinem Attentat ohne Widerstand von der Polizei verhaften lassen.















Sag ich doch. Der Typ ist ein Wahnsinniger, dessen volle Überzeugung aus dem Christentum kommt. Und seine Weichspülerischen Worte können allen Menschen erspart bleiben. Der Kerl ist einfach krank und gehört ins letzte Loch dieser Welt gestopft.