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- 29. Juli 2011 2 Min.

CSD-Teilnehmerin (2010) (Bild: Simply Boaz / flickr / by-sa 2.0)
Beim zehnten CSD in Jerusalem sind am Donnerstag 4.000 Menschen auf die Straße gegangen - es gab nur noch wenige Gegendemonstrationen, ein Mitglied der Haredi-Sekte wurde verhaftet.
Die Aktivisten zogen mit Regenbogenfahnen und Trommeln durch die Innenstadt. Nach Angaben der "Jerusalem Post" schlossen sich auch andere Gruppen dem Protest an, die im "Sommer des Zorns" gegen die Politik der Netanjahu-Regierung auf die Straße gegangen sind. Zu ihnen gehören Studenten, die keine Wohnheimplätze finden, oder Ärzte, die für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne kämpfen. "Wir marschieren für unsere Gleichbehandlung, aber auch für soziale Gerechtigkeit für jeden in der israelischen Gesellschaft", erklärte der sozialdemokratische Knesset-Abgeodnete Nitzan Horowitz bei einer Rede am Ende der Parade. Horowitz ist nach Uzi Even erst der zweite offen schwule Knesset-Abgeordnete.
Im Gegensatz zu Tel Aviv, wo bis zu 100.000 Teilnehmer an der Parade teilnehmen, sieht der CSD Jerusalem weniger wie eine Party, sondern mehr wie eine politische Demonstration aus.
In diesem Jahr ist es nur zu wenigen Ausschreitungen gekommen. Ein Mitglied der radikaljüdischen Haredi-Sekte wurde verhaftet, weil er eine Stinkbombe auf die CSD-Teilnehmer geworfen haben soll. Der Nationalist Baruch Marzel trieb mit einigen Gefolgsleuten Esel durch die Stadt, um gegen Schwule und Lesben zu protestieren: "Muslime, Christen und Juden werden angegriffen, wenn die Heilige Stadt von Abscheulichkeiten wie der Parade entweiht wird", erklärte Marzel. Insgesamt waren 1.000 Polizisten im Einsatz, um die CSD-Teilnehmer zu schützen.
"Diskrete Verhandlungen" mit orthodoxen Juden

Nitzan Horowitz, der gegenwärtig einzige offen schwule Knesset-Abgeordnete, war einer der wenigen Promis auf dem CSD (Bild: Eman)
Große Protestaktionen, wie sie noch vor ein paar Jahren an der Tagesordnung waren, gab es jedoch nicht mehr. CSD-Organisator Jonathan Gher von der Gruppe "Jerusalem Open House" erklärte, es habe in den letzten Jahren "diskrete Verhandlungen" mit orthodoxen jüdischen Organisationen geben. Dadurch habe sich die Situation entspannt: "Die haben gemerkt, dass die Parade nichts mit ihnen zu tun hat. Es geht uns nicht darum, die sexuelle Identität gegen die religiöse Identität auszuspielen. Es geht um unsere Identität als Bürger Jerusalems."
Noch vor wenigen Jahren gab es Auseinandersetzungen mit der Stadt Jerusalem, die noch 2005 den CSD verbieten wollte (queer.de berichtete). Seither haben aber mehrere Gerichte entschieden, dass auch Schwule und Lesben in Israel ein Recht auf Demonstrationsfreiheit haben. (dk)















Uzi Even engagiert sich politisch in der Partei Meretz-Jachad. 1999 verpasste er knapp den Einzug als Abgeordneter in die Knesset, was ihm aber 2002 im Nachrückverfahren gelang, als der Abgeordnete Amnon Rubinstein sein Mandat niederlegte. Even wurde so der erste offen homosexuelle Abgeordnete in der Knesset.
de.wikipedia.org/wiki/Uzi_Even
"Uzi Even, der erste offen schwule Abgeordnete des israelischen Parlaments, hat in Kanada seinen langjährigen Freund geheiratet. Am Freitag gaben sich Even und Amit Kama im Rathaus von Toronto das Jawort.
www.queer.de/detail.php?article_id=1627
(Vor einigen Tagen verhinderten die Rachten, die Nationalen und die Religiösen im Parlament die Einführung der Zivil-Ehe in Israel.)
2009. "Ein israelisches Familiengericht in Tel Aviv hat erstmals entschieden, dass ein schwules Paar ihren Pflegesohn adoptieren darf.
Der ehemalige Knesseet-Abgeordnete Uzi Even und sein Lebenspartner Amit Kama sind nun auch offiziell die Eltern des jetzt 30 Jahre alten Yossi Even-Kama. Sie haben den Jungen vor 14 Jahren bei sich aufgenommen, nachdem er wegen seines Coming-outs von seinen Eltern vor die Tür gesetzt worden war."
www.queer.de/detail.php?article_id=10117
Meretz (hebräisch: מרצ) ist eine linksgerichtete Partei in Israel. Der hebräische Begriff Meretz bedeutet so viel wie „Energie“.Meretz setzt sich nach Selbstbeschreibung für Bürgerrechte, die Gleichstellung der Frau, Wahlreformen und religiösen Pluralismus ein.
Als erste linke zionistische Partei akzeptierte Meretz die Idee eines palästinensischen Staates.
Gerade Freitag vor zwei Wochen demonstrierten in Jerusalem Tausende Israelis, Juden und Araber, für einen palästinensischen Staat. Unter ihnen auch Knesseth-Abgeordnete. Zum Beispiel Dov Khenin (Hadash) und Zehava Galon (Meretz). Der ehemalige Parlamentspräsident Avraham Burg (Labor), die ehemalige Ageordnete Tamar Gozansky (Hadash) und der frühere Generalstaatsanwalt Michael Ben Yair.
maki.org.il/en/political/133-news/11169-jerusalem-thousands-
march-in-support-of-palestinian-statehood
maki.org.il/
Zu Gestzentwürfen und Debattenanstössen kann man formulieren, dass Nitzan Horrowitz, durch seine Community-Aktivitäten, im israelischen Parlament in etwa die Rolle eines Volker Becks im Bundestag spielt.
"CSD-Organisator Jonathan Gher von der Gruppe "Jerusalem Open House" erklärte, es habe in den letzten Jahren "diskrete Verhandlungen" mit orthodoxen jüdischen Organisationen geben."
Zur Veränderung der Einstellungen zur Homosexualität im Lager der Orthodoxen, in Israel und den USA, vielleicht später mit Unlust etwas mehr.