https://queer.de/?14705
- 26. Juli 2011 2 Min.

Auf dem Land haben es Schwule und Lesben in den USA noch schwer (Bild: Joelk75 / flickr / by 2.0)
In einer neuen Umfrage geben sich die US-Amerikaner homofreundlicher als je zuvor - allerdings glauben immer noch 24 Prozent, dass Schwule und Lesben durch Psychologen oder Gebet "geheilt" werden können.
In einer landesweiten Umfrage, die von der Homo-Gruppe Human Rights Campaign in Auftrag gegeben wurde, gaben 51 Prozent der erwachsenen US-Bürger an, sie würden eine Öffnung der Ehe für schwul-lesbische Paare unterstützen. 46 Prozent sind dagegen. Unter jungen Amerikanern zwischen 18 und 29 Jahren stimmen sogar zwei Drittel für die Gleichbehandlung im Ehe-Recht. 71 Prozent erklären, Homo-Paare sollten "eheähnliche" Rechte erhalten, 58 Prozent denken, sie sollten auch das Recht auf Adoption haben.
Die Umfrage zeigt auch, dass die Bürger in vielen Teilen des Landes weiter sind als die Politiker. So erklärten etwa drei Viertel aller Befragten in den konservativen Regionen im Süden und Mittleren Westen, sie unterstützten die Aufnahme des Merkmals "sexuelle Orientierung" in Antidiskriminierungsgesetze.
Mär der schwulen Sünder noch weit verbreitet
Dennoch gibt es noch viele Vorbehalte gegen Schwule und Lesben: So erklären 43 Prozent der Befragten, Homosexualität sei eine Sünde. 24 Prozent (sogar 31 Prozent unter jungen US-Bürgern) glauben zudem, dass Schwule und Lesben mit einer psychologischen Behandlung oder Gebeten zur Heterosexualität bekehrt werden können. Das Thema wurde in den letzten Wochen wiederholt in den US-Medien behandelt, weil Marcus Bachmann - der Ehemann der US-Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann - eine Psycho-Klinik betreibt, in der Homosexuelle "geheilt" werden sollen (queer.de berichtete).
Die Umfrage wurde durchgeführt von "Greenberg Quinlan Rosner Research". Zwischen dem 16. und 19. Juni wurden insgesamt 900 Amerikaner befragt. Die Fehlertoleranz wird mit 3,3 Prozentpunkten angegeben.
Die Human Rights Campaign beauftragte die Umfrage im Vorfeld einer Bustor, in der Aktivisten der Human Rights Campaign 17 Städte besuchen, um dort für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben zu werben. Erstes Ziel am 12. August ist Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Die Tour soll vor allem durch Staaten führen, die sich bislang gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben aussprechen, darunter etwa Louisiana, Texas und Kentucky. (dk)
Links zum Thema:
» Ergebnisse im Detail (PDF)














